Der Hof auf dem Pürstenberg
(alte Schreibweisen auch: Bürstenberg oder Pirschenberg)
von Claudia Heigl

Der Hof auf dem Pürstenberg
aufgenommen im September 1991
Bild: Pfarrarchiv Steinach, aufgenommen von Pfarrer Gerhard Mass
Westlich von Steinach oberhalb der Aichmühl liegt die Einöde Pürstenberg.
1811 wurde der Einödhof dem Steuerdistrikt Mitterfels einverleibt und ist heute noch ein Gemeindeteil vom Markt Mitterfels. Seelsorgerisch gehört die Einöde zur Pfarrei Steinach.

Uraufnahme ca. 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
Die frühe Geschichte des Hofes liegt im Dunkeln. Lt. Johannes Mondschein könnte es sich hier um das alte Ruizzinnesperge handeln1.
Interessant ist auch, dass sowohl die Aichmühle, wie auch der Pürstenberger Hof seelsorgerisch bis 1862 zur Pfarrei Pfaffmünster gehört haben. Erst dann wurden sie in die viel näher gelegene Pfarrei Steinach umgepfarrt, wo sie auch heute noch dazugehören.
Das bedeutete für die ansässigen Familien, dass sie zu den Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen in die Pfarrkirche nach Münster mussten und dabei das viel näher gelegen Steinach durchquerten. Eine „Umgehungstraße“ gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Bis 1862 finden wir fast alle Kirchenbucheinträge in den Pfarrbüchern von Pfaffmünster. Gelegentlich fanden Taufen auch in Steinach statt.
Mühle und Hof scheinen zusammengehört zu haben, denn bis zum 30jährigen Krieg bewirtschaften die Müller der Aichmühl auch den Hof auf dem Berg.

Im Vordergrund die Aichmühl, dahinter auf der Anhöhe der Pürstenberger Hof
aufgenommen im November 2020
(Bild: Claudia Heigl)
Im Salbuch des Klosters Oberalteich ist vermerkt, dass 1465 Martin Sattelbogener zu Lichteneck die Aichmühle an das Kloster Oberalteich verkaufte2.
Evtl. gehörte der Hof auf dem Berg auch dem Sattelbogener und wurde an einen anderen Eigentümer verkauft, denn 1478 finden wir eine Straubinger Bürgersfamilie als Eigentümer des Hofes.
Die Sattelbogener waren Ministeriale der Grafen von Bogen, somit ist anzunehmen, dass sowohl Aichmühle, wie auch der Pürstenberg zum Herrschaftsgebiet der Grafen gehörten, wie auch Wolferszell mit Kapflberg, Gschwendt und Bärnzell.
Am 20.02.1478 verkaufen Hans Hartlieb, Bürger zu Regensburg, und Margreth, des Meister Jakob Rosenzweig Witwe, Bürgerin zu Straubing ein Pfund Regensburger Pfennig Ewiggeld aus ihrem Erb und Gut zu Pirstenberg an ihren Schwager und Schwiegersohn Peter Jnkover, Bürger zu Straubing3.
Am 16.04.1478 verkaufen Peter Ynnkofer und seine Ehefrau Otilia, das Ewiggeld am Pürstenberg weiter an Ulrich Salman, Bürger von Straubing4.
Die Müller auf der Aichmühle und die Bauern auf dem Pürstenberg
1488 fungiert ein Hans Aichmüller zu der Aichmühl als Schöffe bei einem Prozess zwischen den beiden Steinachern Jörg Fleischmann und Peter Pekh5.
1538 zahlt ein Andreas Mülner (auch Andreas Engl) auf sein Erb(recht) aufm Pirschenperg und Gerechtigkeit auf der Mühl Steuer6.
1545 dient Andre Aichmüller von der Mühl mit 6 Schilling Reg. Pfennige und zwei Stifthennen und von dem Hof auf dem Berg 6 Schilling 8 Reg. Pfennige7.
Dieser Andreas wird abwechselnd als Müller, Engl und Aichmüller genannt. Hier dürfte es sich um die identische Person handeln.
1558 zahlt Jorg Aumüllner vom Hof und für die Mühle Steuer8.
1586 hat ihn Andreas Rosenhamer als Lehen empfangen9. Ein Kaspar Rosenhamer ist um diese Zeit auch auf der Bruckmühle zu finden.
1593 dient ein Veit Rosenhamer von der Mühle 6 Schilling Reg. Pfg. und Stiftgelt 4 Reg. Pfg.10 an das Kloster Oberalteich.
1612 bewirtschaftet der Müller Erasm Aufleger neben der Aichmühle auch den Pürstenberger Hof, auf dem er Erbrecht hat und dafür an die Bruderschaft Straubing zinst11. Der Pürstenberger Hof wird mit einem Wert von 53 Pfund Reg. Pfg. angesetzt und die Mühle mit einem Wert von 88 Pfund Reg. Pfg. Der Müller besitzt zwei Rösser, vier Kühe und 4 Jungrinder.
Es finden sich keine Hinweise ob die Aichmühle, wie auch die benachbarte Mühle in Wolferszell und die Bruckmühle, 1633 bzw. 1641 von den schwedischen Soldaten im 30jährigen Krieg geplündert bzw. zerstört wurde. Dies ist jedoch sehr wahrscheinlich.
Ab ca. 1639 bis 1642 finden wir die Eheleute Johann und Jakobe Schöffleitner (Scheffleutner) als Müllerseheleute auf der Aichmühle, sowie als Bauerseheleute auf dem Pürstenberg.
In den Steinacher Taufbüchern sind zwei Kinder verzeichnet (Johann *+ 1639 und Eva *+1642), die jedoch nach ein paar Wochen sterben.
Lediglich von einem Sohn namens Georg Schöffleitner findet sich am 04.07.1670 in Kirchroth ein Heiratseintrag, als der Barbara Landsdorfer von Thurasdorf b. Wiesenfelden heiratet. 1671 stiftet er die Wolferszell Mühle, d.h. er pachtet sie auf Zeit. Aber bereits ein Jahr später zieht er weiter und lässt sich als Wirt in Höhenberg b. Perasdorf nieder.
Am 23.12.1643 stirbt Johann Schöffleitner. Bei seinem Sterbeeintrag steht nur noch „von Pürstenberg“. Evtl. ist die Mühle zu diesem Zeitpunkt schon wieder zerstört.
Die Witwe Jakobe Schöffleitner heiratet vier Monate später im April 1644 den Witwer Sixtus Widmann von Oberparkstetten, der jedoch nur noch als Bauer auf dem Pürstenberg wirtschaftet.
Die Mühle wird von nun an separat bewirtschaftet.

