Das Wagnergütl Hs.Nr. 25

 

ab 1890 Hs.Nr. 29, heute Chorherrenstr. 12, Lutz

 

von Claudia Heigl

 

Als erster Besitzer dieses Anwesens neben der Kirche ist der Wagner und Drechsler Michael Sailler bekannt.

1678 verkauft das Stiftkapitel Straubing an Michael und Margaretha Sailler um 20 Gulden das Erbrecht auf der Behausung. Dazu gehören Äcker, wie auch die Pfaffenwies und der Obst- und Krautgarten.1
Von dem Ehepaar sind drei Kinder bekannt, von denen das jüngste in Münster geboren wurde:
- Margaretha heiratet 1688 in Münster den verwitweten Zimmerman Wolfgang Wanninger von Kirchroth
- Peter heiratet 1697 die Häuslerstochter Maria Gschöpf und zieht in das Haus der Schwiegereltern Münster Nr. 36
- Katharina (*19.04.1679)

 

Sailer Besitzer

 

 

Michael Sailler zahlt 1685 für das Haus 3 Schilling Reg. Pfennige. Dazu kommen noch 30 Kreuzer für das “Riedt“.2

Im Durchschnitt betragen die Abgaben für die Häuser im Stiftbuch von 1685 etwa 18 Kreuzer jährlich. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es sich hier um ein ehemaliges Haus für die Chorherren oder die Benefiziaten handelt, wie sie rund um die Kirche zu finden sind.

In Münster gibt es einst acht Chorherrenhäuser und zwei Gebäude für die Benefiziaten. Infolge der Stiftsverlegung nach Straubing im Jahr 1581 wurden die Gebäude verkauft. Da es sich um ansehnliche Steinbauten handelte, dürften die Abgaben für diese Häuser wesentlich höher sein als bei den einfachen Holzhäusern.

 

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 1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 25
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay.Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

 

Die Zimmermanns- und Wagnersfamilie Völkl

Am 19.08.1711 erwerben Vitus und Maria Dietl das Anwesen.3 Die Herkunft des Ehepaares ist nicht bekannt.4
Das Ehepaar hat sieben Kinder von denen vier das Erwachsenenalter erreichen:
- Maria Barbara (*1714-1743) Hoferbin
- Martin (*1720) heiratet 1747 in Parkstetten Maria Habrunner von Parkstetten Nr. 31 und wird dort als Zimmermann ansässig
- Georg (*1725)
- Katharina (1727-1751) heiratet 1750 den Maurer Johann Bauer von Münster Nr. 63

Nach dem Tod des Vitus Dietl wird am 07.05.1742 das Erbe verteilt:5
Die Witwe Maria erhält das Vermögen, die vier Kinder folgendes Erbteil:
Der älteste Sohn Martin 30 Gulden, die drei übrigen jeweils 25 Gulden und beide Töchter noch eine Kuh.
Im Anschluss übergibt die Witwe die Behausung mit dem Grundbesitz an ihre Tochter Barbara und ihren zukünftigen Ehemann Dionysius Völkl.

 

Dionysius Völkl stammt von Seyboldsdorf und war wahrscheinlich auf seiner Wanderschaft in Münster gelandet.
Ein Jahr nach der Eheschließung stirbt seine 28-jährige junge Ehefrau. Der Zimmermann geht erneut eine Ehe mit der Tagelöhnerstochter Katharina Hilmer von Unterzeitldorn ein.
Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Johann Vitus (*1746)
- Johann Kaspar (*1748)
- Jakob (*1750) von 1792-1823 Pfarrer in Brennberg
- Andreas (*1753)
- Johann Georg (1755-1844), Hofnachfolger
- Katharina (1759-1801) heiratet 1788 den Bader Bartholomäus Knaup von Münster

 

Dietl Besitzer 1

 

1785 übernimmt der jüngste Sohn Johann Georg Völkl das Anwesen und übt darauf das Wagner-Handwerk aus. Seine Ehefrau wird die Halbbauerstochter Maria Anna Schütz von Forst bei Falkenfels.
Aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor, von denen nur der Älteste überlebt:
- Jakob (1787-1863), Hofnachfolger

Vier Wochen nach der Geburt des zweiten Sohnes stirbt die 28-jährige. Sechs Wochen später heiratet der Witwer die Söldnerstochter Katharina Grandsberger von Oberniedersteinach.
Katharina bringt zwischen 1790 und 1800 sieben Kinder zur Welt, von denen nur eine Tochter nicht im Säuglingsalter stirbt:
- Maria Katharina (*1794)

1814 stirbt die 54-jährige an Lungensucht und der Witwer heiratet in dritter Ehe die 44-jährige Häuslerstochter Katharina Hartmannsgruber von Münster Nr. 53.

 

1809 übernimmt der 21-jährige Sohn Jakob das Wagner-Anwesen vom Vater.  1814 geht er den Bund fürs Leben mit der Schreinerstochter Maria Eva Hitzinger von Münster Nr. 6 ein.
In der Ehe kommen elf Kinder zur Welt:
- Joseph (*1815), Hoferbe
- Magdalena (*1816)
- Anna (*1818)
- Katharina (*1818)
- Jakob (*1819)
- Anna Maria (1821-1824)
- Anna (1824-1842)
- Martin (1825-1842)
- Andreas (*1827)
- Johann Georg (*1828)
- Anna Maria (*1836)

 

Im April 1843 übernimmt der älteste Sohn Joseph nach dem Tod der Mutter das Anwesen mit 20 Tagwerk Grundbesitz vom Vater. Er heiratet die Bauerstochter Anna Leibl von Gschwendt Nr. 18.
Das Ehepaar bekommt zehn Kinder:
- Katharina (*+1844)
- Anna Maria (*1845)
- Magdalena (*1847)
- Franziska (*1849)
- Theresia (*1849)
- Katharina (*1852)
- Johann Baptist (*1854)
- Karolina (*1855)
- Johanna (*1856)
- Joseph (*1861)

Joseph beginnt 1853 Grundstücke zu verkaufen und schließlich erwirbt Johann Georg Echinger die Hofstelle mit nur noch 6, 8 Tagwerk Grundbesitz.

1859 erwerben Joseph und Anna Völkl dann den größeren „Hilmerweiherhof“ in der heutigen Weiherstr. 3 in Münster. 1869 tauschen sie dann diesen Besitz mit einem Hof in Perkam und ziehen von Münster weg.

 

Voelkl Besitzer

 

 

 

Die Familie Echinger  und Lutz

Johann Georg und Therese Echinger wohnten vorher auf dem „Ehingergütl“ Hs.Nr. 50 (heute Falkenfelser Str. 17). Ihr bisheriges Häusleranwesen mit 12,32 Tagwerk Grund verkaufen sie an Johann Klingseis.

Das Ehepaar hat zehn Kinder, von denen nur fünf das Erwachsenenalter erreichen:
- Johann Georg (1837-1869) stirbt mi 31 Jahren an Lungensucht
- Therese (1842-1920), Hoferbin
- Jakob (*1846)
- Franziska (*1847)
- Helena (1850-1872) stirbt mit 21 Jahren an Gedärmentzündung

 

1870 erbt Tochter Therese nach dem Tod des Vaters das Anwesen und heiratet den Gütlerssohn Joseph Lutz von Zinzendorf.
Das Ehepaar hat sieben Kinder, von denen drei im Säuglingsalter sterben:
- Alois (*1872)
- Ludwig (*1873)
- Josef (*1876) Hoferbe
- Kreszenz (1879-1887) stirbt mit vier Jahren an Diphtherie

 

 Sohn Josef übernimmt 1903 den Hof und heiratet Maria Wacker von Hornstorf.
Ein Jahr später stirbt die 24-jährige an Herzlähmung.

Zwei Jahre später heiratet der Witwer die Bauerstochter Kreszenz Retzer von Bärnzell.
In der Ehe kommen sechs Kinder zur Welt, von denen ein Sohn kurz nach der Geburt stirbt:
- Anna Maria (1908-1983) verh. Geier in Münster
- Kreszenz (*1908)
- Josef (*1910), Hofnachfolger
- Therese (1912) verh. Bauer in Münster
- Anna (*1914) verh. Pfisterer

 

Echinger Lutz Besitzer

 

1950 übernimmt Sohn Josef Lutz das Anwesen, dass immer noch in Familienbesitz ist.

 

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Das Anwesen aufgenommen ca. 1956
Bild: Familie Lutz, Münster

 

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aufgenommen 1956
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbidlverlag Bertram München

 

 

 

 

1 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 640 II, fol 53   Erbrechtsverlassung 1678
2 BayHStA München, Straubing Kollegiatstift St. Jakob und Tiburtius KL 3, Zins- und Stiftbuch, fol. 137‘
3 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol 7  Vertrag  07.05.1742. In dem Übergabevertrag ist vermerkt, dass das Anwesen am 19.08.1711 käuflich erworben worden war.
4 1708 wird Vitus als Taufpate bei einem Sohn des Georg Amann im Kirchenbuch von Parkstetten aufgeführt. Hier wird er als Tagelöhner in Oberparkstetten bezeichnet.
5 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol 7  Vertrag  07.05.1742

 

Weitere Quellen:
Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung 248, Hofmark Münster 1752
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Münster von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster, Umschreibehefte Münster 17/22-5, 17/22-9, 17/22-14

 

Veröffentlicht: 03.06.2026

 

 

Das Schmuckergütl Hs.Nr. 24

 

ab 1890 Hs.Nr. 28, heute Chorherrenstr. 10, Knott

 

 von Claudia Heigl

 

 

Auf diesem Anwesen, direkt gegenüber dem Wirtshaus und der Kirche, finden wir nach dem 30-jährigen Krieg eine Kramerei.

 

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1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 24
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay.Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Im Jahr 1657 werden Jakob und Anna Jakobe Zeiß als Kramerseheleute genannt. Zuvor lebte die Familie in Steinach, wo sie ebenfalls eine Handlung betrieb.

Sechs Kinder wurden in Steinach geboren, der jüngste Sohn dann in Münster:
- Johann (1649-1706), Schneider in Münster

- Kaspar (*1651)
- Christopher (*1652)
- Christopher (*1654), 1672 als Schmiedsknecht in Münster genannt1 
- Barbara (*1655)
- Mathias (1657-1672)
- Sebastian (1661-1686)

Als der jüngste Sohn Sebastian gerade mal neun Monate alt ist, stirbt der 46-jährige Kramer.
Die Witwe heiratet daraufhin den Münsterer Wirtssohn Georg Pämer (ältere Schreibweise von Bergmaier). Zwei Jahre später wird auch Jakobe Pämer zu Grabe getragen.

