Münster hatte einst zwei Schulen

 

 von Hans Agsteiner

 

 

 

Eine zeitgemäße Schulgeschichte der Gemeinde Steinach muss mit einer Korrektur beginnen. Von dem berühmten Kulturhistoriker und Heimatforscher Schlossbenefiziat Josef Schlicht stammt die Behauptung in seiner 1908 erschienen „Geschichte von Steinach“, dass die Steinacher Kinder die Schule des im 8. Jahrhundert gegründeten Klosters Münster besucht hätten. Er führt dazu aber keine Beweise an. Zahlreiche spätere Autoren haben in der Folgezeit diese Aussage von Josef Schlicht übernommen. Die Existenz dieses angeblich von Herzog Tassilo III. oder seinem Vater Odilo gegründeten Benediktinerklosters entsprach der damaligen Geschichtsauffassung wird aber von den modernen Wissenschaftlern heute mangels urkundlicher Nachweise und trotz zahlreicher Indizien als legendenhaft eingestuft.

 

Die vornehme Schule des Chorherrenstifts

Tausende von Urkunden gibt es aber von dem Chorherrenstift St. Tiburtius zu Pfaffmünster, das um 1100 in Münster gegründet wurde und bis zur Stiftsverlegung im Rahmen der Gegenreformation nach Straubing im Jahr 1581 in dem schmucken Vorwalddorf beheimatet war. Dieses Chorherrenstift besaß eine Stiftsschule, das war ein kleines Gymnasium, in welchem die Zöglinge und späteren Chorherren ihr Rüßtzeug für ihre geistliche Laufbahn erhielten, das aber auch den Zugang zum Studium an einer Universität gewährte. Leiter dieser Stiftsschule war einer der vornehmen, oft adeligen Chorherren, der den Titel „Scholaster“ trug. 1381 wird ein Scholaster Heinrich genannt, der einen Zehent in Kölnbach besitzt.

 

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 Die Stiftsschule befand sich wohl im sog. Propsthaus, heute Pfarrhof

 

Nach Pater Dr. Norbert Backmund verlief der Eintritt in ein Chorherrenstift folgendermaßen:

Die Eltern übergaben sieben- bis achtjährige Knaben der Stiftsschule. Mit etwa 14 Jahren wurden diese als Domizilare aufgeschworen. Bedingung war dabei adelige, auf jeden Fall aber eheliche und freie Abstammung und der Empfang der Tonsur. Die Eltern mussten Eintrittsgebühren bezahlen. Die jungen Domizilare mußten bereits dem Chorgebet beiwohnen, hatten freie Kost und Logie vom Stift, aber noch keine Bezüge. Seit dem 15. Jahrhundert schickte man zumindest einen Teil von ihnen auf die Universität. Mit 25 Jahren, in Pfaffmünster mit 26 Jahren, konnten sie in das Stiftskapitel mit Bezügen aufgenommen werden“.

Dieses kleine Gymnasium, in welchem Latein, Theologie und andere Wissenschaften gelehrt wurden, war nur den höheren Ständen, insbesondere dem Adel, vorbehalten. Eine Chorherrenstelle war für die nachgeborenen Söhne des Adels eine begehrte Versorgungsangelegenheit.

 

Der Mesner als Schullehrer

Neben dieser vornehmen Stiftsschule betrieb offensichtlich das Chorherrenstifts für das gewöhnliche Bauern- und Handwerkervolk eine Volksschule , die vom Mesner in seinem hölzernen strohgedeckten Wohnhaus betreut wurde. Diese armselige Volksschule tritt urkundlich im Rahmen der Stiftsverlegung nach Straubing im Jahre 1581 in Erscheinung. Das nun in Straubing beheimatete Stift St. Jakob und St. Tiburtius wurde angewiesen in Münster einen Mesner zu besolden, „der dem Pfarrer in der Kürchen ministrieren und respondieren, auch die Jugend mit Lesen und Schreiben, auch Catechizieren unterweisen könne“. Man kann sich vorstellen, dass die Qualität dieses Mesner-Unterrichts bescheiden war. Doch waren die Schüler als spätere Erwachsene einigermaßen fit in Lesen, Schreiben sowie Rechnen im Gegensatz zu ihren Vorfahren im frühen und hohen Mittelalter. Nur vereinzelt trifft man noch in Urkunden als Unterschrift von Leseunkundigen drei Kreuzchen an.

