Hoeramoos

 

von Claudia Heigl

 

 

 

 Hoeramoos 2020
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas, 2020

 

 

Zwischen Hoerabach und Muckenwinkling befand sich bis ins 20. Jahrhundert noch ein kleines Häusleranwesen – Hoeramoos oder Mooshäusl.

Das kleine Häusl am Hoeramoos war ursprünglich das Ausnahmshaus des sog. Weiherhofes in Hinterschida (auch Schweighof, später ½ Vilshof genannt).
Schon 15791 gehörte diese Wiese zu dem Hof. Hier heißt es: „An Wismadt... der in der Öd, aufm Hörmoß ein Tagwerk einmädig.“

 

 

 Uraufnahme Hoeramoos

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Hoeramoos 2020

Hoeramoos aufgenommen November 2020
Bild: Claudia Heigl

 

 

 

18032 kauft Peter Pellkofer, vorher Bauer in Eisenhart, den Hof in Hinterschida von Josef und Anna Maria Hallmayr.  Für das Ausnahmshäusl, weit ab vom Hof, dürfte er keine Verwendung mehr gehabt haben und verkauft es 1805 an seinen Tagelöhner Georg Lindmayr.

Die sogenannten Weiherhöfe, Vorder-, Mitter- und Hinterschida gehörten, genau wie Trudendorf und Muckenwinkling, bis 1838 zur Pfarrei Steinach. Daher hat sich ggf. ein Ausnahmsbauer hier auf seinem vorhandenen Grund ein Ausnahmshaus errichtet. Der Weg zur Kirche und auch zu den Dörfern Agendorf und Muckenwinling war nicht mehr so weit wie vom ursprünglichen Haupt-Hof.

Georg  Lindmayr wohnte mit seiner Familie in Hoeramoos und holte auch seine Eltern, die Inwohnersleute in Wolferszell waren, zu sich ins Haus.

 

 

Lindmeier

 

 

Am 09.12.1825 verkauft Georg Lindmayer sein Häusl mit 4 Tagwerk Grund an Kaspar Weinberger.

 

Weinberger

 

 

 

Kaspar Weinberger verkauft das kleine Anwesen am 20.09.1828 an Joseph Engelmann um 500 Gulden und siedelt sich auf den Berghof b. Steinach mit seiner Familie an.

 

 

Englmann

 

 

Jakob Englmann verkauft das Häusl mit 4,25 Tagwerk Grund, nachdem er es von seinem verstorbenen Vater geerbt hat, am 13.12.1894 um 3.000 Mark an Xaver und Maria Hiegeist, Hofbesitzer in Hoerabach.

Die Bauerseheleute behalten die Mooswiese und den Moosackerl mit Fl.Nr. 337 ½ (0,64 ha) (die Grundstücke hatte vorher Englmann von Hiegeist erkauft) und verkaufen die ursprüngliche Hofstelle gleich wieder mit 0,8 ha an Johann Baier, Bauer in Muckenwinkling Nr. 67 um 1.800 Mark weiter. (Dieser besaß auch das Nachbarfeld).

 

Johann Baier bricht die Gebäude 1901 ab. Die Hofstelle erlischt.

 

 

 

 

Quelle:
1 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B39, fol. 83',  Salbuch propsteiische Lehengüter 1579
2 ebd. fol. 80'