 

Zeiss Besitzer

 

 

Der Witwer Georg Pämer nimmt daraufhin die Bäckerstochter Walburga Pizelmayr aus Steinach zur zweiten Ehefrau.
Sie bringt neun Kinder zur Welt, von denen vier bereits im Säuglingsalter sterben:
- Simon (*1666)
- Maria (*1668) heiratet 1699 den Kramer Johann Berger von Steinach Nr. 55
- Johann Georg (*1669)
- Maria Elisabeth (*1674)
- Walburga (*1675 in Steinach)

1675 übernimmt das Ehepaar die Hoftafern in Steinach Nr. 24, doch bereits ein Jahr später stirbt Georg Pämer.

Die verwitwete Walburga Pämer führt die Geschäfte weiter – die „Erbrechtsbehausung in Münster mit der Krambstatt“ und die „Leibgerechtigkeit auf der Hoftafern in Steinach“.2

Ihre Kinder erhalten jeweils 12 Gulden väterliches Erbe, ausgezahlt im 12. Lebensjahr.
Noch im selben Jahr heiratet Walburga erneut den verwitweten Michael Hartberger.

1677 verkauft der neue Steinacher Hofwirt Hartberger das Münsterer Anwesen mit Krämerei an Adam Lohringer aus Hundsschweif.3

 

Zunächst führt Lohringer das Kramer-Geschäft weiter, doch um 1685 entsteht offenbar ein weiterer Laden unterhalb des Wirtshauses (Haus Nr. 16, heute Chorherrenstraße 3, Luttner).

Im Stiftbuch desselben Jahres wird der alte Kramerladen nicht mehr erwähnt.4


Adam Lohringer zahlt zu dieser Zeit folgende Steuern:
von der Wis in der Hinderau      1 Schilling
vom Haus und Garten                22 Kreuzer 5 Heller
vom Lindtach                              1 Schilling
Pfriendtgelt                                 10 Kreuzer
insgesamt                                    2 Schilling 32 Kreuzer 6 Heller

 

Lohringer Adam ist mit einer Margaretha verheiratet.
Vier Kinder kommen in Münster zu Welt:
- Anna (*1681)
- Magdalena (1687-1763) heiratet 1713 den Häusler Bartholomäus Pummer von Münster Nr. 53
- Anna Maria (*1690)
- Maria (1696), Hoferbin

 

1719 heiratet die jüngste Tochter Maria den Weberssohn Andreas Schmucker von Bonried und übernimmt mit ihm das elterliche Anwesen.
Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor, von denen ein Sohn als Säugling stirbt:
- Johann Michael (*1720)
- Johann Georg (*+1722)
- Maria Katharina (1724-1753) heiratet 1745 den Münsterer Schmied Simon Landlsperger
- Anna Maria (1726-1803) heiratet 1750 Sebastian Dengler, Söldner in Münster Nr. 40
- Johann Jakob (1730-1787), Hoferbe

Der jüngste Sohn Johann Jakob übernimmt 1750 das Familienanwesen und heiratet die Wirtstochter Anna Maria Müller aus Unterzeitldorn. Zum Erbe gehören die Erbrechtsbehausung mit Stadel und Garten, die „Leibsgerechtigkeit auf den halben Pfründ, auf denen laut Leibgedingsbrief vom 18.09.1727 Jakob Ottpacher, Nachtwächter zu Straubing, lebenslang Leichrecht hat“, sowie ein Viertel des geerbten Lintach-Feldes. Der Wert des Besitzes beträgt 700 Gulden;5 die Braut bringt 175 Gulden Heiratsgut ein.6

Anna Maria bringt zehn Kinder zur Welt, von denen fünf das Erwachsenenalter erreichen:
- Johann Baptist (*+1752)
- Anna Maria (*+1754)
- Maria Katharina (*+1755)
- Maria Katharina (1756-1831), Hoferbin
- Maria Anna (1759-1831) heiratet 1783 Michael Lankes, Halbbauer in Steinach Nr. 13
- Anna Maria (*+1762)
- Maria Theresia (*1763)
- Anna Maria (*1766)
- Walburga (*1768) heiratet 1789 Sebastian Hösl von Münster Nr. 17
- Jakob (*+1770)

Zwei Monate nach der Geburt des jüngsten Kindes stirbt die 39-jährige Mutter.

Kurz darauf heiratet der Witwer erneut – Regina Berger aus Münster. Sie bringt ein Erbrechtshäusl (Haus Nr. 42, heute Schiedermeierplatz 6) mit Garten und Weinberg in die Ehe, dass sie kurz vor der Hochzeit von ihren Eltern erhält.7 1775 verkaufen Jakob und Regina Schmucker das Gütl an Andreas und Anna Maria Foidl. 8

Regina bringt vier weitere Kinder zur Welt, von denen zwei Töchter als Säuglinge sterben:
- Magdalena (*+1771)
- Magdalena (*+1773)
- Jakob (*1775)
- Christoph (*1777)

1783 stirbt Regina im Alter von 36 Jahren, und vier Jahre später folgt ihr Jakob Schmucker mit 57 Jahren ins Grab.

 

Loringer Schmucker Besitzer

 

Nach dem Tod des Vaters übernimmt Maria Katharina, die älteste Tochter aus erster Ehe, den Hof. 1788 heiratet sie den Häuslerssohn Johann Parein aus Obermotzing.

Maria Katharina Parein, geborene Schmucker, erlebt ein Leben voller Prüfungen. Bereits mit 14 Jahren verliert sie ihre Mutter. Ihrer Stiefmutter hilft sie früh bei der Versorgung der vier jüngeren Geschwister und später auch der neugeborenen Halbgeschwister. Nach dem Tod der Stiefmutter übernimmt sie schließlich selbst die Mutterrolle für die Halbgeschwister, die damals zwischen sechs und acht Jahren alt sind.

 

Mit ihrem Ehemann Johann Parein bringt sie sechs Kinder zur Welt, von denen jedoch nur zwei das Erwachsenenalter erreichen:
- Joseph (*+1790)
- Johann Georg (1791-1795)
- Maria Theresia (1794-1878) heiratet 1820 den Wirt Johann Georg Röckl von Münster.
- Joseph Tiburtius (*+1796)
- Maria Katharina (*+1797)
- Johann Baptist (1798-1825), Hoferbe

1822 übergeben Maria Katharina und Johann Parein den Hof an ihren Sohn Johann Baptist, der die Bauerstochter Barbara Habrunner aus Reibersdorf heiratet. Doch nur drei Jahre später trifft die Familie ein neuer Schicksalsschlag: Johann stirbt im Alter von 26 Jahren an einem Gehirnschlag.


Die junge Witwe Barbara heiratet noch im selben Jahr Joseph Sturm aus Kagers. Dessen Vater war einst Bauer in Fischerdorf und hatte 1799 Josephs Mutter, die Häuslerswitwe Katharina Fischer aus Kagers, geheiratet. Auch die Schwiegereltern von Barbara scheinen der neuen Verbindung wohlgesinnt zu sein, denn Johann Parein selbst fungiert bei dieser Hochzeit als Trauzeuge.

 

Als Barbara Sturm am 16. September 1826 ihr erstes Kind, Michael, zur Welt bringt, verläuft die Geburt schwer. Sechs Tage später stirbt sie an Kindbettfieber (Mutterbrand). Nur zwei Monate nach ihrem Tod heiratet der Witwer erneut – Therese Loibl aus Fierlbach.

 

Ob sich das junge Paar mit den Austräglern nicht versteht oder andere Gründe eine Rolle spielen, ist nicht überliefert. 1829 verkaufen Therese und Joseph Sturm den sogenannten Schmucker- bzw. Parein-Hof an Andreas Schwarzensteiner für 2.000 Gulden. Das alte Ehepaar Katharina und Johann Parein behält jedoch seine Austragswohnung auf dem Anwesen.

 

Katharina Parein stirbt 1831 im Alter von 74 Jahren. Ein Jahr später folgt ihr Ehemann Johann im Alter von 78 Jahren. Seine letzten Jahre verbringt er bei seiner Tochter, der Wirtin Therese Röckl, in Münster.

 

Andreas Schwarzensteiner hatte bereits 1813 das „Schwarzensteinergütl“ (Haus Nr. 10) von seinem Vater übernommen. 1829 verkauft er dieses um 1.000 Gulden und erwirbt im Gegenzug den doppelt so teuren Schmuckerhof. Verheiratet ist er mit Anna Maria Schneider aus Roith bei Kirchroth.

Das Ehepaar bekommt zehn Kinder, von denen nur drei das Erwachsenenalter erreichen:
- Jakob (*1814), Hoferbe
- Johann Georg (*1817)
- Joseph (*1828)

 

1845 übergibt die verwitwete Anna Maria Schwarzensteiner das Anwesen mit 43 Tagwerk Grundbesitz an ihren Sohn Jakob, der die Bauerstochter Helena Loichinger von Obermotzing heiratet.
Acht Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen drei im Säuglingsalter sterben:
- Helena (*1847)
- Georg (*1850)
- Franziska (*1852)
- Anna (*1855)
- Anna Maria (*1860)

 

Schwarzensteiner Besitzer

 

Am 11.04.1867 wird das Anwesen versteigert. Den Zuschlag erhält Michael Heilingbrunner.

 

Am 04.07.1867 tauscht Georg Thurl das Haus mit 38,60 Tagwerk Grund ein.

Nur drei Jahre später, am 1. April 1870, erwerben Georg und Maria Obermaier das 38,6 Tagwerk (13,15 Hektar) große Anwesen für 11.600 Gulden.

 

 

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Der Gabler-Hof, heute Knott
aufgenommen 1956
Bild: Familie Weiser, Münster

 

 

1872 erfolgt ein weiterer Tausch: Joseph Gabler und seine Ehefrau Margaretha, geborene Popp, tauschen ihr Anwesen in Witzenzell Nr. 80 gegen den Hof in Münster.

Das Ehepaar bringt fünf Kinder mit, die alle in Witzenzell geboren sind. Vier weitere Kinder waren bereits im Säuglingsalter gestorben.

In Münster kommen drei weitere Kinder zur Welt, die jedoch ebenfalls früh sterben:
- Josef (1857-1938), Hoferbe
- Therese (1858-1925) heiratet 1878 in Münster Joseph Dengler, Söldner in Münster Nr. 40
- Anna Maria (1861-1936) heiratet 1886 in Münster Joseph Brandl, Schmied in Münster Nr. 15
- Alois (*1865) heiratet 1910 in Straubing/St. Jakob  Franziska Hagenkofer von Offenberg
- Margaretha (*1871)

 

1883 stirbt Joseph Gabler durch einen Schlag von einem Pferd. In den folgenden Jahren bewirtschaftet die Witwe Margaretha Gabler den Hof mit ihren Kindern allein, bis sie ihn 1893 an ihren ältesten Sohn Josef jun. übergibt.