Die Bauern auf dem Pürstenberg
Als 1664 ein Register für die Abführung der sog. Türkensteuer angelegt wird, ist die Hans Engl’s Weib als Besitzerin des Hofes aufgeführt12.
Bereits 1645 sind Simon und Barbara Diez als Bauerseheleute auf dem Hof. Auffallend ist hier, dass der Hof als „Eigen“ bezeichnet wird. Dies bedeutet, dass der Hof keinen anderen Grundherrn mehr hat. Mit der Vogtei, also der Gerichtsbarkeit, untersteht er jedoch direkt dem Landgericht Mitterfels.
Barbara könnte die o.g. Witwe des Hans Engl gewesen sein, dies lässt sich jeder nicht nachweisen, da weder in Münster noch in Steinach ein Heiratseintrag vorhanden ist.
Simon’s Vater war Hofmeister auf dem Haushof in der Windberger Pfarrei. Er und seine Ehefrau Apollonia sterben beide bei ihrem Sohn auf dem Pürstenberg13.
Simon Diez hat insgesamt 14 Kinder von drei Ehefrauen:
Mit Barbara neun Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Johann (*1667) heiratet 1692 in Steinach die Bauerstochter Ursula Deblinger von Pellham und lässt sich als Einwohner in Steinach nieder.
- Simon (1669)
- Johann (1671-1694), stirbt ledig mit 23 Jahren
- Georg (*1673)
- Katharina (*1675) heiratet 1711 in Steinach den Weber Christoph Stubenhofer von Wolferszell
- Jakob (*1677)
- Vitus (*1711) heiratet 1711 in Münster Magdalena Hieninger, Einwohnerstochter von Pürstenberg
Mit Elisabeth Pellkofer von Hörmannsberg vier Kinder, von denen zwei klein sterben:
- Anna *1689 heiratet 1713 in Steinach den Tagelöhner Michael Gaissinger von Wolferszell Nr. 15
- Franz (*1693)
Mit Katharina Wintermayer noch eine Tochter: Barbara (*1696)

Doch keines der Kinder scheint den Hof übernommen zu haben.
1727 zieht mit Mathias Strohmayer ein neuer Bauer auf den Hof, der die Bauerstochter Margaretha Altmann von Grün heiratet. Bei seiner Hochzeit wird er als „Witwer von Berglmayer zur Zeit Hofmeister in Pürstenberg“ bezeichnet.
Das Ehepaar bleibt jedoch nicht lange und 1733 erwirbt der Bauer Christoph Bergmaier aus Unterniedersteinach den Hof, der seinen alten Familienbesitz dort veräußert hat.
Nach 13 Jahren verkauft Christoph Bergmaier den Pürstenberger Hof ebenfalls wieder und macht sich als Wirt in Wolferszell sesshaft.

Ihm folgen 1746 Johann Wolf und dessen Ehefrau Walburga geb. Lohringer. Beide hatten bereits sieben Jahre den Hof auf dem Helmberg bewirtschaftet und ziehen nun auf den Pürstenberg.
Drei Kinder des Ehepaares sind bekannt:
- Maria Walburga (*1728) heiratet 1745 den Steinacher Schuster Johann Georg Fuchs
- Martin (*1730) übernimmt den Hof
- Johann (*1732)
Sohn Martin Wolf übernimmt 1755 den Hof und heiratet die Steinacher Bauerstochter Maria Katharina Stubenhofer von Steinach Hs.Nr. 27
Sieben Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Anna (*1756) heiratet 1791 den Bauerssohn Georg Gmeinwieser von Pellham, der aber nicht den elterlichen Hof übernimmt.
- Anna Maria (* 1759)
- Martin (*1763) stirbt als Kind
- Katharina (*1766)
- Mathias (*1768) Hoferbe
- Anna Maria (*1771) heiratet 1795 in Steinach den Bauerssohn Simon Geiger von Agendorf. Beide machen sich als Söldnerseheleute in Mengkofen sesshaft.
- Katharina heiratet 1803 den Söldner Andreas Reiser von Bärnzell Nr. 1
Ihm folgt Sohn Mathias Wolf, der sich 1794 mit der Agendorfer Bauerstochter Rosina Theresia Faltl vermählt. Das Ehepaar hat acht Kinder.

Der jüngste Sohn Josef Wolf übernimmt den Hof der Eltern und nimmt die Schmiedstochter Theresia Zwickenpflug von Wolferszell zur Ehefrau.
Sieben Kinder kommen in der Ehe zur Welt.
- Theresia (*30.06.1843 +11.08.1843) stirbt mit zwei Monaten an Fraisen
- Johann Georg (*18.08.1844 +20.09.1844) stirbt mit einem Monat an Darmgicht
- Anna Maria (*1846) heiratet 1867 den Bauern Johann Schollerer von Dunk
- Josef (*1848)
- Therese (*1849)
- Georg (*1850)
- Walburga (*06.05.1851 + 06.05.1851) stirbt 16 Stunden nach der Geburt an Schwäche
Elf Tage nach der Geburt der jüngsten Tochter stirbt am 17.05.1851 die 30jährige Bäuerin an Blattern. Auch der dazu geholte Dr. Albrecht von Mitterfels kann ihr nicht mehr helfen.
Eine alte Grabtafel der Pürstenberger Bäuerin Therese Wolf von 1851 und drei ihrer Kinder befindet sich heute noch an der Pfarrkirche von Münster.

Zwei Monate später holt sich der Bauer Magdalena Geiger von Scheftenhof als zweite Ehefrau auf den Hof. Sie schenkt ihm nochmals sechs Kinder.
- Alois (*1852)
- Helena (*1853) heiratet 1878 den Söldner Franz Xaver Wenninger von Münster Nr. 5
- Franz Xaver (*1855) Hoferbe
- Johann Baptist (*22.07.1856 + 11.08.1856) stirbt mit 20 Tagen an Fraisen
- Rupert (*1858)
- Johann Evangelist (*1862)
Franz Xaver Wolf folgt als Hofnachfolger nach und heiratet 1878 Barbara Engl von Scheiblsgrub.
Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor:
- Alois (*1884) übernimmt den Hof
- Barbara (*1886) heiratet 1919 den Bauern Joseph Scheubeck vom Kindlasberg
- Xaver (*1894) heiratet 1919 die Bauerstochter Rosina Attenberger von Pellham und wird dort Bauer.
Sohn Alois heiratet 1919 die Bauerstochter Therese Baier von Vorderbuchberg.

