Erntezeit – die wichtigste Zeit im bäuerlichen Jahresablauf

 

von Claudia Heigl

 

Die Ernte war der wichtigste Zeitraum eines landwirtschaftlichen Jahres im landwirtschaftlich geprägten Dorf. Das erfolgreiche Einbringen und Lagern der Ernteerträge sicherte das Überleben im nächsten Winter.

In unserem Heimatarchiv liegen eine Vielzahl von Bildern, die die landwirtschaftlichen Abläufe im Gutshof, sowie auf bei den Bauern darstellen. Hier ein Auszug aus den Ernten Anfang des 20. Jahrhunderts um etwa 1920.

Fast alle Bilder stammen aus dem Nachlass von Ludwig Niggl, 1904-1945  Gutsverwalter von Steinach, der in unserem Archiv aufbewahrt wird.

 

FO GUT 49

Der Roggen wurde halbhoch mit Sicheln geschnitten, in Garben gelegt, gebunden und in Puppen aufgestellt. Die langen Stoppeln blieben zunächst stehen und wurden später mit der Sense geschnitten, zusammengerechnet auf Haufen gebracht und bei trockenem Wetter auf Mieten gesetzt. Dieses Stroh diente später als Einstreu. Dadurch gewann man eine kurz geschnittenes Einstreustroh und ein möglichst unkrautfreies Getreide. Außerdem sparte man dadurch Scheunenraum und Drescharbeit. Diese Arbeit war nur möglich in den kleinen mit Arbeitskräften überbesetzten Höfen.

    Ernte von Silomais 

 

FO GUT 51

Kartoffelernte

 

FO GUT 61             Heuernte in Steinach mit Grasmäher auf der Bognerwiese (heute Sportplatz). Die in den 1920er Jahren schon als großer Fortschritt betrachtete Handmäher mussten schon um 3 Uhr früh mit der Arbeit beginnen.

 

FO GUT 66Das angetrocknete Gras wurde zusammengerechnet, um auf Heuhütten getrocknet zu werden.

FO GUT 68

Später wurde das trockene Heu mit Pferdegespannen heimgefahren.

 

 

 

Text: Claudia Heigl

Bilder: Archiv für Heimatgeschichte, Nachlass Ludwig Niggl