 

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aufgenommen 1956
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbidlverlag Bertram München

 

 

Josef Gabler heiratet die Bauerstochter Kreszenz Bauer aus Münster Nr. 47 (heute Falkenfelser Str. 19)
Das Paar bekommt dreizehn Kinder, von denen neun das Erwachsenenalter erreichen:
- Maria (*1895) heiratet 1917 in Straubing Durst Johann (*1892)
- Joseph (*1898) heiratet 1933 in Landshut Anna Mirbeck
- Kreszenz (*1899) heiratet 1920 in Straubing Heinrich Reiter (*1896)
- Ludwig (1900-1987) heiratet 1928 Johanna Eckl von Münster Nr. 35 (1907-1995)
- Ottilie (*1901) heiratet 1921 in Steinach den Schloßgärtnersgehilfen Rothlehner Dionys von Velden (1900-1982)
- Johann Baptist (*1903)
- Franziska (1904-1984) heiratet 1933 in Münster Max Färber (*1894)
- Alois (*1905), Hoferbe
- Anna (*1906) heiratet 1925 in Münster Albert Lauerbach (*1901), Kunstmaler in Straubing

 

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Alois Gabler (1857-1938)
gemalt von seinem Schwiegersohn dem Straubinger Künstler Albert Lauerbach
Bild: Familie Knott Münster

 

 

 

Gabler Besitzer

 

 

 

1934 übernimmt der jüngste Sohn Alois Gabler den Hof. Er heiratet Therese Lehner von Allkofen.

Nächste Hofbesitzer werden die Tochter Therese Gabler und ihr Ehemann Xaver Knott von Aufroth.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 640 Ib, fol 38   Quittung 28.11.1672, Hans und Christoph Zeiss, als weil. Jakob Zeissens gewester Kramer zu Münster sel. nachgelassene zwei Söhne quittieren ihren lieben Stiefvater Georg Pämer, jetzigem Kramer zu Münster den Erhalt ihres väterlichen und mütterlichen Erbteils.
2 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 640 II, fol 3  Vertrag 1677
3 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 640 II, fol 15  Kaufvertrag Pr. 350 fl 1677
4 BayHStA München, Straubing Kollegiatstift St. Jakob und Tiburtius KL 3, Zins- und Stiftbuch, fol. 141
5 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol.137   Übergabsbrief fl. 700 28.03.1750
6 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol.153‘   Heiratskontrakt 15.09.1750
7 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 646 fol. 74    Übergabsbrief fl 420  01.06.1770

8 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 648, fol.13_   Kaufbrief 500 fl   29.09.1775

 

Weitere Quellen:
Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung 248, Hofmark Münster 1752
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Münster von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster, Umschreibehefte Münster 17/22-5, 17/22-9, 17/22-14

 

Veröffentlicht: 03.06.2026

 

Das Scherzergütl Hs.Nr. 26

 

ab 1890 Hs.Nr. 30, heute Chorherrenstr. 14, Weiß

 

von Claudia Heigl

 

 

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1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 26
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay.Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

Als erster Besitzer dieses Anwesens ist ab ca. 1727 der Schuster Sebastian Scherzer bekannt.

Sebastian stammt von Mitterfels und war der Sohn der Söldnerseheleute Kaspar Scherzer und dessen Ehefrau Katharina, geb. Heiligenmayr.
In erster Ehe heiratete er 1710 die Halbbauerstochter Maria Probst von Oberkogl. 1719 geht er eine zweite Ehe mit der Bauerswitwe Barbara Wartner, geb. Kuhdorfer (auch Kiedorfer) von Weingarten ein.
Etwa 1727 zieht die Familie nach Münster. Nach dem Tod von seiner zweiten Ehefrau Barbara heiratet der Witwer 1730 die Bauerstochter Walburga Bayer vom Auhof.

Folgende Kinder sind von ihm bekannt:
- Simon (*12.04.1712 in Scheibelsgrub + 11.05.1727 in Münster)
- Maria (*14.02.1732 in Münster)
- Johann Kaspar (*10.02.1735 in Münster) Hoferbe
- Urban (*16.10.1736 in Münster)
- Maria (1738-1753 in Münster)
- Jakob (*17.04.1741 in Münster)
- Johann Michael (*04.01.1745 in Münster)
- Eva (*14.09.1746 in Münster)

 

Sohn Johann Kaspar übernimmt am 11.01.1751 den Anwesen von der Mutter und heiratet 1755 die Häuslerstochter Margaretha Mayer von Münster.1
Das Ehepaar hat neun Kinder:
- Anna Maria (1756-1827) heiratet 1804 den Ziegelmeister Michael Hartmannsgruber von Münster Nr. 44
- Maria Barbara (*1760)
- Maria Katharina (*1762)
- Johann Georg (1765-1828), Hoferbe
- Maria Barbara (1767-1841) heiratet 1788 den Schuster Michael Agsteiner von Münster Nr. 43
- Franziska (*1770)
- Maria Anna (*1773)
- Jakob (*1776) als Kind verstorben
- Eva (*1777)

 

Der einzige Sohn Johann Georg folgt 1793 als Hofnachfolger. Er vermählt sich mit der Schmiedstochter Maria Anna Haselbeck von Münster.
In der Ehe kommen zwölf Kinder zur Welt, von denen nur fünf das Kindsalter überleben:
- Maria Katharina Lucia (*1794)
- Joseph Martin (*1795)
- Johann Georg (1799-1847) heiratet 1829 die Witwe Walburga, des verstorbenen Häuslers Joseph Spießl von Münster Nr. 62
- Maria Anna (*1801)
- Josef (*1807), Hoferbe

 

Der jüngste Sohn Joseph übernimmt 1833 das Anwesen und geht eine Ehe mit Anna Maria Brandl von Fischerdorf ein.
Das Ehepaar hat insgesamt neun Kinder:
- Helena (1833-1839)
- Heinrich (*+1834) als Säugling gestorben
- Georg (1835-1839)
- Franziska (1837-1839)
Im Juni 1839 erlebt die Familie einen schweren Schicksalsschlag – alle ihre drei noch lebenden Kinder sterben im Alter zwischen 6 und 2 Jahren an Bräune (Diphterie).
Es kommen dann nochmals fünf Kinder zur Welt:
- Georg (*1840)
- Franz Xaver (*1842)
- Anna (1844-1872) stirbt unverheiratet an Lungenschwindsucht
- Anna Maria (*1846)
- Josef (*1850)

 

 

Scherzer Besitzer

 

Am 24.03.1869 veräußern sie das 10 Tagwerk große Gütl um 1.750 Gulden an Franz Kulzer und dessen Ehefrau Margaretha, geb. Hellibrand und ziehen von Münster weg.

 

Am 23.01.1896 kauf ein Georg Brunner das Anwesen mit 3,8 ha um 3.600 Mark von der Kulzer-Witwe.

Bereits zwei Monate später veräußert er das Haus mit nur noch 0,849 ha Grundbesitz an Peter Sieber von Münster.
Die Familie Sieber war vorher auf dem Anwesen Hs. Nr. 34 (Bergstr. 7) in Münster ansässig.

1902 übergibt Peter Sieber das Haus an seine Tochter Maria und deren Ehemann Ludwig Bauer.

 

Sieber Besitzer

 

Am 30.06.1909 tauschen Josef u. Maria Bauer das Haus gegen das Anwesen Nr. 103 1/3 in Straubing mit Künstler Stefan und Fanny.
Das Ehepaar Bauer zieht zusammen mit dem Vater Peter Sieber nach Straubing. Am 15.11.1911 siedelte die Familie weiter nach Sossau um.

 

Am 25.02.1909 erwirbt das Haus Josef Biederer um 1.500 Mark von dem Ehepaar Künstler.

Josef Biederer war mit der Gütlerstochter Theresia Geier von Münster verheiratet und hatte vorher in Münster Nr. 8 (Brunnenstr. 6) gewohnt.
Das Ehepaar hat elf Kinder, von denen fünf im Kindsalter sterben.
1900 hatte er sein Anwesen bereits an seinen Sohn Josef Biederer übergeben.

Kurz vor seinem Tod übergibt Joseph im April 1919 das Anwesen an seinen Sohn Martin Biederer, der die Bauerstochter Franziska Retzer von Bärnzell ehelicht.

 

neg stei 13 kopie 2aufgenommen 1956
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbidlverlag Bertram München

 

 

 

Biederer Besitzer

 

Tochter Franziska übernimmt das elterliche Anwesen und heiratet Hugo Weiß.

 

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aufgenommen 1956
Das alte Bauernhaus wurde aufgestockt und erweitert.
Bild: Familie Weiser, Münster

 

fo muen 414

aufgenommen 1990
Bild: Familie Weiser, Münster

 

  

1 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 II, fol.43   Übergabe fl 200 11.01.1755

 

Weitere Quellen:
Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung 248, Hofmark Münster 1752
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Münster von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster, Umschreibehefte Münster 17/22-5, 17/22-9, 17/22-14

 

Veröffentlicht: 03.06.2026

 

Das Stegbauer-Anwesen  Hs.Nr. 63

 

1583/1623: Die andere Bramsensölde – 1641: Vilsersölde – 1691/1699: Häusl -

1760: Pöck Häusl – 1808: Ränzinger Hof Hof Hs.Nr. 12 – ab 1838 Hs.Nr. 63

 

heute Hafnerstraße 5

 

von Claudia Heigl

 

Auch auf diesem Anwesen waren hier ursprünglich Hafner ansässig. Im Jahr 1583 besitzen die Erben des Wolfgang Brams sel. das Anwesen auf Freistift.
Sie entrichtet eine Gilt von 5 Schilling Regensburger Pfennig und zahlt . wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von  5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

 

Auch auf dem Nachbaranwesen (heute Hafnerstr. 6, Echinger) lebt eine Hafnersfamilie Brams.
Im Salbuch wird dieses Anwesen daher als „die andere Bramsensölde“ bezeichnet, während das Nachbaranwesen als „die eine Bramsensölde“ geführt wird.

 

uraufnahme kopie

Auf der Uraufnahme von 1827 hatte das Anwesen die Hs.Nr. 64
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

1623 ist ein Georg Huber als Hafner auf dem Haus ansässig.2 Das Häusl wird mit 5 Pfund Reg. Pfennige bewertet.3

 

1638 wohnen Markus Wörl und dessen Ehefrau Magdalena, geb. Foidl (ältere Schreibweise Foyerl) in dem Haus. Markus verdient seinen Lebensunterhalt als Schuster.

Er war zuvor in Wolferszell ansässig und wird ab 1638 urkundlich in Steinach erwähnt. Um 1638 hatte er Magdalena Foyerl, Tochter des Georg Foyerl von Mitterfels, geheiratet.4

Laut dem Heiratsvertrag, der erst 26 Jahre später beurkundet wird, bringt Markus zur Eheschließung einen eigenen Acker mit 85 Pfigang in Rothamer Feld gelegen und zwei Kühe mit in die Ehe ein. Davon bleiben dem Sohn Andreas aus erster Ehe noch 15 Gulden mütterliches Erbteil vorbehalten.
Magdalena bringt 30 Gulden Heiratsgut mit in die Ehe.

