Das Bogenberger-Anwesen Hs.Nr. 48
1623: Die Neue Hafnersölde am Tonberg – 1691: Tonern Sölde – 1760: Thonberger Häusl
- 1808 Bachmayr Hof Hs.Nr. 27 – ab 1838: Hs.Nr. 48
Bärnzeller Str. 5 in Steinach
von Claudia Heigl
1623 wird dieses Haus als „Neue Sölde am Tonberg“ im Stiftregister verzeichnet. Hans Schwarz und seine Ehefrau Anna haben mit zwei ihrer Kindern, den Söhnen Georg und Hans, darauf das Leibrecht. Dafür müssen sie Abgaben in Höhe von 1 Pfund 3 Schilling 15 Regensburger Pfennige zahlen und jährich eine Henne abliefern. Dazu kommt noch der Tegelzins in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfg., wie bei allen Steinachern Hafnern üblich.1
Wie die umliegenden Häuser (Hs. Nr. 49 und Hs. Nr. 50) ist auch dieses Anwesen ab dem 30-jährigen Krieg verwaist. Im Stiftregister von 1641 wird es nicht mehr erwähnt.

1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 48
Quelle: Bay. Vermesungsverwaltung München, Bayernatlas, Uraufnahme 1827
Erst 1691 zahlt ein Stephan Niedermair für die „Tonern Sölde“ wieder Abgaben.2
Stephan dürfte bereits seit 1658 auf den Anwesen gewohnt haben, denn 1658 finden wir seine Heirat mit „Barbara Colherin“ von Steinach in den Kirchenbüchern.
Von dem Ehepaar sind fünf Kinder bekannt:
- Johann (*11.07.1659)
- Anna (*23.08.1660)
- Anna (*18.09.1661)
- Mathias (*11.02.1663)
- Johann (*14.02.1667)
Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratet er eine Katharina:
Von ihr ist nochmals ein Kind in den Kirchenbüchern eingetragen:
- Maria Franziska (*10.04.1676)

Ca. 1689 dürfte Andreas Bachmaier auf das Anwesen erworben haben.
Andreas stammt von Au bei Ascha und heiratet 1689 die Zimmermannstochter Maria Ortner (weitere Schreibweise Artmann) von Steinach.
Sohn Mathias übernimmt 1721 das Anwesen und nimmt die Nachbarstochter Maria Lankes von Steinach Nr. 49 zur Ehefrau.
Zwei Kinder sind bekannt:
- Sebastian (*1724)
- Ursula (1729-1811) heiratet 1762 den Witwer und Mesner Johann Georg Krieger vom Kapflberg.
Sohn Sebastian übernimmt 1746 den Besitz und geht eine Ehe mit der Tagelöhnerstochter Katharina Geiger von Agendorf ein. Auch er hat vermutlich als Zimmermann gearbeitet.
1780 übernimmt Sohn Jakob das Gütl und heiratet die Halbbauerstochter Anna Maria Zink von Steinach Nr. 8.
Das Ehepaar hat zwei Söhne:
- Lorenz (1780-1838) , Hoferbe
- Jakob (1787-1838) heiratet 1814 die Schusterstochter Anna Maria Fuchs von Steinach Nr. 68 und übernimmt mit ihr das Anwesen der Schwiegereltern
Der älteste Sohn Lorenz übernimmt 1800 das Anwesen und heiratet die Metzgerstochter Magdalena Luger von Haarbach. Die Ehe bleibt kinderlos.
1842 übernimmt Anna Maria Bachmaier, eine Tochter von Lorenz Bruder das Anwesen zusammen mit ihrem Bräutigam Martin Zäch (Zach) von Münster Nr. 32.
Das Ehepaar hat vier Kinder, von denen drei bereits im Säuglingsalter sterben.
Nur Tochter Kreszenz (*1853) überlebt.

aufgenommen 1930
Bild: Familie Zollner, Steinach

Das Bogenberger-Anwesen aufgenommen 1973
Bild: Archiv f.Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram München
Am 12.07.1867 verkaufen Martin und Anna Maria das Gütl an Jakob Schreiner und dessen Braut Therese Frankl.
Das Ehepaar hat eine voreheliche geborene Tochter namens Therese, die 1889 den Bauerssohn Johann Bogenberger vom Thanhof heiratet.
Johann hat mit der Müllerstochter Franziska Lehner (später verh. Brandstetter) von Gschwendt eine uneheliche Tochter Franziska (*1886), Sie wird Klosterschwester (Schwester Jolanda) der Engl. Fräulein in Burghausen
In der Ehe kommen vier Kinder zur Welt:
- Kreszenz (1889-1971), unverheiratet
- Anna (*+1895)
- Xaver (*1897)
- Johann (1900-1994)

Johann und Therese Bogenberger

Therese Bogenberger, geb. Schreiner

1927 übernimmt Sohn Johann den Hof und ehelicht die Müllerstochter Rosa Kinzkofer von Gschwendt.
Sieben Kinder werden in der Ehe geboren, von denen eine Tochter im Säuglingsalter stirbt.

Rosa und Johann Bogenberger

Das Bogenberger-Anwesen aufgenommen 1983
Bild: Archiv f.Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram München
Das alte Haus ist inzwischen abgerissen.
1 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Weitere Quellen:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Pfarrei Steinach
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster Steinach Umschreibehefte 1843-1960, Sig. 17-42/4, 17-42/7, 17-42/11
Stand: 24.02.2026