Durch Heirat der Tochter Maria Wolf mit Michael Nißl von Zachersdorf ändert sich der Name auf dem Anwesen, dass nun in achter Generation von der Familie bewirtschaftet wird.
1 Mondschein, Die Ortsnamen der Straubinger Gegend, II. Bezirksamt Bogen, veröffentlich in Jahresber. d. Hist. Ver. Straubing und Umgebung 6, 1904, S. 62
2 BayHStA München, Kloster Oberalteich Salbuch 1616-1658
3 Solleder Fridolin, Urkundenbuch der Stadt Straubing 1911-1918, Urkunde Nr. 550
4 Solleder Fridolin, Urkundenbuch der Stadt Straubing 1911-1918, Urkunde Nr. 555
5 Lachner Max, 800 Jahre Geschichte um Mitterfels, 2. Auflage, 1988, S.56
6 BayHStA, Kurbayern Geheimes Landesarchiv 1124, Grenz-, Güter- und Volksbeschreibungen des Kurpfalzbayrischen Landgerichts Mitterfels, Steuer und Anlagregister Landgericht Mitterfels 1538, S. 52
7 BayHStA, KL Oberalteich 32, Salbuch Kloster Oberalteich 1545, fol 1r
8 StA Landshut, Landschaft Unterlands Nr. 1181/3, Untertanen im Landgericht und Kasten Mitterfels 1558
9 BayHStA, Kurbayern Geheimes Landesarchiv 1124, Grenz-, Güter- und Volksbeschreibungen des Kurpfalzbayrischen Landgerichts Mitterfels, Scharwerksregister aller dem Gericht und Kastenprobstamt Mitterfels unerworfenene Höfe, Lehen, Sölden und Kleiner Häusl 1586, S. 282
10 BayHStA München, Kloster Oberalteich
11 StA Landshut, Landschaft Unterlands Nr. 1224, Steuerbuch Landgericht Mitterfels 1612, fol. 1
12 StA Landshut, Pfleggericht Mitterfels B28, Anlagsregister Türkensteuer Mitterfels 1664
13 BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster Bd.1, S. 519 Sterbeeintrag am 14.12.1677 von Apollonia Diez, Eheweib des Friedrich Diez, Hofmeister auf dem Haushof Windberg Pfarr, derzeit bei ihrem Sohn auf dem Pürstenberg wohnhaft und Bd. 1, S. 376 Sterbeeintrag am 02.1694 von Friedrich Diez. Dieser wird als Bauer auf dem Pürstenberg bezeichnet, 88 Jahre alt.
Stand: 23.09.2022
Das ehemalige Schreineranwesen Hs.Nr. 49
(auch Fuchsenhäusl)
1623/1691: Neues Häusl am Tonberg - 1730: Wanninger Häusl - 1808: Schmid Schreiner Hof Hs.Nr. 26 - ab 1838: Hs.Nr. 49
in der Bärnzeller Straße (heute nicht mehr vorhanden)
von Claudia Heigl
1623 wird dieses Haus als „Neues Häusl am Tonberg“ im Stiftregister verzeichnet, von dem Jakob Scheibenkrug Abgaben zahlt. Das Leibrecht auf dem Haus ist auf Hans Haimerl und dessen Ehefrau Eva und Sohn Adam geschrieben.1
Die Scheibenkrug sind ebenfalls eine alte Hafnersfamilie, die auch in Straubing ansässig waren. In Steinach hatten sie 1583 ihre Werkstatt auf der Steindlsölde (alte Hs.Nr. 38, heute Kirchweg 4)
Das Haus liegt im oberen Dorf hinter den alten Hafneranwesen an dem Verbindungsweg zwischen der heutigen Hafnerstraße und der Bärnzeller Straße. Während im unteren Dorf vor allem die großen Höfe angesiedelt sind, liegen im oberen Dorf die kleineren Häusleranwesen mit den verschiedenen Gewerben.
Wie die umliegenden Häuser (Hs.Nr. 48 und Hs.Nr. 50) ist auch dieses Anwesen ab dem 30jährigen Krieg verwaist. Im Stiftregister von 1641 wird es nicht erwähnt.
1691 zahlt ein Adam Kederspeck für das „Häusl am Tonberg“ Abgaben.2
Der Witwer Adam Kädersbeck vom Pielhof hatte 1682 Barbara Flemmer geheiratet und dürfte so in den Besitz des Anwesens gekommen sein.
Barbara’s Eltern waren Wolfgang und Ursula Flemmer. Im Sterbeeintrag werden sie als Glaser bzw. Gläserin bezeichnet. Dies ist das einzige Mal, dass diese Berufsbezeichnung in Steinach vorkommt.

1699 ist ein Paul Lankes (weitere Schreibweise des Namens: Langusen, Langgeß, Lankhes) auf dem Haus.
Paul war viermal verheiratet:
Aus der Ehe mit einer Magdalena geht die Tochter Eva (*09.05.1676 in Steinach) hervor.
Ca. 1676 heiratet er Eva Käpel (wahrscheinlich vom Sackhof).
Eva bringt drei Kinder zur Welt, die jedoch alle früh sterben:
- Maria (*07.09.1677 in Agendorf + 16.01.1678 in Agendorf)
- Katharina (*07.10.1682 in Agendorf + 01.01.1694 in Steinach)
- Georg (*24.09.1685 in Bärnzell + 10.01.1694 in Steinach)
Die dritte Ehefrau ist eine Barbara, mit der er zwei Kinder hat.
- Walburga (*06.03.1688 in Bärnzell)
- Eva (*18.01.1691 + 02.10.1693)
Von der vierten Ehe ist in Steinach am 08.05.1695 im Kirchenbuch die Trauung eingetragen. Die Braut ist Ursula Hieninger von Au bei Hunderdorf.
Aus dieser Ehe geht nochmals Tochter Maria (*19.01.1700) hervor, die 1721 den Nachbarn Mathias Bachmaier von Hs.Nr. 48 heiratet.

Als nächster Besitzer ist 1738 der Schreiner Jakob Schreiner von Zell bekannt, der zufällig auch diesen Familiennamen trägt.
In Steinach waren alle gängigen Handwerksbetriebe vertreten, zu denen auch das Schreinergewerbe gehörte.

Das ehemalige Schreiner-Anwesen, auch "Fuchsenhäusl" genannt.
Gemalt von Georg Weinspach um 1950
Bild: Familie Dafelmair, München
Der Hofmarksherr verleiht dem Anwesen die Schreinergerechtigkeit. D.h. der Besitzer des Anwesens hatten das (alleinige) Vorrecht das Schreinergewerbe im Dorf auszuüben. Dieses Recht war fest verbunden mit dem Anwesen und ging bei Besitzerwechsel, gleich welcher Art, mit dem Erwerb des Anwesens auf den neuen Hausherrn über, ohne dass es eine neue Verleihung bedurfte.
Witwen oder Töchter konnten, mit Zustimmung der Gutsherrschaft, Schreiner heiraten, denen dann die Niederlassung erlaubt wurde und die das Gewerbe auf dem Anwesen weiterführten. Für Handwerksgesellen war dies oft die einzige Möglichkeit, sich als Meister niederzulassen. Gewerbefreiheit in Bayern gab es erst seit 1868 und ohne Einwilligung des Hofmarksherren durfte sich kein Gewerbetreibender im Ort niederlassen. Meist wurde eine bestimmte Gewerbekonzession (Gerechtigkeit) nur einem Anwesen verliehen. Dieses Monopol diente auch zum Schutz des Handwerkers, der die Einkünfte für die Ernährung seiner Familie benötigte.
Dem Schreiner bzw. Tischler war die Herstellung bestimmter Werkstücke vorbehalten. Dazu gehörten Fenster, Türen, Möbel, Wand- und Deckenverkleidungen. Aber auch Särge wurde von ihm hergestellt.
Neben dem kleinen Gartengrundstück rund um das Haus, gehörte noch ein kleines schmales Wiesengrundstück am Steinachbach zu dem Anwesen. Außerdem durfte der Schreiner seine (meist wenigen) Tiere auf den Gemeindegründen weiden lassen.

Uraufnahme von 1827 und heutige Bebauung.
Das Haus stand etwas oberhalb des heutigen Bogenberger-Hauses und hatte die alte Hs.Nr. 49
Quelle: Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
Jakob Schreiner stirbt bereits 1757 mit 39 Jahren und die Witwe Anna Maria Schreiner vermählt sich erneut mit dem Bauerssohn Johann Ernst von Kager bei Windberg. Durch den frühen Tod der jeweiligen Ehepartner wechseln nun die Besitzer durch Einheirat häufig. Ein Wolfgang Schmid von Englmar und Andreas Plätl von Wetzelsberg folgen als Schreiner nach.