Im Giltregister aus dem Jahr 1641 wird das Anwesen als „Vilsersölde“ bezeichnet, auf der Marx (ältere Schreibweise von Markus) Wöhrl das Erbrecht besitzt.5

 

Woerl Besitzer

 

Am 3. April 1653 erwerben das Ehepaar den späteren „Grüneisl-Hof“ in Wolferszell Hs.Nr. 5 (heute zusammengelegt mit dem Nachbarhof Kreuzstr. 2, Amberger).6
Vier ihrer Kind sind bekannt
- Andreas heiratet am 22.11.1650 die Steinacher Bauerstochter Maria Magdalena Hitzinger und machte sich als Schuster in Steinach ansässig (Sohn aus erster Ehe).
- Michael (*25.08.1640)  übernimmt den elterlichen Hof
- Margaretha (*14.10.1643) heiratet am 16.08.1666 Wolfgang Schmidbauer einen Witwer und Weber von Agendorf Nr. 39
- Christoph (*12.1645) heiratet am 20.05.1669 die Bauerstochter Barbara Landstorfer. Er ist zunächst Weber in Wolferszell und macht sich dann in Aufroth ansässig.

 

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Das Stegbauer-Anwesen aufgenommen 1986
Bild: Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

Nachfolger auf dem Anwesen werden Johann Wiedenbeck und dessen Ehefrau Anna, geb. Hainzelsperger von Münster Hs.Nr. 14 (heute Chorherrenstr. 4).
Das Paar heiratet 1659 in Steinach; die Herkunft von Johann Wiedenbeck wird dabei nicht mit angegeben. Er übt auf dem Anwesen wieder das Hafnergewerbe aus.

Das Ehepaar hat zwei Töchter:
- Barbara (13.11.1663) heiratet 1689 in Steinach den Tagelöhnerssohn Michael Obermayer von Scheibelsgrub und wird mit ihrem Ehemann in Steinach ansässig.
- Eva (*09.12.1666) Hoferbin

 

1684 übernimmt die jüngere Tochter Eva das Anwesen. Sie heiratet den Tagelöhnerssohn Georg Wiesinger von Sattelpeilstein. Auch Georg übt das Hafnerhandwerk aus. Er gilt als Stammvater der Wiesinger-Hafner in Steinach, Ascha und Wetzelsberg.

 Das Ehepaar bekommt insgesamt neun Kinder:
- Kaspar (1684-1701)
- Georg Gregor (1686-1750) heiratet 1704 Katharina Stangl und 1705 Maria Margaretha Roßbauer. Er lässt sich als Hafner in Ascha nieder.
- Katharina (1689-1719) heiratet 1714 den Schneider und Mesner Mathias Kiefel in Gschwendt.
- Andreas (*1692)
- Andreas (*1695) heiratet 1713 in Ascha Barbara Lanzinger und 1729 Barbara Hausinger, auch er lässt sich als Hafner in Ascha nieder.
- Maria (*1698) heiratet 1723 den Häusler Johann Götz von Steinach
- Bartholomäus (1702-1705)
- Ignaz (1706-1780) Hoferbe
- Markus (*1706) heiratet 1727 in Steinach Eva Seehofer. Zwei Töchter kommen in Steinach zur Welt, dann zieht die Familie weg nach Wetzelsberg. Auch er übt das Hafnerhandwerk aus.

 

1728 übernimmt Ignaz Wiesinger das Hafneranwesen von seinen Eltern. Seine Ehefrau ist die Bauerstochter Walburga Haitzer von Ascha.
Das Ehepaar hat elf Kinder:
- Walburga (*1729) heiratet 1753 in Ascha den Schuster Wolfgang Haitzer
- Maria (1731) als Kind verstorben
- Sebastian (*1734) als Kind verstorben
- Barbara (*1735)
- Anna Maria (*1737)
- Mathias (*1740) als Kind verstorben
- Apollonia (1743-1807) heiratet 1768 den Maurer Simon Nickl von Steinach Nr. 4
- Joseph (*1743) als Kind verstorben
- Mathias (1745-1800) heiratet 1769 in Ascha die Hafnerswitwe Magdalena Seebauer, geb. Miller von Ascha Hs.Nr. 27 und wird dort Hafner
- Joseph (*1748) als Kind verstorben
- Maria Theresia (1752-1803), Hoferbin

 

Wiesinger Besitzer

 

Nachdem der einzig überlebende Sohn Mathias 1769 die Hafnerswitwe Magdalena Seebauer von Ascha heiratet und deren Hafnerwerkstätte übernimmt, fällt das Hafneranwesen in Steinach 1780 an die jüngste Tochter Maria Theresia.

 

Die 28-jährige heiratet den Hafnerssohn Johann Michael Ranzinger von Windorf, der die Hafnerei in Steinach weiterführt.

Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Theresia (*1776)
- Johann Nepomuk (*1782) als Kind verstorben.
- Ignaz (1783-1838), stirbt im Alter von 55 Jahren als lediger Hafnersgeselle in Steinach
- Johann Baptist (1783-ca. 1811) übernimmt 1802 die Hafnerei der Eltern
- Theresia (1787-1849)
- Anna Maria (*1793) erwirbt 1811 mit ihrem Ehemann die Hafnerei von der Schwägerin

 

1802 übernimmt Sohn Johann Baptist die elterliche Hafnerei in Steinach und heiratet die Bauerstochter Theresia Obermayr von Bühl bei Rattiszell.

 

Die Ehe bleibt kinderlos. Johann stirbt offenbar um 1811, denn im September 1811 erwirbt der Hafnerssohn Georg Fuchs von Steinach das Anwesen von dessen Witwe Theresia Ranzinger.
Im Oktober heiratet Georg deren Schwägerin Therese Ranzinger, eine Schwester des verstorbenen Johann Ranzinger.

Ihre verwitwete Schwägerin Theresia heiratet nicht erneut, bleibt in Steinach wohnen und stirbt 1841 im Alter von 61 Jahren.

 

Georg Fuchs ist der Sohn der Hafnerseheleute Vitus Fuchs und Anna Maria geb. Reisinger. Sein Vater Vitus arbeite vermutlich als Geselle bei einem Hafner, da er in Steinach nur als Einwohner geführt wird.

Georg und Theresia Fuchs bekommen insgesamt fünf Kinder:
- Barbara (1812-1859), stirbt mit 46 Jahren unverheiratet an Brustwassersucht. Sie hat einen unehelichen Sohn Ludwig (*1837)
- Theresia (*+1814)
- Anna Maria (*1815) als Kind verstorben
- Joseph (1818-1875) heiratet 1853 in Ascha die Hafnerswitwe Anna Eidenschink, geb. Schuhbauer und übernimmt die Hafnerwerkstätte seiner Ehefrau in Ascha Nr. 27
- Anna (1821-1893) Hoferbin

 

Auch in dieser Generation heiratet der einzige Sohn in eine Hafnerwerkstätte nach Ascha ein.

Die jüngste Tochter Anna übernimmt 1861 das Anwesen und heiratet den benachbarten Schusterssohn Johann Wallner von Steinach Nr. 64.
Das Ehepaar hat nur eine Tochter, die am 09.10.1863 geboren wird, jedoch bereits nach drei Wochen wieder stirbt.

Das Johann Wallner ebenfalls das Schusterhandwerk ausübt, endet mit dem letzten Hafner Georg Fuchs das alte Hafnergewerbe auf diesem Anwesen.

 

 

Ranzinger Besitzer

 

 

Nach dem Tod von Johann Wallner, verkauft die Witwe im Juni 1880 das Anwesen um 3678 Gulden an die Einwohnerstochter Maria Theresia Stegbauer von Niedersteinach.

1889 heiratet Theresia den verwitweten Franz Schießl von Niedersteinach, der von Kleinaign in Eschlkam abstammt. Aus der Ehe gehen keine Kinder hervor.

 

Im Oktober 1911 erbt der hinterbliebene Ehemann Alois Grüneisl, der ebenfalls bereits verstorbenen Nichte Maria Grüneisl, geb. Freundorfer, das Anwesen. Da die Familie Grüneisl in Wolferszell wohnt, veräußert er es noch am gleichen Tag an seinen Bruder Johann Baptist Grüneisl.

 

Besitzer Grneisl Stegbauer

 

 

Johann Grüneisl wohnte vorher mit seiner Ehefrau Therese, geb. Scherer, in dem Häusleranwesen Hs.Nr. 10 (heute Brunnenstr. 2) in Steinach. Seinen Unterhalt verdient er sich als Waldaufseher bei der Firma Schuhbaur und zudem war er 40 Jahre lang Totengräber in Steinach.

Das Ehepaar hat 13 Kinder, von denen sieben im Kindsalter versterben.
Von den sechs überlebenden Kindern lassen sich fünf in Frankfurt a. Main nieder.
- Johann Baptist (*1903)
- Maria (1904-1993), Hoferbin
- Joseph (*1905)
- Therese (*1906)
- Katharina (*1909)
- Alois (*1910)

 

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Therese Grüneisl mit drei ihrer Kinder und der Schwiegermutter Katharina Grüneisl, geb. Vogl.
aufgenommen ca. 1910
Bild: Josef Stegbauer, Steinach



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Das Grüneisl-Haus aufgenommen ca. 1910
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

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Therese Grüneisl, geb. Scherer und Johann Grüneisl
mit zwei ihrer Enkelkinder
aufgenommen ca. 1944
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

  Tochter Maria übernimmt schließlich das Anwesen in Steinach und heiratet 1937 den Bauernsohn Joseph Stegbauer von Maiszell.

 

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Joseph Stegbauer und Maria geb. Grüneisl an ihrem Hochzeitstag am 31.08.1937
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

 

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Das Stegbauer-Anwesen aufgenommen 1950
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

 

 

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Umbau 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Dias Pfarrer Ludwig Dotzler

 

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 II,  fol.234   Heiratsbrief vom 07.03.1663
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
6 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P55,  fol.89  Consens vom 03.06.1653

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10586, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1-65, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Stand: 07.02.2026

 

Das Listl-Anwesen  Hs.Nr. 38

 

1583/1623/1641: Steindlsölde – 1691: Hafnerhäusl - 1760: Haaberl Häusl –

1808: Holz Hof Hs.Nr. 3 – ab 1838 Hs.Nr. 38

 

heute Kirchweg 4

 

von Claudia Heigl

 

Bei diesem Anwesen im unteren Dorf handelte es sich um eine der fünf Hafnereien, die nach dem Dreißigjährigen Krieg verschwunden sind.