Das Chorherrenstift errichtete auf Pfarrgrund ein sog. Schul- und Mesnerhaus. In diesem älteren Schulhaus wurde 1779 der Lehrersohn Johann Baptist Schiedermayr geboren, der als Komponist, vor allem von Kirchenmusik, in die Musikgeschichte eingegangen ist.

 

Einführung der Schulpflicht

Eine Schulpflicht bestand damals noch nicht. Dem Aufsatz im Gemeindeboten „Die Dorfschule in Münster“ - unter der Rubrik „Wie es früher einmal war“ von Lydia Ebenbeck kann auszugsweise Folgendes entnommen werden:

„1740 erging in Bayern eine erste Schulordnung. Mit Verordnung vom 5. Januar 1771 wurde in Bayern erstmals von einer Schulpflicht gesprochen, allerdings hatte hier die Kirche die Aufsicht, nicht der Staat. Am 23. Dezember 1802 wurde unter der Regierung des bildungsfreudigen Kurfürsten Maximilian Joseph (1756 bis 1826) in ganz Bayern die allgemeine Schulpflicht eingeführt....Die Trägerschaft des gesamten Schulwesens sollte damit in staatlicher bzw. öffentlicher Hand liegen, ebenso die Ernennung der Lehrer.“

 

Ein neues Schulhaus war dringend nötig

In seiner Ortschronik berichtet der damalige Pfarrer Peter Knott zum Jahr 1800 folgendes:

„In der ganzen Pfarrei befand sich nur eine Schule, nämlich in Münster. Die Schule wurde auch von den Kindern aus Hundsschweif, Fischerdorf, Bürstenberg und Eymühl besucht. Die Schülerzahl mag an die vierzig betragen haben. Das hölzerne Schulhaus baute und erhielt das Stiftskapitel in Straubing. Dies stellte auch den Schullehrer auf. Die Schule war damals in der ganzen Gegend ausgezeichnet durch Betrieb und Unterstützung des genannten Stiftskapitels. Der Schulfonds warf  in Geld angeschlagen über 300 Gulden ab und bestand

a) in Gründen, als drei Äcker, die jährlich gegen 9 -10 Schäffl gutes Getreid lieferten,

b) in Getreid, als 1 Schäffl, 3 3/17 Metzen Weizen, 5 Schäffl 4/19 Metzen Korn, welches das Stiftskapitel lieferte,

c) in Holz: 7 Maß Schneid- nebst Fähren- und Überholz

d) in Geld: 19 Gulden in Besoldung

e) dazu Schulgeld und Stolgebühren.

 

Aber dieser gute Schulzustand änderte sich schlagartig, als im Jahr 1803 im Rahmen der Säkularisation das Chorherrnstift Straubing aufgelöst wurde. Pfarrer Peter Knott berichtet dazu in seiner Ortschronik:

„Am schlimmsten aber ward der Schul- und Mesnerfonds mitgenommen. Er wurde nämlich fast ganz eingezogen. Die drei Äcker (Buchberg-,Kalkofen- und Krautgartenacker) wurden verkauft und mit 22 Gulden Rente vergütet. Für andere Naturalien wurden 98 Gulden 30 Kreuzer und fürs Holz 42 Gulden ausgeworfen...“

 

Die Ungerechtigkeit in der Lehrer- und Mesnerbesoldung prangert Knott mit folgenden Worten an:

„Das Widerrechtliche bei diesem Verfahren leuchtet um so mehr ein, als der Jäger des Stiftskapitels immerhin 500 Gulden, der Gerichtsdiener 300 Gulden bekamen, da doch diese Dienste aufhörten. Der Schullehrer aber bekam nur 181 Gulden, obwohl der Schul- und Mesnerdienst fortbestand“.