Am 28.10.1821 heiratet die 23jährige Tochter des Wolfgang Schmid, Anna Schmid, den Schreiner Anton Sachenbacher. Der 39jährige stammt von Laingruben (heute Benediktbeuern) und ist wohl auf seiner Wanderschaft in Steinach gelandet.
Das Ehepaar hat zehn Kinder, von denen drei im Kindsalter sterben:
- Anton (* 13.11.1821) kommt ein Monat nach der Hochzeit zur Welt
- Maximilian (*11.10.1822)
- Katharina (1824-1827) stirbt mit drei Jahren an Flecken
- Anna (*+1826) stirbt mit einem Monat an Keuchhusten
- Anna (1827-1828) stirbt mit neun Monaten an Fraisen
- Elisabeth (1829-1913) bleibt ledig und wohnt bei ihrem Bruder Johann Baptist
- Johann Baptist (1832-1926), heiratet 1869 die verwitwete Nachbarin Maria Schindlmayer von Hs.Nr. 50
- Joseph (1835-1887) heiratet 1875 die Schusterstochter Karolina Billinger von Steinach Nr. 33. Karolina bringt ihre 20jährige uneheliche Tochter namens Franziska Billinger (*1855) mit in die Ehe. Der Vater ist der Steinacher Hofmarksjäger Johann Baptist Hafenbrädl (1806-1856). Er stammte aus der Glasherrendynastie Hafenbrädl und war der Sohn der Glashüttenbesitzer Joseph und Elisabeth Hafenbrädl von Seewiesen.
Die zwei weiteren kleine Söhne mit Joseph Sachenbacher sterben im Säuglingsalter.
- Johann Georg (1838-1914), Nachfolger
- Aloys (1842-1866) stirbt mit 23 Jahren an Abzehrung
Von dem ehemaligen Schreiner Anton Sachenbacher ist noch eine Grabplatte im Steinacher Friedhof vorhanden, die inzwischen im Leichenhaus angebracht ist.

Sohn Johann Georg Sachenbacher übernimmt 1873 das elterliche Schreineranwesen und heiratet Katharina Fürst von Euersdorf.
1882 erwirbt das Schreinerehepaar Sachenbacher das neuere Anwesen Hs.Nr. 69 ½ an der Hafnerstraße von Martin Urban und betreibt dort die Schreinerei weiter.


Der Schrank links wurde 1841 von Anton Sachenbacher gefertigt. Der rechte Schrank 1857 von seinem Sohn Georg Sachenbacher.
Privatbesitz
1884 verkauft Georg Sachenbacher das alte Schreineranwesen an die Schusterseheleute Johann und Franziska Kirmer.

Die Kirmer-Familie bleibt 14 Jahre in dem Haus und veräußert es 1898 an Joseph und Franziska Zeindlmeier von Mitterharthausen.
Das Zeindlmeier-Ehepaar bringt fünf Kinder mit nach Steinach, weitere vier werden noch in Steinach geboren.
- Joseph (*1892 in Mitterharthausen), fällt am 05.07.1892 in der Schlacht von Verdun
- Franziska (*1893 in Mitterharthausen)
- Anna (*1895 in Mitterharthausen)
- Johann Baptist (*1896 in Mitterharthausen)
- Georg (*1898 in Mitterharthausen)
- Alois (1900-1901)
- Ludwig (*1901)
- Alois (*1901)
- Maria (*1903)
Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratet der verwitwete Joseph Zeindlmeier die ebenfalls verwitwete Katharina Weber von Hs.Nr. 67 (heute Hafnerstr. 10) und zieht zu ihr.
In der Ehe kommt noch Sohn Joseph (*1917) zur Welt, der seit dem zweiten Welkrieg vermisst wird.

Joseph Zeindlmeier veräußert das ehemalige Schreiner-Haus 1917 an die Bauerseheleute Joseph und Therese Fuchs vom Krähhof, die es als Ausnahmshaus nutzen.
Diese neuen Eigentümer sind auch Namensgeber für die Bezeichnung "Fuchsenhäusl".
Ihre Tochter Franziska ist dem Thanhof-Bauern Josef Bogenberger verheiratet. Nach dem Tod der Eltern erbt sie das Haus und verkauft es 1951 an die Nachbarn Johann und Rosa Bogenberger.

Die Bogenberger’s reißen das Haus ab und nehmen den Grund zu ihrer Hofstelle mit dazu.
Somit verschwindet das ehemalige Schreiner-Anwesen nach 200 Jahren wieder aus dem Ortsbild.

Die Nachbarskinder Cilli und Hilde Weinspach vor dem "Fuchenshäusl" um 1950.
Quelle: Fuchssteiner Cilli, Steinach
1 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Quellen:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Pfarrei Steinach
BayHStA München, Hofanlagsbuchhaltung 514, Hofmark Steinach 1760
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster Steinach Umschreibehefte 1843-1960, Sig. 17-42/4, 17-42/7, 17-42/11
aktualisiert: 23.04.2025
Das Weinspach-Anwesen Hs.Nr. 50
1583: Die Fischersölde - 1623: Hafnersölde - 1760: Mulzer Häusl -
1808: Schindlmayr Hof Hs.Nr. 25 - ab 1838: Hs.Nr. 50
heute Bärnzeller Straße 4
von Claudia Heigl
Bei dieser ehemaligen Hofstelle am sogenannten Tonberg handelt es sich um ein uraltes Hafneranwesen.
1583 wird sie als „Fischersölde“ bezeichnet, auf der Hans Imhofer das Erbrecht besitzt.
Die Imhofer finden wir als Hafner auch auf der Imhofer-Sölde (Hs.Nr. 39, heute August-Schmieder-Str. 24, Schmid). 1
1623 zahlt der Hafner Hans Ziflinger auf der „Hafnersölde“ Abgaben, darunter auch das Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennige. Der Wert wird auf 5 Pfund Schilling Pfennige taxiert. Margaretha, die Witwe des Hans Imhofer, und ihre Tochter Katharina haben darauf noch das Leibrecht.2 3
Auch die Ziflinger sind eine alte Hafnersfamilie, die ihren Ursprung wohl auf der „Ziflinger-Sölde“ (alte Hs.Nr. 52, heute August-Schmieder-Str. 35, Prechtl) haben.
1623 gibt es drei Ziflinger als Hafner in Steinach – Hs.Nr. 44 und Hs.Nr. 69.
In den Wirren des 30jährigen Krieges wird das Anwesen zerstört und ist verwaist.
Erst mit Peter Holmayer (Holmer) ist 16914 wieder ein Besitzer dokumentiert. Er ist ein Bauerssohn von Unterhartberg und hat 1668 die Hirtentochter Apollonia Kiefel von Steinach geheiratet.
Fünf Kinder des Ehepaares sind bekannt:
- Markus (1668-1698) heiratet 1694 Magdalena Schlögl von Rattiszell und verdient seinen Unterhalt als Tagelöhner
- Lorenz (*1669)
- Bartholomäus (*1671)
- Anna (*1674)
- Adam (1681-1717)
Den Besitz übernimmt der jüngste Sohn Adam, der ebenfalls als Tagelöhner tätig ist. Er heiratet 1705 die Tagelöhnerstochter Maria Häberl von Steinach Nr. 38.
Das Ehepaar hat acht Kinder, von denen mindestens eines im Kindsalter stirbt:
- Wolfgang (*1706)
- Markus und Mathias (*1707)
- Simon (*1708)
- Maria (*1711)
- Maria (*1712)
- Apolonia (*+ 1715)
- Maria Anna (*1716) heiratet 1745 den Tagelöhnerssohn Mathias Wirth von Gschwendt