Im Jahr 1583 besitzt die Hafnerswitwe Margareth Scheibenkrug die „Steindlsölde“ auf Erbrecht.
Sie entrichtet eine Gilt von 1 Pfund 5 Schilling 15 Regensburger Pfennig und zahlt. wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

 

uraufnahme kopie

1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 38
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

1623 besitzt Georg Scheibenkrug die Steindlsölde auf Erbrecht.2 Das Häusl wird mit 7 Pfund Reg. Pfennige bewertet. Vermutlich ist er ein Sohn der vorgenannten Margaretha.
Den Hofbau, also die Felder, hat er aber an den Steinacher Müller Andreas Leimer verkauft, die mit 13 Pfund bewerten werden.3 1583 hatte die Mühle ein Blasius Scheibenkrug auf Freistift, also zur Pacht, besessen. Hier dürfte also eine verwandtschaftliche Verbindung bestanden haben.4

Da die Kirchenbücher von Steinach erst 1639 beginnen, sind von Georg Scheibenkruz keine Aufzeichnungen zur Familie vorhanden.
Er könnte jedoch zwei Töchter gehabt haben:
- Maria, vermutlich Hofnachfolgerin
- Eva Scheibenkrug heiratet am 31.01.1640 in Steinach Wolfgang Schöfthaler, Zimmermann in Münster. Bei der Hochzeit ist der Hafner Jakob Spießl von Steinach Trauzeuge.

 

 

Scheibenkrug Amerling

 

 

Jakob Spießl wird als nächster Hafner auf dem Anwesen gennant. Vermutlich ist er mit der Tochter von Georg Scheibenkrug verheiratet.Von ihm und seiner Ehefrau Maria ist ein Kind in Steinach getauft:
- Maria (*12.04.1640)

Einen Tag vor der Geburt seiner Tochter stirbt der Hafner Jakob Spießl an „Gries Stein“ und die Witwe Maria heiratet 1641 den ledigen Hafner Joachim Amerling aus der Stadt Eschenbach in der alten Pfalz.
Drei Kinder kommen in der Ehe zur Welt.
- Maria (1642-1644)
- Simon (1645-1649)
- Katharina (*01.09.1648) heiratet 1673 in Steinach den ledigen Richter Mathias Premer von Haunkenzell, später wird der Richter in Schönstein b. Stallwang

 

Joachim Amerling (auch Ämerling) ist eine geachtete Person in Steinach, der es zum Wohlstand bringt.
1654 hat er das ehrenvolle Amt eines Kirchenprobstes inne und 1659 betreibt er das Hofmarks-Wirtshaus in Steinach.
1674 stirbt der 60-jährige als Hofwirt. Auf das Wirtshaus kommt der Münsterer Kramer Georg Pämer.

 

 

 

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aufgenommen 1936
Der kleine Weiher rechts neben dem Haus wurde zugefüllt
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Auszug aus einerAnsichtskarte

 

 

 

 

 

Ab 1659 keine Hafnerei mehr

Auf der „Steindlsölde“ wird der Vorsteher des Schloßgutes Steinach, Georg Häberl, als Nachfolger genannt.

Georg und Maria Häberl haben sechs Kinder von denen vermutlich nur zwei das Erwachsenenalter erreichen:
- Eva (*13.05.1679
- Eva (*21.05.1676)
- Maria (*24.01.1678) heiratet 1705 den Häusler u. Tagelöhner Adam Holmer von Steinach Nr. 50
- Paul (*14.11.1680)
- Eva (*02.02.1684) Hofnachfolgerin
- Barbara 8*01.05.1688)

 

1708 heiratet die Tochter Eva den Bauerssohn Thomas Hien von Pellham.
Sechs Kinder kommen in der Ehe zur Welt.
- Maria Magdalena (1708-1764) heiratet 1734 den Tagelöhner Johann Michael Hitzinger von Steinach Nr. 33
- Johann (*1713) heiratet 1736 die Bauerstochter Elisabeth Kottbauer von Dunk. Er ist als Tagelöhner in Dunk und Aign in den Kirchenbüchern verzeichnet.
- Jakob (1716-1769), Hoferbe
- Walburga (*1719) als Kind verstorben
- Maria Anna (*1720) als Kind verstorben
- Maria (*1722) heiratet 1749 den Häusler Joseph Zollner von Steinach Nr. 34

 

Haeberl Hien Besitzer

 

Sohn Jakob Hien übernimmt das Anwesen. Er ist mit der Tagelöhnerstochter Katharina Holzer von Agendorf verheiratet.

Das Ehepaar hat eine Tochter, die in Agendorf geboren wird. Bei ihrer Taufe wird Jakob noch als Tagelöhner in Agendorf bezeichnet:
- Anna Maria (*1745), heiratet 1769 Mathias Luttner von Steinach Nr. 34

 

Das Anwesen wird wohl nach der Hochzeit der Tochter an Katharinas Bruder August Holzer verkauft.
August ist seit 1737 mit der Tagelöhnerstochter Magdalena Grimm verheiratet.
Das Ehepaar hat sechs Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Johann Michael (*1741) heiratet 1769 die Bauerstochter Anna Maria Thanner von Kapflhof und lässt sich als Häusler in Steinach Nr. 22 nieder.
- Maria (1744)
- Joseph (1745-1803), Hoferbe
- Johann Georg )*1752)
- Ursula (*1763)

 

Sohn Joseph übernimmt 1774 das Häusleranwesen und heiratet Magdalena Zink.
Magdalena ist die uneheliche Tochter des Steinacher Bauern Thomas Zink und Anna Maria Haas von Rattiszell.
Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen eine Tochter als Säugling stirbt:
- Joseph (*1775) heiratet 1820 die Häuslerswitwe Magdalena Soller von Münster Nr. 37
- Anna Maria (*1778), Hoferbin
- Katharina (1781-1852) heiratet den Weber Sebastian Echinger von Steinach Nr. 36
- Johann (*1784)

 

Hien Holzer Besitzer

 

Tochter Anna Maria übernimmt das Anwesen und ehelicht den Halbbauerssohn Georg Wartner von Rammersberg.
Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor, von denen jedoch nur zwei Töchter das Erwachsenenalter erreichen:
- Therese (1811-1872), Hoferbin
- Walburga (1816-1892) heiratet 1843 den Bauern Jakob Hien von Steinach Nr. 29

 

1842 übernimmt Tochter Therese mit ihrem Bräutigam Georg Wurst den Hof. Georg ist der uneheliche Sohn des Wagners Joseph Wurst von Steinach Nr. 44 und Häuslerstochter Anna Maria Luttner (1781-1862) von Steinach Nr. 34.

 

Wartner Wurts Besitzer

 

 

Ihr einziges Kind  Maria übernimmt 1868 das Häusleranwesen mit 4 Tagwerk Grundbesitz und ehelicht Josef Sieber von Steinach Nr. 26.
Aus der Ehe geht eine Tochter hervor:
- Maria (1880-1935) heiratet 1901 Joseph Nickl, Postschaffner in Steinach Nr. 51


Als die 36-jährige 1885 stirbt, heiratet der Witwer die Söldnerstochter Katharina Prommersberger von Gschwendt Nr. 1.
Es kommen nochmals zwei Mädchen zur Welt, von denen nur Tochter Franziska (*1895) überlebt.

 

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Das Sieber-Anwesen aufgenommen 1919
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

1919 übernimmt Franziska Sieber, Tochter aus der zweiten Ehe, das Anwesen und heiratet den Müllerssohn Joseph Hartberger von der Aichmühl.

Das Ehepaar bekommt vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter.
- Ludwig (*1917), vermisst im 2. Weltkrieg
- Josef (1920-1944), gefallen mit 24 Jahren
- Karl (1924-1943), gefallen mit 19 Jahren
- Karolina (1930-2022)

Die Familie trifft ein schweres Schicksal. Alle drei Söhne müssen im 2. Weltkrieg ihr Leben lassen.
Als Wachtmeister Gunkel mit der Todesnachricht des dritten Sohnes auf den Hof kommt, jagte ihn Joseph Hartberger mit der Mistgabel vom Hof.

 

Sieber Hartberger Besitzer

 

 

Tochter Karolina übernimmt 1954 den Hof und heiratet den Söldnerssohn Ferdinand Listl von Oberalteich.

 

neg stei 44 kopieaufgenommen 1960
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

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1974 wurde das Haus neu erbaut
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

neg stei 79 kopie

aufgenommen 1980
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

 

 

Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“

Weitere Quellen:

Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127), Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach 1843 - 1960, Sig.17/42-4, 17/42-7, 17/42-11
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach

Stand: 20.02.2026

 

Das Schmid-Anwesen  Hs.Nr. 39

 

1583/1623: Imhofersölde – 1641: Imhofer oder Knaur Sölde – 1691: Hafnersölde - 

1760: Hofman Häusl – 1808: Artmann Hof Hs.Nr. 31 – ab 1838 Hs.Nr. 39

 

heute August-Schmieder-Str. 24

 

von Claudia Heigl

 

Bei diesem Anwesen im oberen Dorf, in unmittelbarer Nähe zum Schloss, handelte es sich um eine der fünf Hafnereien, die nach dem Dreißigjährigen Krieg verschwunden sind.

 

uraufnahme

Das Anwesen erhielt 1838 die Hs.Nr. 39
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas, Uraufnahme aus dem Jahr 1827

 

Im Jahr 1583 besitzt der Hafner Sigmund Imhofer die „Imhofersölde“ auf Erbrecht.
Er entrichtet eine Gilt von 4 Schilling 12 Regensburger Pfennig 1 Heller und zahlt. wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  
Neben ihm gab es noch einen Hans Imhofer, der als Hafner auf dem „Weinspach-Anwesen“ Hs.Nr. 50 wohnte.

 

1623 besitzt der Weber Konrad Knauer die Imhofer-Sölde auf Erbrecht.2 Das Häusl wird mit 5 Pfund Reg. Pfennige bewertet.
Konrad ist der Schwiegersohn des Sigmund Imhofer und als Weber tätig.3

 

1641 ist mit Urban Haizmann wieder ein Hafner auf dem „Imbhofer oder Khnaur Sölde“.4
Von ihm und seiner Ehefrau Eva werden vier Kinder in Steinach zur Taufe getragen, von denen nur eines überlebt:
- Maria (*+1642)
- Maria (1643-1644)
- Vitus (*+1645)
- Georg (*02.07.1647 + 01.02.1687), stirbt als 40-jähriger Hafnermeister in Iggensbach

 

Haizmann Besitzer

 

Die Hafnersfamilie zieht von Steinach weg und lässt sich in Iggensbach wieder nieder.
Damit endet auch das Hafnergewerbe auf diesem Anwesen.