 

Dieses erste hölzerne Schulhaus war bald zu klein und entsprach auch sonst nicht mehr den erforderlichen Bedürfnissen. Die Pfarrei errichtete deshalb ein neues Schulhaus. Der damalige Pfarrer Peter Knott berichtet in seiner Pfarrchronik zum Jahr 1831:

Im Laufe des Jahres wurde endlich das hiesige Schulhaus gebaut. Der Bau begann erst  spät im Sommer, sodaß nicht mehr alles gefertigt und die Schule erst am 12. Dezember eröffnet werden konnte. Der Kostenanschlag war 4970 Gulden. Der Maurermeister Johann Schwarzer von Radmoos hatte den Bau um 3900 Gulden ersteigert. Scheint nichts verdient zu haben. Zum Schulhausbau zahlte die Regierung 2600 Gulden, also zwei Drittel, 1300 Gulden sollte die Kirche zahlen. Da diese aber ohne flüssige Mittel war, mußte das übrige Geld der Unterdonaukreis beisteuern“.

 

 

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links die Schule ca. 1902, rechts ca. im Jahr 1930

Auszüge von Ansichtskarten

 

 

Pfarrer Knott vermerkt in seiner Ortschronik auch, dass während seiner Wirkungszeit in Münster nur ein Lehrer angestellt war, der zugleich auch Mesner war. Außerdem unterrichtete eine Feinnäherin die Mädchen in den „Industrie-Arbeiten“. Das Schullehrergehalt betrug dann schon ohne Mesnergehalt 246 Gulden, mit Mesnergehalt 481 Gulden.

Zusätzlich zur Volksschulpflicht kam bald wieder eine weitere Schulpflicht, die sog. „Feiertagsschule“ hinzu. Durch eine kurfürstliche Verordnung vom 12.9.1803 waren alle Burschen und Mädchen vom 12. bis 18. Lebensjahr, nach Abschluss der Volksschule, zum Besuch der Sonn- und Feirtagsschule verpflichtet. Dieser Unterricht fand in der Regel nach dem vormittäglichen Sonntagsgottesdienst statt. Am Nachmittag war dann noch eine knappe Stunde Religionsunterricht, damals „Christenlehre“ genannt (nach Lydia Ebenbeck, a.a.O.).

 

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 Schulklasse ca. 1905

Bildquelle: Familie Hahn Münster

 

 

 

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Schulklasse um 1936/1937
(Geburtsjahrgang 1926 - 1929)

Bildquelle: Familie Hahn Münster

 

 

 

Der große Schulhausumbau 1953 durch die Gemeinde

Im Jahr 1953 wurde das im Eigentum der Kath. Kirchenstiftung stehende Schulhaus von der Gemeinde Münster weitgehend umgebaut, modernisiert und mit neuen Schulmöbeln versehen. Auch die Lehrerwohnung im Erdgeschoss hat man dabei instandgesetzt. Diese Baumaßnahme war für die relativ arme Gemeinde Münster eine große Herausforderung.

 

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 Plan für den Umbau der Schule im Jahre 1953

 

 

 

 

Von der Verbandsschule zum Schulverband

Im Schuljahr 1965/66 wurde durch die Volksschulen Steinach und Münster eine Verbandsschule gegründet, um alle Schüler der Jahrgangsklassen unterrichten zu können. Fünf Klassen wurden in Steinach, zwei in Münster (2. und 3. Klasse) unterrichtet. Schon 1969 wurde die Verbandsschule Steinach-Münster wieder aufgelöst. Mit Einführung der 9. Klasse schloss man sich dann dem Schulverband Parkstetten an, um die bestmögliche Betreuung für die Schüler zu gewährleisten. Die Volksschule in Münster musste nun leider aufgelöst werden. Die Klassen 1 bis 4 werden seither in Steinach, die Klassen 5 bis 9 in Parkstetten unterrichtet.

Das Schulgebäude in Münster wurde noch jahrelang durch Vermietung genutzt, auch war eine Mutter-Kind-Gruppe und ein Jugendheim zeitweise untergebracht. Was sollte nach Auszug des Mieters der ehemaligen Lehrerwohnung im Erdgeschoß mit dem Gebäude geschehen ? Eine Wiederverwendung nach einer umfassenden Renovierung ist wohl wegen zu hoher Kosten ausgeschieden. Nachdem die Diözese ihr „JA“ zum Pfarr- und Jugendheim gegeben hatte, stand die Entscheidung fest: Nur für ein Gebäude kann der Bauunterhalt getragen werden und so stand der Abbruch fest. Nur wenige Tage dauerte der Abbruch Mitte Mai 2014, dann war mit dem alten Schulhaus ein Stück Dorf- und Schulgeschichte verschwunden.