Nächste Besitzer könnten Markus Holzer und seine Ehefrau Maria, geb. Lankes gewesen sein. 1717 heiratete der Steinburger die Steinacher Zimmermannstochter.
Ein Bruder von Markus, Christoph Holzer hatte 1713 die Bauerstochter Maria Foidl von Agendorf geheiratet und arbeitet dort als Tagelöhner.
Uraufnahme von 1827 und heutige Bebauung
Quelle: Bayerische Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

1739 heiratete der 23jährige Steinacher Halbbauerssohn Joseph Billinger ihre Tochter Maria Eva Holzer und machte sich als Schuster sesshaft.
Tochter Walburga kommt im September 1740 zur Welt.
Nach zwei Jahren Ehe später stirbt der junge Ehemann und hinterlässt eine schwangere Ehefrau. Die Witwe vermählt sich drei Monate später mit dem Halbbauerssohn Joseph Schindlmayer von Eggerszell und bringt im Dezember ihre zweite Tochter zur Welt (Anna Maria Billinger *1741).
Aus der zweiten Ehe gehen nochmals sieben Kinder hervor.
Nach dem Tod des Vaters, übernimmt der älteste Sohn Johann Schindlmayer das Häusleranwesen und übt das Schneidergewerbe aus. Er heiratet die Halbbauerstochter Walburga Thanner von Kapflhof bei Haselbach.
Von den sechs Kinder überleben nur die beiden ältesten:
- Joseph (*1776) übernimmt das Anwesen
- Katharina (1779-1859) heiratet 1810 den Wagner Georg Prasch von Kirchroth
Sohn Joseph übernimmt 1799 das Häusleranwesen und nimmt die Krämerstochter Walburga Wiesmüller von Wolferszell zur Ehefrau. Von den drei Kinder überleben ebenfalls nur zwei:
- Michael (*1806) erbt das Haus
- Walburga (1810-1878) heiratet 1832 den Häusler Martin Speiseder von Münster Nr. 5
Nach dem Tod der 30jährigen jungen Ehefrau holt sich Joseph die Steinacher Kufnerstochter Walburga Haindl als Mutter für seine zwei kleinen Kinder ins Haus.
Zwei weitere Kinder werden noch geboren, die jedoch nicht das Säuglingsalter überleben.
1860 übernimmt der einzige Sohn Michael Schindlmayer im Alter von 54 Jahren das Anwesen von seiner Stiefmutter und heiratet die Bauerstochter Maria Dengler von Kienberg. Sie stirbt jedoch bald und der Witwer nimmt die Bauerstochter Anna Maria Heigl von Biberbach zur zweiten Ehefrau.
Als der kinderlose Schneider Michael Schindlmayer 1868 im Alter von 62 Jahren das zeitliche segnet, heiratet die 45jährige Witwe sechs Monate später den 37jährigen Nachbarssohn Johann Sachenbacher vom Schreineranwesen.

Nach zehnjähriger Ehe stirbt Maria Sachenbacher 1879 im Alter von 51 Jahren an Mutterkrebs.
Johann’s unverheiratete Schwester Elisabeth Sachenbacher zieht in das Haus ihres Bruders und übernimmt den Haushalt.

Elisabeth Sachenbacher (1829-1913) mit den Kindern ihrer Nichte Cäcilia Handwerker -
Maria (verh. Schwanzer) und Cäcilia (verh. Weinspach)
aufgenommen ca. 1913
(Bild: Familie Dafelmair, München)
1908 übergibt Johann Sachenbacher das Haus seiner Nichte Cäcilia Sachenbacher, die den Söldnerssohn Joseph Handwerker vom Schwarzholz heiratet.
Joseph Handwerker arbeitet mit seinem Schwager Johann Sachenbacher in dessen Schreinerei mit.

Das Haus mit Backofen um 1940
(Bild: Cilli Fuchssteiner, Steinach)
Joseph Handwerker und Cilli Handwerker, geb. Sachenbacher mit den beiden Kindern Maria und Georg
um 1930
(Bild: Cilli Fuchssteiner, Steinach)

Dieser Schrank wurde 1907 von Joseph Handwerker gefertigt, der ebenfalls als Schreiner tätig war.
(Privatbesitz)
Das Haus erbt die Tochter Cäcilia, die sich 1936 mit Georg Weinspach von Speyer vermählt.


Das Haus ist heute noch fast unverändert.
aufgenommen 2018
(Bild: Claudia Heigl)
1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Quellen:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Pfarrei Steinach
BayHStA München, Hofanlagsbuchhaltung 514, Hofmark Steinach 1760
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster Steinach Umschreibehefte 1843-1960, Sig. 17-42/4, 17-42/7, 17-42/11
bearbeitet: 19.04.2025
Das Schwanzer-Anwesen Hs.Nr. 69 1/2
heute Hafnerstraße 15
von Claudia Heigl
Als der Hafnerssohn Anton Ring sich mit 1869 mit der Therese Penker von Schalk vermählt, baut er neben seinem Elternhaus ein neues Haus, dass die Hausnummer 69 ½ erhält.

Vermessungsamt Straubing, Ortskarte Steinach Nr. 187b
Anton lebt mit seiner Ehefrau zehn Jahre in dem Haus und ist als Metzger in Steinach tätig. 1879 tauscht das kinderlose Ehepaar das Haus gegen ein Anwesen in Gottfrieding und zieht von Steinach weg.

Im August 1879 erwerben Georg und Maria Haber das Haus, die sich damit finanziell übernehmen. Im Juli 1880 ersteigert es Martin Urban von Unteraigen b. Schorndorf. Zwei Jahre später heiratet er die Söldnerstochter Katharina Müller von Großhöfling.
Am 12.09.1882 verkauft das Ehepaar Urban das Anwesen und errichtet in Wolferszell Nr. 78 (Kreuzstr. 8, heute Kinzkofer) ein neues Haus.

Das Haus in Steinach erwerben die Schreinerseheleute Georg und Katharina Sachenbacher, die vorher auf dem Hs.Nr. 49 (heute nicht mehr vorhanden) in Steinach ansässig waren.
Das Ehepaar hat drei Kinder – Johann, Maria und Cäcilia -, die nach dem Tod von Georg Sachenbacher das Anwesen erben. Schließlich übernehmen die unverheirateten Geschwister Johann und Maria Sachenbacher das Haus.

Das Haus war am Ortsende von Steinach Richtung Wolferszell
Auf dem Bild ist Johann Sachenbacher (1874-1940) mit seiner Schwester Cäcilia und ihrem Ehemann Joseph Handwerker zu sehen.
Sowohl Johann Sachenbacher und sein Schwager Joseph Handwerker arbeiteten in der Schreinerwerkstatt.
aufgenommen ca. 1915
(Bild: Familie Schwanzer, Steinach)
Johann Sachenbacher ist ebenfalls als Schreiner tätig. Nach seinem Tod erbt die Nichte Maria Handwerker das Haus, die mit Ludwig Schwanzer vom Kapflberg verheiratet ist.