 

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Das Schmid-Anwesen
aufgenommen 2010
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: Luftbild-Service.com

 

 

Seit ca. 1648 in Familienbesitz

Nachfolger auf dem Anwesen ist der Leinweber Paul Leutner mit seiner Ehefrau Barbara.
Lt. Stiftregister vom Jahr 1691 zahlt er von der „Hafnersölde“ Abgaben.5

Bereits ab 1643 kommen von dem Ehepaar Kinder in Steinach zur Welt:
- Magdalena (* 25.01.1643)
- Markus (*22.03.1645) heiratet 1671 in Steinach Ursula Dichl von Erpfenzell und lässt sich als Weber in Falkenfels nieder.
- Magdalena (*21.12.1647)
- Johann (*26.11.1649)
- Margaretha (*04.07.1651)
- Leonhard (1654-1655)
- Leonhard (*1656) heiratet 1677 Katharina Straßer von Falkenfels und wird Weber in Erpfenzell
- Barbara (1660-1724) heiratet 1682 den Bauerssohn Andreas Hitzinger. Das Ehepaar bewirtschaftet ab 1681 die Sölde Nr. 9 in Steinach

 

1681 heiratet der Witwer, nach dem Tod der Ehefrau, die Bauerstochter Walburga Berger von Untermannbach. Walburga ist eine Schwester des Steinacher Kramer Kaspar Berger von Hs.Nr. 55.
Aus der Ehe geht nochmals eine Tochter hervor:
- Walburga (*1682) heiratet 1706 den Pfeiffer Stephan Echinger von Steinach Nr. 33

 

1693 stirbt der Weber Paul Leutner. Im Kirchenbuch wird sein Alter mit 91 Jahren vermerkt.
Die Witwe Barbara heiratet 1695 den Wirtssohn Georg Hofmann von Roding.

 

Nach dem Tod von Walburga und Georg Hofmann erbt das Anwesen Ursula Kirschner von Steinach Nr. 32, eine Tochter der Magdalena Kirschner, die eine Nichte der oben genannten Walburga Berger ist.

 

Ursula heiratet 1728 den Bauerssohn Johann Artmann von Dunk.
Sechs Kinder gehen aus der Ehe hervor, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Michael (*1729)
- Mathias (*1732)
- Joseph (*1736), Hoferbe
- Johann (*1741)

 

Leutner Artmann Besitzer

 

1759 übernimmt Joseph Artmann das Anwesen und ehelicht die Söldnerstochter Katharina Schirmbrand von Agendorf Nr. 39.
Das Ehepaar hat sieben Kinder:
- Johann (*1759)
- Anna Maria (*1761) bekommt 1791 von dem ledigen Söldnerssohn Joseph Steimer von Falkenfels eine uneheliche Tochter: Anna Maria. Das Mädchen heiratet 1821 den Häusler Andreas Berger von Steinach Nr. 23
- Maria Anna (*1764)
- Johann Georg (*1765)
- Johann Georg (*1767)
- Joseph (1770-1838), Hoferbe
- Johann (*1773)

 

Sohn Joseph übernimmt 1794 das Häusleranwesen und heiratet die Einwohnerstochter Anna Maria Roßhaupter von Kirchroth.
Fünf Kinder:
- Anna Maria 8*1794)
- Joseph (1796-1857), Hoferbe
- Johann Michael (*1799) als Kind verstorben
- Johann (*1802)
- Maria (*1807)

 

Nach dem Tod seiner Ehefrau geht Joseph 1824 nochmals eine Ehe mit der Schmiedstochter Katharina Dotzler von Dietsdorf ein.

 

Am 16.12.1824 übergibt Joseph das „Artmannhäusl“ an seinen gleichnamigen Sohn Joseph, der die Häuserstochter Anna Dorfner von Haibach zur Ehefrau nimmt.

 

Artmann Besitzer

 

Das Ehepaar hat nur eine Tochter – Katharina, die 1856 mit dem Bauerssohn Johann Schötz von Rogendorf den Bund fürs Leben eingeht.
Das Ehepaar bekommt fünf Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Johann Nepomuk (*1857)
- Joseph (*1861)
- Katharina (*1868), Hoferbin

 

haus 1911

1911 wurde der Stall gemauert und das Dach des Hauses etwas angehoben.
Quelle: StA Landshut, Baupläne Steinach Nr. 3750

 

 

1890 übernimmt Tochter Katharina den Besitz und heiratet den Bauerssohn Franz Xaver Miedaner von Wolferszell Nr. 21.

Das Ehepaar hat vier Kinder:
- Katharina (*1895)
- Xaver (*1897), fällt am 19.12.1916 im 1. Weltkrieg mit 19 Jahren
- Josef (*1900) heiratet 1930 Maria Sturm
- Sofie (*1902), Hoferbin

 

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Das Haus nach dem Umbau von 1911
aufgenommen 1962
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: Luftbildverlag Bertram, München

 

 

Schoetz Pongratz Besitzer

 

 

1940 übernimmt Tochter Sofie das Anwesen und ehelicht Wolfgang Pongratz von Grafenwiesen.
 

Durch Heirat hat sich der Familienname inzwischen auf Schmid geändert.

 

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Neubau des Hauses 1974
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: Luftbildverlag Bertram, München

 

neg stei 76 kopieaufgenommen 1980
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: Luftbildverlag Bertram, München

 

Auch wenn der Familienname immer wieder wechselte, so ist das Anwesen seit dem Dreißigjährigen Krieg im Familienbesitz.

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691

 

 

Weitere Quellen:
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127), Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach 1843 - 1960, Sig.17/42-4, 17/42-7, 17/42-11
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach

 

Stand: 20.02.2026

Das Bogenberger-Anwesen Hs.Nr. 48

1623: Die Neue Hafnersölde am Tonberg – 1691: Tonern Sölde – 1760: Thonberger Häusl

- 1808 Bachmayr Hof Hs.Nr. 27 – ab 1838: Hs.Nr. 48

 

Bärnzeller Str. 5 in Steinach

 

 

von Claudia Heigl

 

 

1623 wird dieses Haus als „Neue Sölde am Tonberg“ im Stiftregister verzeichnet. Hans Schwarz und seine Ehefrau Anna haben mit zwei ihrer Kindern, den Söhnen Georg und Hans, darauf das Leibrecht. Dafür müssen sie Abgaben in Höhe von 1 Pfund 3 Schilling 15 Regensburger Pfennige zahlen und jährich eine Henne abliefern. Dazu kommt noch der Tegelzins in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfg., wie bei allen Steinachern Hafnern üblich.1

Wie die umliegenden Häuser (Hs. Nr. 49 und Hs. Nr. 50) ist auch dieses Anwesen ab dem 30-jährigen Krieg verwaist. Im Stiftregister von 1641 wird es nicht mehr erwähnt.

 

uraufnahme kopie

1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 48
Quelle: Bay. Vermesungsverwaltung München, Bayernatlas, Uraufnahme 1827

 

 

Erst 1691 zahlt ein Stephan Niedermair für die „Tonern Sölde“ wieder Abgaben.2
Stephan dürfte bereits seit 1658 auf den Anwesen gewohnt haben, denn 1658 finden wir seine Heirat mit „Barbara Colherin“ von Steinach in den Kirchenbüchern.
Von dem Ehepaar sind fünf Kinder bekannt:
- Johann (*11.07.1659)
- Anna (*23.08.1660)
- Anna (*18.09.1661)
- Mathias (*11.02.1663)
- Johann (*14.02.1667)

 

Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratet er eine Katharina:
Von ihr ist nochmals ein Kind in den Kirchenbüchern eingetragen:
- Maria Franziska (*10.04.1676)

 

Niedermayr Besitzer

 

 

Ca. 1689 dürfte Andreas Bachmaier auf das Anwesen erworben haben.
Andreas stammt von Au bei Ascha und heiratet 1689 die Zimmermannstochter Maria Ortner (weitere Schreibweise Artmann) von Steinach.

 

Sohn Mathias übernimmt 1721 das Anwesen und nimmt die Nachbarstochter Maria Lankes von Steinach Nr. 49 zur Ehefrau.
Zwei Kinder sind bekannt:
- Sebastian (*1724)
- Ursula (1729-1811) heiratet 1762 den Witwer und Mesner Johann Georg Krieger vom Kapflberg.

 

Sohn Sebastian übernimmt 1746 den Besitz und geht eine Ehe mit der Tagelöhnerstochter Katharina Geiger von Agendorf ein. Auch er hat vermutlich als Zimmermann gearbeitet.

 

1780 übernimmt Sohn Jakob das Gütl und heiratet die Halbbauerstochter Anna Maria Zink von Steinach Nr. 8.

Das Ehepaar hat zwei Söhne:
- Lorenz (1780-1838) , Hoferbe
- Jakob (1787-1838) heiratet 1814 die Schusterstochter Anna Maria Fuchs von Steinach Nr. 68 und übernimmt mit ihr das Anwesen der Schwiegereltern

 

Der älteste Sohn Lorenz übernimmt 1800 das Anwesen und heiratet die Metzgerstochter Magdalena Luger von Haarbach. Die Ehe bleibt kinderlos.

1842 übernimmt Anna Maria Bachmaier, eine Tochter von Lorenz Bruder das Anwesen zusammen mit ihrem Bräutigam Martin Zäch (Zach) von Münster Nr. 32.

Das Ehepaar hat vier Kinder, von denen drei bereits im Säuglingsalter sterben.
Nur Tochter Kreszenz (*1853) überlebt.

 

Bachmaier Besitzer

 

 

 

fo stei 1093 kopieaufgenommen 1930
Bild: Familie Zollner, Steinach

 

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Das Bogenberger-Anwesen aufgenommen 1973
Bild: Archiv f.Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram München

 

 

 

Am 12.07.1867 verkaufen Martin und Anna Maria das Gütl an Jakob Schreiner und dessen Braut Therese Frankl.

 

Das Ehepaar hat eine voreheliche geborene Tochter namens Therese, die 1889 den Bauerssohn Johann Bogenberger vom Thanhof heiratet.

Johann hat mit der Müllerstochter Franziska Lehner (später verh. Brandstetter) von Gschwendt eine uneheliche Tochter Franziska (*1886), Sie wird Klosterschwester (Schwester Jolanda) der Engl. Fräulein in Burghausen
In der Ehe kommen vier Kinder zur Welt:
- Kreszenz (1889-1971), unverheiratet
- Anna (*+1895)
- Xaver (*1897)
- Johann (1900-1994)

 

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Johann und Therese Bogenberger

 

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Therese Bogenberger, geb. Schreiner

 

 

 

Schreiner Bogenberger Besitzer

 

1927 übernimmt Sohn Johann den Hof und ehelicht die Müllerstochter Rosa Kinzkofer von Gschwendt.
Sieben Kinder werden in der Ehe geboren, von denen eine Tochter im Säuglingsalter stirbt.

 

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Rosa und Johann Bogenberger

 

 

 

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Das Bogenberger-Anwesen aufgenommen 1983
Bild: Archiv f.Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram München

 

Das alte Haus ist inzwischen abgerissen.

 

 

1 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691

Weitere Quellen:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Pfarrei Steinach

Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster Steinach Umschreibehefte 1843-1960, Sig. 17-42/4, 17-42/7, 17-42/11

 

Stand: 24.02.2026

Das Beck-Anwesen  Hs.Nr. 7

 

1583/1623: Sölde am Bach neben der Mühle – 1699: Häusl - 

1760: Küster Häusl – 1808: Gruber Hof Hs.Nr. 39 – ab 1838 Hs.Nr. 7

 

heute Brunnenweg 6

 

von Claudia Heigl

 

 

 

Auch bei diesem Anwesen war vor dem Dreißigjährigen Krieg ein Hafner ansässig.