 

 

Schulhausabbruch 2009

 

Im Mai 2014 verschwand mit dem Abbruch des Schulhauses ein Stück Ortsgeschichte

 

 

Die Schullehrer und ihre Familien in Münster

 

Die Schullehrer in Münster bekleideten bis ins 20. Jhd. gleichzeitig auch immer das Mesneramt und waren bis 1803 dem Stift in Straubing und dann dem Pfarrer unterstellt. Mit ihren Familien wohnten sie im Schulhaus.

 

1679 - 1691         Georg Fronberger und Barbara

Georg Fronberger wird erstmal 1679 als Schullehrer in Münster genannt. Er starb im Alter von 68 Jahren am 25.10.1691. Seine Witwe Barbara verschied am 16.06.1714 mit 68 Jahren.

 

1694 - 1740         Johann Guggenberger und Maria

Johann Guggenberger wird bei den Taufeinträgen der Kinder und dem Sterbeeintrag des Sohnes als Schmied, Mesner und Schullehrer bezeichnet.
Wahrscheinlich hat er neben dem Unterricht noch das Schmidgewerbe ausgeübt. Beim Sterbeeintrag der Ehefrau Maria am 28.05.1736 wird sie als Schmiedsehefrau bezeichnet. Bei Johann wird bei seinem Tod am 02.02.1741 ebenfalls Schmied als Beruf angegeben.
Vier bekannte Kinder:
- Ursula heiratet 1725 Kaspar Knott Bauerssohn von Pichsee
- Sebastian + 04.07.1694 in Münster
- Kaspar *28.08.1695 in Münster
- Anna Maria *25.09.1697 heiratet 1720 Mathias Kiefel, Mesner in Gschwendt und 1742 in zweiter Ehe Gregor Freundorfer, Metzger in Mitterfels

 

1740 - 1741         Augustin Georg und Anna Maria

Augustin kam nach dem Tod von seinem Vorgänger nach Münster, war jedoch nur etwa ein Jahr im Schuldienst in Münster als er 1741 verstarb.
2 bekannte Kinder:
- Maria Scholastika * ca. 1737
- Maria Barbara *17.01.1741 in Münster

 

1741 - 1763         Johann Jakob Kornbauer und Anna Maria verw. Augustin

Jakob Kornbauer stammte von Rötz und war der Sohn des Ratsdieners Jakob Kornbauer und dessen Ehefrau Elisabeth. Am 08.08.1741 heiratete er die verwitwete Schullehrersgattin Anna Maria Augustin und übernahm somit die vakante Lehrerstelle.

 

1763 - 1771         Franz Christoph Donhauser und Maria Scholastika, geb. Augustin

Maria Scholastika heiratet am 12.09.1763 den Schmiedsohn Franz Donhauser von Brennberg.
Vier Kinder:
- Maria Anna *25.07.1764
- Franz Joseph *21.02.1766
- Franz Xaver *19.09.1768
- Walburga *04.04.1770
Franz Christoph starb am 23.02.1771 im Alter von 32 Jahren und die Witwe vermählte sich am 16.09.1771 erneut mit Johann Georg Schiedermayer.

 

1771 - 1811         Johann Georg Schiedermayr und Maria Scholastika, verw. Donhauser

Johann Georg war am 21.08.1747 als Sohn der Weberseheleute Johann und Barbara Schiedermayer von Zandt in Moosbach b. Prackenbach geboren.
Fünf Kinder:
- Johann Georg *25.06.1772 in Münster,  Organist in Windberg
- Franz Alois *19.01.1775 in Münster
- Franz Xaver *06.04.1777 in Münster + 08.02.1778 in Münster, 10 M.
- Johann Baptist *23.06.1779 + 06.01.1840 in Linz, Komponist und Dom- und Stadtpfarrkapellmeister in Linz
- Johann Stephan *19.12.1782 in Münster
Scholastika verstarb am 26.01.1792 im Alter von 55 Jahren und der Witwer vermählte sich drei Monate später, am 16.04.1792, mit der Müllerstochter Maria Katharina Lang von Wolferszell.
Drei Kinder:
- Joseph Maria *12.01.1793 in Münster + 06.02.1793 in Münster, 25 T.
- Jakob Alois * 30.05.1795 in Münster + 14.06.1795 in Münster, 15 T.
- Maria Anna * 03.07.1796 in Münster
Katharina’s Schwester Magdalena war mit dem Parkstettener Lehrer Josef Stadler verheiratet und die Mutter des Theologen, Sprachgenies und Enzyklopädisten  Dr. Johann Evangelist Stadler.