Ludwig Schwanzer ist als Kraftfahrer im Schlossgut von Steinach tätig. Alle ersten motorisierten landwirtschaftlichen Geräte des Musterbetriebes werden von ihm bedient.

Der erste Traktor vom Schlossgut Steinach ca. 1930
gefahren von Ludwig Schwanzer
(Bild: Cilli Fuchssteiner, Steinach)

Ludwig Schwanzer auf einem Traktor Derigs mit Hackapparat ca. 1935
(Bild: Archiv für Heimatgeschichte, Nachlass Ludwig Niggl)
Quellen:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Pfarrei Steinach
StA Landshut, Grundsteuerkataster Steinach Umschreibehefte 1843-1960, Sig. 17-42/8, 17-42/12
Stand: 15.07.2022
Das Anwesen "Höpflgarten" Hs.Nr. 62 1/2
ab 1890 Hs.Nr. 34, heute Aufrother Str. 8
von Claudia Heigl
Am Fuße des Höpfelhofes liegt ebenfalls ein einzelner Hof, der Mitte des 20. Jahrhunderts als "Höpflgarten" bezeichnet wird.

aufgenommen im Juli 2009
Bild: Claudia Heigl
1874 erwirbt der Ausnahmsbauer des Höpflhofes, Josef Geith, dieses Grundstück von Johann Dietl (Hs.Nr. 62 in Münster) und errichtet hierauf einen Neubau. Den Höpflhof selbst hatten die Eltern bereits ihrer ältesten Tochter Therese 1871 übergeben. Das neue Anwesen erhält die Hausnummer 62 ½ und wird auch als „Höpflgarten“ bezeichnet.
1883 übergeben Josef und Theres Geith ihrem jüngsten Sohn, auch Josef Geith genannt, das kleine Anwesen. Ein Jahr später vermählt er sich mit Franziska Müller von Holzhaus.
Tochter Balbina Geith übernimmt 1921 das Anwesen und heiratet den Söldnerssohn Josef Aumer von Weihern.
Das kinderlose Ehepaar übergeben 1947 das Anwesen an Josef’s jüngerem Bruder Karl Aumer und dessen Ehefrau Maria Weinzierl. Beim Verkauf des höher gelegenen Höpflhofes erwerben beide einen Großteil von dessen Feldern.


Blick vom Höpflhof auf den darunter gelegenen Höpflgarten (heute Reitanlage). Dahinter liegt Münster.
aufgenommen im Juni 2022
Bild: Hans Agsteiner
Karl Aumer, der als junger Mann in die Wehrmacht eingezogen wurde, gelobte eine Kapelle zu errichten, wenn er aus dem Krieg lebend und gesund heimkommt. In den 1970er Jahren errichtete er auf dem Berg, in der Nähe des Höpflhofes, eine Marien-Kapelle nach russischem Vorbild. Sie ist als Aumer-Kapelle bekannt.
Der Hof im "Höpflgarten" wurde in eine Reitanlage umgebaut und ist inzwischen in den Händen neuer Eigentümer.
Quellen:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Pfaffmünster
StA Landshut, Grundsteuerkataster von Münster von 1843 - 1960, Sig. 17/22-6, 17/22-9, 17/22-14
Der Höpflhof
(alte Hausnummer 64, aber 1890 Hs.Nr. 35, heute Aufrother Str. 10)
von Claudia Heigl
Auf einer Anhöhe zwischen Münster und Aufroth liegt die Einöde Höpflhof, der auch unter dem Hausnahmen „Machthof“ bekannt ist.

aufgenommen im Juli 2009
Bild: Claudia Heigl
Zur Entstehung des Höpflhofes können wir in der Chronik des Münsterer Pfarrers Peter Knott folgendes nachlesen:
„Höpflhof: dieser Ort war 1790 noch ein Wald. Der letzte (Straubinger) Stiftsdechant Hoeber baute sich in den 1790er Jahren ein Sommerhaus ins Höpflholz. Daraus entstand der Name Höpflhof.“1
Höpfl leitet sich wohl von dem althochdeutschen Wort „hopfo“ = Hopfen ab2. Evtl. wurde auf dem Berg einmal Hopfen angebaut. Vielleicht früher auch Wein, denn auf einer alten Karte von 1571 ist zwischen Thalstetten und Pfaffmünster ein Berg mit einem Weingarten eingezeichnet3.
Johann Kaspar Höber entstammt dem Straubinger Lebzeltergeschlecht der Höber, die von 1685 – 1895 im heutigen Krönner-Anwesen am Stadtplatz beheimatet waren4. Er war der letzte Straubinger Stiftsdechant des Chorherrenstifts St. Tiburtius und St. Jakob, das bis 1581 in Münster ansässig war und umfangreichen Grundbesitz in und um Münster hatte.
Neben dem Sommerhaus besaß Höber 1808 noch vier Aufrother Weiherwiesen und ein Holzgrundstück aus dem ehemaligen Stiftswald. In dem Häuser- und Rustikalsteuerkataster von 1808 wird die neue Ansiedlung als „1/8 Höpfel Neubauhof“ aufgeführt5. Der Besitz ist „ludeigen“, d.h. er untersteht keinem Grundherrn mehr und ist frei verfügbares Eigentum. Der Einödhof erhält die Hausnummer 64 in der Steuergemeinde Münster.

aufgenommen ca. 1930
Auszug aus einer Ansichtskarte (Hist. Verein Straubing Nr. 312)
Nach dem Tod von Johann Kaspar Höber im Jahr 1814, veräußern die Erben den Hof an den Bauern Paul Gierl jun. von Sossau.
Paul hatte 1812 von seinem Vater Paul Gierl sen. den Wörthhof in Sossau incl. 60 Tagwerk Grundbesitz übernommen. 1817 heiratet er die Müllerstochter Anna Potzler von der Ödmühle bei Aiterhofen und erwirbt den Höpflhof bei Münster. Den ererbten Besitz in Sossau verkauft er an den Bruder seines Vaters, Dr. Xaver Gierl6.
Paul und Anna Gierl leben jedoch nicht glücklich miteinander und wirtschaften den Hof ab. Schließlich verkauft Paul Gierl den Hof ca. 1819 an seine Schwester und seinen Schwager Anna und Mathias Ramsauer und lebt fortan getrennt von seiner Ehefrau.
1829 übergibt Mathias Ramsauer seinem Stiefsohn Sebastian Weinzierl den Hof mit 36 Tagwerk Grundbesitz, der sich mit Anna Maria Poiger von Oberzeitldorn vermählt.

1852 erwirbt ein Johann Brem das Anwesen. Er ist mit einer Anna Maria Schreiber von Nanzing verheiratet.

1861 tauscht Brem den Hof gegen das kleinere „Geithengütl“ Hs. Nr. 60 in Münster (heute Falkenfelser Str. 2) ein. Josef und Theresia Geith müssen noch 2.150 Gulden für das größere Anwesen auf dem Berg drauflegen.
1873 übernimmt ihre Tochter Theresia Geith den 36 Tagwerk großen Höpflhof und holt sich als Bauer Lorenz Enghofer von Frauenthal auf den Hof. Ein Jahr später erwerben die Eltern Josef und Theresia Geith ein Grundstück am Fuße des Höpflhofes und errichteten hierauf einen Neubau, der auch „Höpflgarten“ bezeichnet wird. 1883 übergeben sie dieses kleinere Anwesen an ihren jüngsten Sohn Josef Geith.