 

uraufnahme kopie
Das Anwesen erhielt 1838 die Hs.Nr. 7
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas, Uraufnahme aus dem Jahr 1827

 

Im Jahr 1583 zahlt der Hafner Erasmus Stromair Abgaben für die „Sölde am Bach neben der Mühle“.
Er entrichtet eine Gilt von 2 Schilling Pfennig und zahlt - wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

In unmittelbarer Nähe lag auch der Ziegelstadel der Hofmarksherrschaft. Vermutlich war Stromair auch für das Brennen der Ziegel zuständig.

 

1623 wird im Stiftregister ein Augustin Wastl als Besitzer genannt. Das Leibrecht läuft aber noch auf Katharina Strohmair, der hinterbliebenen Tochter des Hafners Erasmus Strohmair.2 Das Häusl wird mit 2 Pfund Reg. Pfennige bewertet.3

Vermutlich hat Augustin Wastl die Hafnerei schon nicht mehr betrieben haben, denn er zahlt  kein Tegelgeld mehr, wie es bei den anderen Steinacher Hafner üblich war.

 

Nachfolger auf dem Anwesen wird ein Michael Pidnstorffer, der ebenfalls das Leibrecht auf der Sölde hat.4

 

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Das Anwesen aufgenommen 1927
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Nachlass Niggl

 

Im Steuerregister von 1641 wird die Sölde nicht mehr aufgeführt. Ggf. waren die Besitzer im Dreißigjährigen Krieg umgekommen oder geflohen. Das Haus dürfte nicht mehr bewohnt gewesen sein.
Aus die in unmittelbarer Nähe gelegene Mühle ist im 30-jährigen Krieg zerstört worden.5

 

Der erste gesicherte Besitzer ist erst wieder ab 1728  Mathias Schuheder (weitere Schreibweise auch Schorneder).
Von ihm und seiner Ehefrau Magdalena kommen in Steinach vier Kinder zur Welt:
- Walburga (*1728)
- Ursula (*1730), Hoferbin
- Johann (*1735) als Kind verstorben
- Georg (*1739) heiratet 1767 die Tagelöhnerstochter Magdalena Kiefl von Agendorf. Er ist als Zimmermann in Agendorf und auf der Bruckmühle tätig.

 

 

1753 übernimmt Tochter Ursula den Hof und heiratet den Maurer Wolfgang Freimuth von Stallwang.
Zwei Kinder werden in der Ehe geboren:
- Johann (*1762)
- Anna Maria (*1764)

 

In dem Hofanlagsbuch von 1760 wird das Anwesen als „Kuester Häusl“ bezeichnet.

Zehn Monate nach der Geburt des zweiten Kindes stirbt der 34-jährige und die Witwe nimmt 1765 den Tagelöhnerssohn Joseph Zwingeisen von Steinach zum zweiten Ehemann.
In der Ehe werden keine Kinder mehr geboren.

 

Schuheder Zwingeisen Besitzer

 

 

Als nächste Besitzer sind Joseph und Gertraud Gruber bekannt. Wann genau das Ehepaar das Anwesen in Steinach erwirbt ist unbekannt.
Joseph stammt von Edenstetten und wird bei seiner Hochzeit 1766 als Schmidsknecht in Kößnach bezeichnet. Gertraud ist die Tochter der Bauerseheleute Martin und Magdalena Geier von Kößnach. In Steinach ist sie als Hebamme tätig.

 

Gruber Besitzer

 

1788 heiratet ihr Sohn Joseph Gruber die Häuslerstochter Anna Maria Eberl von Steinach.
Von ihren fünf Kindern erreicht keines das Erwachsenenalter.

 

Am 18.02.1810 übernimmt Wolfgang Gruber das Anwesen von seinem „Vater“ Joseph Gruber.
Wolfgang dürfte von Joseph und Anna Maria als Pflegekind angenommen worden sein.

Er wurde 1778 in Steinach als uneheliches Kind des Tagelöhnerssohnes Georg Gruber von Niedersteinach und der ledigen Tagelöhnerstochter Katharina Hitzinger von Steinach geboren.

 

Seine Ehefrau wird die Tagelöhnerstochter Walburga Freundorfer von Auhof bei Mitterfels.
Das Ehepaar bekommt drei Mädchen:
- Katharina (*1811)
- Anna Maria (*1812), 1849 Köchin in Wien
- Walburga (*+1818) als Kind verstorben

 

1841 übergibt Wolfgang Gruber das Anwesen an seine Tochter Katharina und ihren Ehemann Joseph Kaufmann, der als gutsherrlicher Gerichtsdiener arbeitet.

Vier Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Wolfgang (*1842)
- Rupert (*1843)
- Rupert Wolfgang (*1844)
- Alois (*1847)

 

Gruber Kaufmann Besitzer

 

 

1847 stirbt Katharina Gruber mit knapp 36 Jahren, vermutlich an den Folgen der vierten Geburt.
Ein Jahr später heiratet der Witwer eine Anna Maria Sauer. Ihre Herkunft ist nicht im Heiratsbuch eingetragen.
Eine Tochter kommt 1849 zur Welt, die auf den Namen Anna Maria getauft wird.

 

Mit Gesetz von 4. Juni 1848 wurden die Patrimonialgerichte in Bayern aufgelöst. Das bedeutete für Joseph Kaufmann, dass sein Einkommen als Gerichtsdiener wegfiel.
Die Aufgaben des ehemals adligen Gerichts von Steinach übernahmen nun das staatliche Landgericht in Straubing.

Dies dürfte auch der Grund gewesen sein, warum Joseph Kaufmann das Anwesen am 08.08.1849 an Sebastian Bachmaier verkaufte.

 

Sebastian war der Sohn der Söldnerseheleute Sebastian und Anna Maria Bachmaier von Steinach Nr. 18. Noch im gleichen Monat heiratet er die Bauerstochter Therese Lankes von Steinach Nr. 13.

Das Ehepaar hat neun Kinder, von denen das erstgeborene Zwillingspaar kurz nach der Geburt stirbt:
- Franz Xaver (*1851)
- Therese (*1853)
- Anna Maria (*1854)
- Joseph (*1856)
- Helena (*1858), Hofnachfolgerin
- Rupert (*1860)
- Katharina (*1869)

 

1881 kauft die Tochter Helena und ihr Bräutigam Georg Beck von Oberzeitldorn von Helenas Vater Sebastian Beck das Anwesen mit 3,83 ha Grundbesitz um 3.780 Mark

Zwei Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Joseph (*1888), Hoferbe
- Anna (*1889) verh. Schmidbauer, Frankfurt

1912 wird der 54-jährige Georg Beck bei Waldarbeiten in der Nähe von Bärnzell von einem fallenden Baum tödlich getroffen.

 

Sohn Joseph übernimmt 1919 das Anwesen und ehelicht die Wirtstochter Berta Lutz. Bertas Eltern waren vorher Wirtspächter in Gschwendt, Wörth, Falkenfels und erwarben 1920 das Gasthaus Krone in Steinach.

Drei Kinder werden in der Ehe geboren:
- Joseph (*1920)
- Berta (*1921)
- Helena (*1922)

 

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Hochzeit am 07.05.1919
Josef Beck und Berta Lutz
Bild: Familie Neumann, Steinach

 

 

Bachmaier Beck Besitzer

 

Nach dem Tod der 40-jährigen heiratet der Witwer die Bauerstochter Anna Haslbeck von Unterharthof Nr. 28.

In der Ehe kommen nochmals drei Kinder zur Welt - Anna, Rosa, Johann

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Anna Beck, geb. Haslbeck
Bild: Familie Neumann, Steinach

 

fo stei 405 kopieDas Beck-Anwesen
aufgenommen ca. 1940
Bild: Familie Neumann, Steinach

 

 

fo stei 575 kopieaufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

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 Das als Haus ist inzwischen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Bild: Familie Ameismeier, Steinach

 

 

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10582, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 55, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10586, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1-65, 1906 – 1960

 

 

Veröffentlicht: 23.02.2026

Kramer-Popp Hs.Nr. 10 ½

 

heute Chamer Str. 7

 

von Claudia Heigl

 

 

Auf Haus Nr. 10 ½ finden wir ab ca.1909 ebenfalls den Namen Popp.

 

fo wolf 101 kopieKramerei Popp
aufgenommen ca. 1940
Bild: Familie Schmid, Wolfsberg

 

 

Der Erbauer des Hauses ist Joseph Popp. Er ist der Sohn von Joseph Popp und dessen Ehefrau Margaretha, geb. Nißl.

Seine Eltern wohnten auf dem Söldenanwesen Hs.Nr. 13 (heute Bauer) in Wolferszell. 1890 tauschten sie das Anwesen und zogen nach Au Hs.Nr. 30. Schließlich mussten sie auch dieses verkaufen und Joseph Popp verdiente seinen Lebensunterhalt als Hausierer und wohnte mit seiner Familie in Pellham. Am 09.07.1898 ertrank er im Alter von 41 Jahren.

 

1909 heiratet Joseph jun. die Gütlerstochter Maria Muhr von Kronwitt.

Er kauft ein kleines Grundstück von seiner verwitweten Tante Helena Popp (Hs.Nr. 10, Chamer Str. 9) und baut darauf ein Haus in der er eine Kramerei betreibt.

 

Da nun drei Popp nebeneinander wohnen (Schmied-Popp und Straß-Popp), erhält das Haus den Hausnamen „Kramer-Popp

 

drei popp haeuserDas Grundstück gehörte früher zum "Strass-Popp"
aufgenommen ca. 1956

 

1926 stirbt seine Frau im Alter von 43 Jahren und hinterlässt sieben Kinder zwischen 17 und fünf Jahren - Joseph, Maria, Theresia, Franziska, Rosa, Karolina und Alois.

 

Der Witwer heiratete neun Monate später die 26-jährige Söldnerstochter Maria Schollerer von Dunk. In dieser Ehe kommen nochmals sieben Kinder zur Welt – Ludwig, Johann, Margaretha, Elisabeth, Berta, Hedwig und Max.

 

Popp Kramer Besitzer

 

Nach dem Tod des Ehemannes betreibt Maria Popp bis zu ihrem Lebensende den Kramerladen weiter.

 

Der jüngste Sohn Max Popp erbt das Haus, der es später verkauft.

 

Das Haus wurde inzwischen neu erbaut.