Schiedermayr traff die Auswirkungen der Säkularisation 1803 am härtesten. Zu seiner Dienstzeit wurde der Schul- und Mesnerfond eingezogen. Die Äcker wurden verkauft und die Naturalien nun in Geld vergütet.
Johann Georg Schiedermayr verstarb nach einer lang andauernden Lungensucht am 27.06.1811 im Alter von 63 Jahren. Das Sterbedatum und -ort seiner Witwe Katharina ist nicht bekannt.

 

6/1811 - 3/1814      Franz Xaver Roth von Regen, Schulgehilfe, wechselte nach Wetzelsberg

3/1814 - 1815        Johann Bapt. Zängl kam von Wetzelsberg und ging anschließend nach Alburg

1815                       Michael Wild, gebürtig von Lutzmannstein

 

1822 - 1843              Johann Michael Neumayer und Juliana geb. Schiedlmayer
Michael Neumayer wurde am 26.08.1782 als Sohn des Lehrers Franz Josef Neumayer und dessen Ehefrau Helena geb. Franzissi, in Loitzendorf geboren. Er war zunächst Schullehrer in Elisabethszell und wurde 1820 nach Nöham versetzt. Sein Ruf als Lehrer war wohl nicht der beste, denn das Landgericht Mitterfels schrieb am 29.05.1821: „Von einem Übel eines Lehrers Michael Neumayr ist das Landgericht durch seine Versetzung nach Nöham befreit.“1 1822 kam Neumayer nach Münster, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.

Er war mit der Binderstochter Maria Juliana Schiedlmayer von Kößlarn verheiratet, mit der er drei (bekannte) Kinder hatte:
- Josepha *10.04.1815 in Elisabethszell heiratete 1846 Franz Xaver Wagner, Kufner in Münster
- Karolina * 21.12.1820 in Nöham
- Maria Juliana * 12.03.1823  in Münster + 27.08.1830 in Münster an Keuchhusten u. Stickkatharr
Juliana starb wohl an den Folgen der Geburt am 12.04.1823 im Alter von 31 Jahren an einer Entzündung und Brand.

Der 39jährige Witwer vermählte sich am 09.09.1823 mit der 20jährigen Krämerstochter Anna Maria Prommersberger (*05.09.1803) von Münster. Aus der Ehe gingen nochmals 11 Kinder hervor:
- Eduard (*29.03.1824 + 29.04.1824)
- Friedrich (*27.02.1825 + 24.05.1825)
- Ludwig August (*05.05.1826 + 17.12.1827)
- Anna Maria Johann (*27.12.1827)
- Theresia Wilhelmina (*28.12.1829)
- Juliana (*09.02.1931)
- Ludwig (*24.11.1832)
- Maria Rosalia (*09.03.1834 + 14.03.1835)
- Rosalia (*13.04.1835)
- Karl August (*03.01.1840)
- Maria Anna Theresia (*16.10.1841)
Am 18.08.1843 starb der Schullehrer Johann Michael Neumayer mit knapp 61 Jahren an Nervenfieber. Er kränkelte wohl schon vorher, da 1835 „aufgrund der fortwährenden Krankheit von Michael Neumayer ein Schulgehilfe angestellt wurde.“

Am 20.06.1847 starb auch Anna Maria Neumayer mit knapp 44 Jahren an Lungensucht und hinterließ sieben unmündige Kinder, von denen das jüngste Kind fünf Jahre alt war.

 

1843                       Lorenz Schöttel und Ursula
Die Lehrerswitwe Ursula Schöttl verstarb am 26. März 1901 im 96. Lebensjahr in Münster.

 

1855                       Wenzeslaus Denkscherz
Er veröffentlichte einen Bericht über Pfaffmünster in den Verhandlungen des Historischen Vereins für Niederbayern.2

 

1874                       Franz Xeraph Wolf und Maria, geb. Stegmüller, Müllerstochter von Ratzenhofen
Am 09.12.1874 kam der Sohn Adolf des Schullehrers Wolf in Münster zur Welt.