1904 übernimmt Sohn Otto Enghofer den Höpflhof, der die Bauerstochter Franziska Schütz von Schwaigersried zur Ehefrau nimmt. Im Rahmen der Mobilmachung wird Otto Enghofer 1915 gemustert und am 12. Juli 1916 nach Frankreich an die Front geschickt, wo er 2 Monate später, am 28. September in der Sommeschlacht im Alter von 39 Jahren fällt7.
Auf der Ehrentafel der Soldaten des 1. Weltkrieges wird er als Otto Enkofer aufgeführt. Das Sterbedatum ist lt. den Kriegsstammrollen am 28.9.1916.
Nach dem Tod ihres Schwiegervaters 1919 heiratet die Witwe Franziska Enghofer Xaver Wagner von Münster. 1921 verkaufen beide den Hof an Franziska und Luitpold Buchner und ziehen nach Münster, wo sie ein kleines Anwesen erwerben. Zwei Jahre später stirbt die 40jährige Franziska Wagner an den Folgen einer schweren Geburt und der Witwer vermählt sich erneut mit Anna Zens von Münster.

Die Buchner’s bleiben nur ein Jahr und veräußern den Hof im April 1922 an Josef und Therese Schedlbauer. Doch schon ein Jahr später stirbt der 44jährige Bauer an einer Blutvergiftung. Die Witwe wirtschaftet noch vier Jahre weiter und verkauft dann 1927 an Hans Plagge.
Fünf Jahre später, im Februar 1933 erwerben Johann und Kreszenz Siglmüller den Einödhof, die ihn ein Jahr später im Mai 1934 an Max und Franziska Macht weiterveräußern. Der Hausname „Machthof“ ist vielen Münsterer heute noch im Gedächtnis. Als Max Macht 1955 im Alter von 71 Jahren verstirbt, verpachtet die Tochter Maria Siedersbeck den Hof, denn sie bereits 1949 von ihren Eltern überschrieben bekommen hatte.
1961 erwerben schließlich Dr. August Scharnagl und seine Ehefrau Luise die Hofstelle des Höpflhofes.
Ein Großteil des Grundbesitzes erwerben Karl und Maria Aumer vom sog. Höpflgarten.
Inzwischen ist der Hof auf dem Berg wieder in der Hand von neuen Eigentümern.
1 Agsteiner Hans, Steinach – Eine Heimatgeschichte und Chronik der Gemeinde Steinach mit den Gemeindeteilen Münster, Agendorf und Wolferszell. (Vielen Dank an Hans Agsteiner für den Hinweis.)
2 Mondschein J., Die Ortsnamen der Straubinger Gegend veröffentlicht im Jahresbericht des Hist. Vereins f. Straubing und Umgebung 5. Jg. 1902, Straubing 1903
3 BayHStA Plansammlung 2792
4 Aufzeichnungen von Hans Agsteiner, Münster (aus Rohrmayr, Häusergeschichte der Stadt Straubing).
5 StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808, Besitz Nr. 147
6 Fendl Edda, Der historische Ortskern des Klosterdorfes Sossau, 2010, S. 120
7 Bay. Hauptstaatsarchiv München, Kriegsstammrollen des Königreichs Bayern, 1. Weltkrieg 1914-1918, Abteilung IV Kriegsarchiv
Weitere Quellen:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Pfaffmünster
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Münster von 1838
StA Landshut, Umschreibbuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Münster 1814-1843
StA Landshut, Umschreibehefte zum Grundsteuerkataster Münster 1843-1960 Bd. 17/22-6, 17/22-9, 17/22-14
Bild Otto Enghofer aus der Ehrentafel der Soldaten des 1. Weltkrieges, Gasthaus Münster
Die Besitzer des Hauses Hs.Nr. 89
- heute Riedstr. 11
von Claudia Heigl
Außerhalb von Steinach, an der ehemaligen Verbindungsstraße zwischen Steinach und Münster (Riedstraße) wurde um 1892 ein kleines Anwesen errichtet.
Durch die rege Bautätigkeit am Kellerberg in den letzten Jahrzehnten grenzt das Anwesen nun fast an das Siedlungsgebiet an.

Auszug aus einer Ansichtskarte von 1950
(Archiv für Heimatgeschichte Steinach)
Das Grundstück gehörte ursprünglich zum Anwesen Hs. Nr. 13 in Steinach (heute August-Schmieder-Str. 5), dass 1891 von den Immobilienhändlern Loibl und Kapfhammer zerschlagen wurde.
1891 kaufen Bemmerl Rupert und Amalie einen Grundstücksteil von 859 qm und errichten hierauf ein Wohnhaus mit Stall und Stadel das die neue Hs.Nr. 89 erhält. Ihr bisheriges Haus (mit dem kleineren Grundstück) in der Wittelsbacher Str. 4 verkaufen sie 1895 an Georg Bachl.

Am 14.07.1914 erwirbt Leibl Kreszenz das Anwesen um 8.000 Mark. Kreszenz stammt aus dem Leibl-Hof in Oberniedersteinach Nr. 9 und war die Tochter von Maria Leibl, die 1897 ihre fünf Kinder verließ um zu ihrem Schwarm nach Amerika durchzubrennen. Diese filmreife Geschichte wurde von Josef Schlicht in seinem Aufsatz „Mutterlos“ festgehalten.

Kreszenz und Ludwig Gierl mit drei ihrer Kinder
aufgenommen 1929
(Bild: Familie Mühlbauer)
1915 heiratet Kreszenz den Wirtspächtersohn Ludwig Gierl von Gschwendt.
Das Ehepaar bekommt neun Kinder, von denen der vorehelich geborene kleine Sohn und die letztgeborene Zwillingtochter das Säuglingsalter nicht überleben.
Als Kreszenz mit 61 Jahren stirbt, heiratet der Witwer ein Jahr später die Witwe Franziska Braun.
Nach dem Tod von Ludwig Gierl vermählt sich seine 2. Ehefrau Franziska Gierl 1962 nochmals und veräußert das Anwesen an die heutigen Eigentümer.

Quellen:
StA Landshut, Umschreibehefte zum Grundsteuerkataster Steinach 1843 - 1960, Bd. 17-42/4, 17-42/7, 17-42/11
BZAR, Pfarrmatrikel Steinach
Die Bürgermeisterin und Bürgermeister der Gemeinde Steinach

seit 2020
Christine Hammerschick
CWG

1995 - 2020
Karl Mühlbauer
CWG

1966 - 1995
Josef Schneider (1927-1995)
CSU
Josef Schneider war vor und nach der Gebietsreform (Eingemeindung von Agendorf 1974 und Münster 1978) Bürgermeister von Steinach.