 

 

 

Das Schmidbauer-Anwesen  Hs.Nr. 62

 

1583/1623/1641/1691: Die Bramsensölde – 1760: Prandtner Häusl – 1808: Spießl Hof Hof Hs.Nr. 11 – ab 1838 Hs.Nr. 62

 

heute Hafnerstraße 4

 

von Claudia Heigl

 

 Auch auf diesem Anwesen waren Hafner ansässig. Im Jahr 1583 besitzt Sibille Brams, die Witwe des Paul Brams das Lehen auf dem Anwesen. Sie entrichtet eine Gilt von 4 Schilling 20 Regensburger Pfennig und zahlt . wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von  5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

 

Auch auf dem Nachbaranwesen (heute Hafnerstr. 5, Stegbauer) lebt ein Hafner namens Brams.
Im Salbuch wird dieses Anwesen daher als „die eine Bramsensölde“ bezeichnet, während das Nachbaranwesen als „die andere Bramsensölde“ geführt wird.

 

uraufnahme kopie

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Das Anwesen hatte auf dieser Karte die Hr. Nr. 62
Quelle: Bay. Vermessungverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Hafnersfamilie Schuhbauer

Nachfolger ist Wolf Schuhbauer, der 1623 gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna nur noch das Leibrecht auf der „Bramsensölde“ besitzt.2 Das Häusl wird mit 5 Pfund Reg. Pfennige bewertet.3

 

1641 besitzt ein Georg Schuhbauer, die Sölde bereits auf Erbrecht. D.h. er kann das Anwesen auf seine Erben weitergeben.4

Die Familie Schuhbauer zählt zu den alten Hafnerfamilie, deren Nachkommen bis ins 20. Jahrhundert in Wolferszell ansässig sind.

Von Georg und seiner Ehefrau Maria sind sechs Kinder bekannt, von denen alle drei Söhne ebenfalls das Hafnerhandwerk erlernen:
- Jakob (+ 02.10.1640)
- Johann (*20.07.1642), Hofnachfolger
- Sebastian (*16.01.1645), wird Hafner in Wolferszell Nr. 16 (Mühlenweg 15)
- Die Zwillingsmädchen Anna und Maria (+20.09. und 21.09.1656)
- Georg (*23.04.1650), wird Hafner in Wolferszell Nr. 8 (Kreuzstr. 1)

 

 

Schuhbauer Besitzer

 

 

Am 22.04.1663 erwerben Georg und Maria ein Hafner-Anwesen in Wolferszell (Hs.Nr. 8, heute Kreuzstr. 1) und ziehen mit ihren zwei jüngeren Söhnen dorthin.5
Das Anwesen in Steinach übernimmt der älteste Sohn Johann, der ebenfalls als Hafner tätig ist.

 

Einen Monat später heiratet er die Bauerstochter Maria Rothamer von Rotham.
Aus der Ehe sind keine Kindstaufen im Kirchenbuch verzeichnet. 1668 veräußert das Ehepaar die Hafnersölde in Steinach und erwirbt in Gschwendt ein Anwesen (Hs.Nr. 5, Kinsachstr. 5)

 

Hafnersfamilie Grüneisl

Neuer Besitzer wird 1668 Georg Grüneisl von Wolferszell. Er ist der Enkel des Schmieds Michael Grüneisl (weitere Schreibweise Grieneisen, Grüneisen). Sein Vater Kaspar wird als Tagelöhner in Wolferszell genannt, seine Onkel sind die Schmiede Sebastian Grüneisl von Steinach und Anton Grüneisl von Münster.

Georg gilt als Urvater aller Grüneisl-Hafner.

1669 heiratet er die Tagelöhnerstochter Apollonia Wiesinger von Dinzling bei Traitsching.
Ihr Bruder Georg Wiesinger wird 1680 ebenfalls Hafner in Steinach (Hs.Nr. 63, heute Hafnerstr. 5, Stegbauer) und Stammvater aller Wiesinger-Hafner.

 

Georg und Apollonia Grüneisl bekommen insgesamt elf Kinder, von denen sechs im Kindsalter sterben:
- Simon (*06.11.1669), wird Hafner in Wolferszell Nr. 5 (Grüneislhof, heute nicht mehr vorhanden)
- Matthias (*29.01.1671 + 01.05.1674)
- Anna (*01.04.1673 + 06.11.1673)
- Elisabeth (*15.08.1676) heiratet 1701 den Schneider Georg Echinger von Steinach Nr. 66
- Nikolaus Anton (*12.12.1677 + 02.09.1678)
- Ursula (*12.09.1679 + 16.06.1685)
- Georg (*23.03.1681), Hofnachfolger
- Veronika (*25.08.1682 + 19.04.1684)
- Balthasar (*02.01.1684)
- Mathias *19.07.1686 + 20.07.1686)
- Magdalena (*11.07.1688) heiratet 1712 den Hafner Georg Klein von Steinach Nr. 65

 

Am 19.03.1690 stellt Georg seinen 9jährigen Sohn Georg jun. auf der Zunftversammlung der Straubinger Hafner als Lehrjungen vor.6

 

1704 übernimmt Sohn Georg jun. das Hafneranwesen von seinen Eltern. Seine Ehefrau ist die Söldnerstochter Walburga Färber von Wolferszell Nr. 22

Drei Kinder kommen in Steinach zur Welt:
- Barbara (*05.11.1704)
- Georg Dionysius (*09.10.1706)
- Maria Katharina (*26.10.1707)

 

1710 zieht die Familie nach Stallwang und übernimmt die dortige Hafnerei des Sebastian Härtl.7

 

Grueneisl Besitzer

 

 

 

Weitere Besitzer

Nächster Hafner auf dem Anwesen ist Joseph Lankes, Zimmermannssohn aus Steinach. Er ist mit der Metzgerstochter Maria Hartberger von Furth verheiratet.
Das Ehepaar hat fünf Kinder:
- Maria Ursula (*1716) heiratet 1742 den Bauern Johann Jakob Reichersdorfer von Steinach Nr. 17
- Franz Simon (*1719) als Kind verstorben
- Maria Anna (*1720) als Kind verstorben
- Franz Joseph (*1722) wird 1755 Bauer in Steinach Nr. 13
- Franz Anton (*1728)

 

Nach dem Tod seiner 62-jährigen Ehefrau heiratet Joseph Lankes die 43-jährige Martha Weidinger von Markl a. Inn.
Nach seinem Tod geht die Witwe 1754 eine Ehe mit dem Hafner Simon Miller von Gschwendt Nr. 5  ein.

Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratet er zunächst Barbara Rösl von Neuhaus bei Schorndorf und nach deren Tod in dritter Ehe die Söldnerstochter Anna Schuh von Obermotzing.

 

1785 stirbt der 68-jährige Hafner und die 43-jährige Witwe nimmt den 20 Jahre jüngeren Kaspar Spießl aus Oberniedersteinach, der ebenfalls das Hafnerhandwerk ausübt.

 

1786 wird noch eine Tochter namens Katharina geboren. Erst im Alter von 40 Jahren heiratet sie 1826 den Tagelöhnerssohn Simon Gierl aus Cham, der ebenfalls als Hafner tätig ist.

Aus dieser Ehe geht 1827 nochmals eine Tochter hervor, die ebenfalls den Namen Katharina erhält.

 

1859 übernehmen Katharina Gierl und ihr zukünftiger Ehemann Joseph Sachs das Anwesen und verkaufen es noch am selben Tag an Wolfgang Laschinger.
Eine Eheschließung zwischen Katharina und Joseph Sachs ist in Steinach nicht verzeichnet, ihr weiterer Lebensweg bleibt unbekannt.

 

Damit Endet die jahrhundertalte Hafnertradition auf dem Anwesen.

 

Lankes Besitzer

 

 

 

Ab 1859 eine Kramerei

Wolfgang Laschinger ist der uneheliche Sohn des Häuslersohnes Johann Laschinger aus Mühlbogen und der Häuslerstochter Anna Maria Ammermayer von Obersunzing.
Er ist mit einer Anna, geborene Wolf verheiratet. Der frühere Wohnort des Ehepaares ist unbekannt. Wolfgang und Anna Laschinger richten in dem Haus neben der Kirche eine Kramerei ein.

 

Laschinger Besitzer


1862 bekommt die Wagnerstochter Kreszenz Reichinger von Wiesenfelden eine uneheliche Tochter von ihm.
1863 wird das Anwesen versteigert. Den Zuschlag erhält Jakob Erlacher mit einem Gebot von 4.900 Mark. Wolfgang und Anna Laschinger bleiben offenbar in Steinach, denn 1877 erwerben sie das Häusleranwesen Hs.-Nr. 34 (Gendarmhaus, heute August-Schmieder-Straße 19).

 

1868 wird das Anwesen erneut versteigert. Meistbietende ist Walburga Schellerer aus Straubing, Ehefrau des Zimmermanns Leonhard Schellerer. Auch sie betreibt in dem Haus einen Kramerladen.

 

1873 übernimmt Tochter Barbara das Anwesen und heiratet den Söldnerssohn Johann Bachl aus Steinach Nr. 8 (heute Brunnenweg 7).

 Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Johann (*1874)
- Joseph (*1875)
- Ludwig (*+1877)
- Kreszenz (1883-1916), Hoferbin
- Barbara (1886-1971) heiratet 1911 den Söldner Johann Amberger in Oberniedersteinach Nr. 10a

 

plan 1913

1913 wird das Haus umgebaut. Ein Laden mit eigenem Eingang entsteht, zudem wird das Dach angehoben.
Quelle: StA Landshut, Rep. 162.17 Sch. 33 Nr. 3733

 

fo stei 17

Das Haus mit Laden aufgenommen 1928
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Familie Hilmer

 

 

1914 übernimmt Tochter Kreszenz das Anwesen und die Kramerei. Sie heiratet den Bauerssohn Max Schmidbauer aus Utzmannsdorf.

Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor, von denen eine im Säuglingsalter stirbt:
- Barbara (1915-1981), bleibt unverheiratet
- Kreszenz (*30.03.1916 +25.05.1916)

 

Die Mutter stirbt einen Tag nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Drei Jahre später heiratet der Witwer Franziska Rohrmüller aus Steinach Nr. 10 (Brunnenweg 3).

 Aus dieser Ehe stammen drei weitere Kinder:
- Franziska (1921-2000)
- Max Hermann (1923-1944), im 2. Weltkrieg gefallen
- Michael (1924-1981), Hoferbe

 

 

 

Schellerer Schmidbauer Besitzer

 

 

fo stei 807 ausschnittaufgenommen 1960
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Familie Röckl

 

Die Familie ist heute noch auf dem Anwesen.

 

 

fo stei 1405 ausschnitt

 aufgenommen 2020
Bild: Claudia Heigl

 

 

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 III,  fol.451‘   Legitimation zu einer Erbschaft vom 09.11.1664
5 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 II,  fol.276‘   Kauf pr. 68 fl vom  22.04.1663
6 Stadtarchiv Straubing, Rep. II, Abt. 1dd1, Nr. 15, Protokollbuch der Hafner

7 Menacher Erich jun., Stallwang - Geschichte und Geschichten einer Bayerwaldpfarrei, 2020, S. 287

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Veröffentlicht: 01.02.2026