 

1888                       Jakob Stadler.
Er wurde Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Münster.3

 

1894                       Lehrer Egl
Entwurfverfasser der Dankadresse an die Baronin von Berchem, Steinach, für die Übernahme der Patenschaft bei der Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Münster.4

 

1894                       Ludwig Muhr
Der Lehrer Muhr war mit der Arzttochter Auguste Haas von Hauzenberg verheiratet. Er war wohl vorher Lehrer in Germannsdorf wo Sohn Ludwig (*03.03.1888) geboren wurde.
Ca. 1894 kam er nach Münster. Hier kam auch noch Sohn Norbert (*25.04.1897) zur Welt.
1914 wird er als Hauptlehrer in Tiefenbach genannt.

 

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 Lehrer Ludwig Muhr als Feuerwehrkommandant ca. 1895 bei der Freiw. Feuerwehr Münster

 

 

1910                       Hauptlehrer Schröder
War auch Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr Münster.3

 

1912 - 1920            Joseph Wislsperger
“Am 9. November 1920 starb unerwartet am Herzschlag Joseph Wislsperger, seit Febr. 1912 Hauptlehrer dahier u. wurde am 13. November unter allgemeiner Teilnahme beerdigt”

 

1920 – 1945           Hauptlehrer Alfons Seywald
War Anhänger des NS-Regimes, wurde entnazizfiert und verlor seine Lehrerstelle

 

1945   Als auch die Deutschen aus Böhmen, Siebenbürgen etc. kamen, wurden die Häuser und die Schule erst recht belegt. Hier gaben einen böhmischen Lehrer und eine Lehrerin aus Straubing Schulunterricht.

 

ca. 1950                 Hauptlehrer Reichl, um 1953 versetzt nach Bad Abbach

 

1950                       Lehrer Glatt

 

1951                       Frl. Baumgartner, verh. Kreiner,
Wohnte in Bäckerei Geier,  ging mit ihrem Mann an die Deutsche Schule nach Spanien (Kanarische Inseln)

 

1953/54                  Frl. Regner
wohnte in einem Dachstüberl im Pfarrhof

 

 

1953                       Frl. Schulleiterin Häusler war bei Installation von Pfarrer Schmalzl, Stallwang dabei. Die Hauptlehrerstelle war nicht besetzt.

 

1953 - 1963              Hauptlehrer Reinhold Albrecht 
Der Hauptlehrer ging mit 63 Jahren in Pension und zog nach Straubing.

 

1963                       Oberlehrerin Margot Biendl ist als Schulleiterin in Münster. Mit ihr war die Lehrerin Wimmer, deren Mann Zahnarzt in Straubing war, Lehrerin in Münster.

 

1963                       Lehrer Herle.
Am 11. November war Lehrer Herle von Parkstetten hierher versetzt. Er hat hier – wie sein Kollege vom gleichen Hochschuljahrgang – kein geeignetes Zimmer bekommen und keinen Mittagstisch. Er behielt sein Zimmer in Parkstetten.

 

1964                       Lehrer Schneider.
Mit Beginn des neuen Schuljahres kam ein neuer Lehrer direkt von der PH nach Münster, Herr Schneider aus Straubing, der anfänglich die Lehrerwohnung zugesprochen erhielt, aber dann doch nicht einziehen durfte.

 

1966:  Am 6. 7. war die erste Schulpflegschaftsitzung wegen Verbandschule Steinach. Am 7.9. wurde von der Gemeinde die Unterschrift zur Verbandschule erteilt.  Es gab bei den Eltern zunächst eine große Aufregung, stimmte aber schließlich in der Mehrzahl dem Schulverband Münster-Steinach zu....”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

1 Pfarrer Karl Holzgartner, Geschichte des Pfarrberzirkes Loitzendorf, 1934
2 Verhandlungen des Hist. Vereins für Niederbayern 1855
3 Protokollbuch der FFW Münster
4 Hans Agsteiner, in: Festschrift zum 125jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Münster mit Segnung der restaurierten Fahne von 1951, vom 19. bis 22. Juli 2002
Die Daten der Lehrer von 1920 bis 1964 wurden der Pfarrchronik von Münster entnommen.
Die Daten der Lehrer von 1679 -1847 wurden aus den Pfarrmatrikel der Pfarrei Pfaffmünster entnommen.