1948 - 1966
Ludwig Lehner (1890-1970)

1945 - 1948
Karl Echinger (1889-1972)

1936 - 1945
Ludwig Niggl (1875-1971)
1933 - 1936
Franz Herrnberger (1903-1990)

1930 - 1933
Xaver Bachl (1882-1956)

1919 - 1929
Eduard Hagenauer (1868-1943)

1900 - 1919
Simon Bugl (1868-1939)

1896 - 1899
Franz Xaver Bachl (1850-1929)

1894 - 1896
Franz Xaver Hahn (1858-1938)
1882 - 1893
Johann Dietl
1875 - 1881
Joseph Helmbrecht (1834-1923)
1872 - 1875
Michael Bogner (1823-1883)
Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Münster bis 1978
1978 wurde die ehemalige politische Gemeinde Münster aufgelöst und im Rahmen der Gebietsreform in die Gemeinde Steinach eingemeindet.

1966 - 1978
Martin Dengler (1921-2003)

1948 - 1966
Ferdinand Färber (1888-1969)
1946 - 1948
Johann Janker (1897-1977)
1929 - 1945
Josef Biederer (1883-1963)
1928 - 1929
Josef Gabler (1857-1937)
1919 - 1927
Johann Ettl (*1869)
1907 - 1919
Johann Bauer (1869-1957)
1866 - 1907
Platzer/Geier
1863 - 1866
Sieber
1860 - 1863
Weber
Gemeindevorsteher nach der Chronik des Pfarrer Knott:
1839 Dengler Alois
1837 - 1839 Gierl Josef
1836 - 1837 Schwarzensteiner
1830 - 1836 Platzer Thomas
1824 - 1830 Prommersberger Michael
1818 - 1824 Sieber Martin
Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Agendorf bis 1974
Zur ehemaligen Gemeinde Agendorf gehörten die Gemeindeteile Agendorf, Bruckmühle, Hoerabach, Kapflberg, Kindlasberg, Muckenwinkling, Pellham, Rotham, Trudendorf und Wolferszell.
Zum 1.7.1974 wurde die Gemeinde lt. Gemeinderatsbeschluß aufgelöst. Muckenwinkling und Trudendorf kamen in die Gemeinde Oberalteich, alle anderen Gemeindeteile wurden in die Gemeinde Steinach eingemeindet.

1960 - 1974
Sebastian Kettl (1900-1991)
Agendorf
1947 - 1960
Peter Landstorfer (1885-1964)
Trudendorf

1945 - 1947
Rupert Leibl (1887-1964)
Agendorf
1918 - 1945
Xaver Spanner (1907-1983)
Agendorf

1900 - 1917
Xaver Hiegeist (1857-1936)
Hoerabach
1896 - 1899
Xaver Landstorfer (1848-1899)
Trudendorf
1894 - 1896
Michael Bachl (1858-1896)
Agendorf
1880 - 1894
Johann Heisinger (1833-1896)
Hoerabach
1876 - 1880
Franz Xaver Meier (1821-1880)
Agendorf
1872 - 1875
Georg Dietl (1840-1906)
Agendorf
Quellen:
Beschlussbücher der Gemeinden Steinach, Agendorf und Münster
Agsteiner Hans, Steinach - Eine Heimatgeschichte und Chronik der Gemeinde Stenach mit den Gemeindeteilen Münster, Agendorf und Wolferszell
Die Rolle des Gemeindevorstehers bzw. Bürgermeister/Bürgermeisterin
Gemeindevorsteher ab 1808
Die Gemeindeversammlung hatte nur ein Vorschlagsrecht für das Amt des Gemeindevorstehers, der eine staatliche Bestätigung bedurfte.
Gemeindevorsteher ab 1818
Nach dem Gemeindeedikt von 1818 entstanden die Gemeinden Agendorf, Münster und Steinach. Der Gemeindevorsteher und Gemeindeausschuss wurde in der Gemeindeversammlung gewählt.
Bürgermeister ab 1869
Der Bürgermeister wurde unmittelbar von den wahlberechtigten Gemeindebürger gewählt. Als Vorstand des Gemeindeausschusses war er für die Geschäftsverteilung und den Vorsitz der Sitzungen zuständig.
Bürgermeister 1919 - 1927
Nach dem Selbstverwaltungsgesetz von 1919 war der gewählte Stadtrat bzw. Gemeinderat das alleinige Vertretungs- und Verwaltungsorgan der Gemeinde. Der Bürgermeister führte lediglich den Vorsitz. Die 1919 definierte Rolle des Bürgermeisters bewährte sich in der Praxis nicht, so dass seine Rechte trotz des Einkammersystems schon in der Gemeindeordnung von 1927 wieder gestärkt wurden.
Bürgermeister 1935 - 1945
Die Deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 übertrug, dem Führerprinzip folgend, die gesamte Verantwortung dem Bürgermeister als autoritärem Leiter der Gemeinde. Kandidaten für das Bürgermeisteramt wurden seit 1935 von NSDAP-Beauftragten ausgewählt und der Aufsichtsbehörde zur Berufung vorgeschlagen, worauf die Ernennung in der Gemeinde folgte.
Bürgermeister 1945 - 1952
Nach Kriegsende 1945 ersetzte die amerikanische Besatzungsmacht die nationalsozialistischen Bürgermeister durch politisch unbelastete Personen. Gestaffelt nach Gemeindegrößen fanden schon im Januar, April und Mai 1946 auf Drängen der Amerikaner wieder demokratische Kommunalwahlen statt, wodurch die Gemeinderäte wieder die führende Stellung als Verwaltungsorgane in den Gemeinden erlangten. Die Bürgermeister wurden von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählt.
Bürgermeister seit 1952
Nach dem bis in die Gegenwart geltenden, in der Gemeindeordnung von 1952 grundgelegten Kommunalrecht sind der Gemeinderat und der erste Bürgermeister Hauptorgane der Gemeinde. Der Bürgermeister vertritt die Gemeinde nach außen. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und als selbständiges Organ zugleich Chef der Gemeindeverwaltung. Die direkte Wahl durch die Gemeindebürger (Urwahl) ermöglicht ihm/ihr eine weitgehend parteiunabhängige Amtsführung.
Wolfsdrüssel
von Claudia Heigl
Bei der Einöde Wolfsdrüssel, die zwischen Steinach und Münster liegt, handelt es sich um eine Ansiedlung am Anfang des 19. Jahrhunderts.
Das Anwesen gehört in die Gemarkung Steinach, ist jedoch seelsorgerisch der Pfarrei Pfaffmünster zugewiesen.

Die Einöde Wolfsdrüssel
aufgenommen im Juni 2022
Bild: Claudia Heigl
Die Ortsbezeichnung Wolfsdrüssel dürfte sich vom althochdeutschen „drüzzel“ ableiten. Dies bedeutet Gurgel, Schlund, Kehle. Ggf. weist die Bezeichnung auf eine Wolfsschlucht hin.
Tatsächlich liegt die Lichtung in einer Senke zwischen dem bewaldeten Helmberg und Singberg. Hier könnten sich früher Wölfe aufgehalten haben.

Nördlich von Münster finden wir öfters Flurbezeichnungen, die auf Wolfsvorkommen hinweisen.
(Karte: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas, Uraufnahme von 1827)
Das Grundstück gehörte ursprünglich zum Wieden- bzw. Schrötterhof in Steinach Hs.Nr. 30 (Götzstr. 10, Hien-Anwesen).
Am 08.04.1817 verkauft Elisabeth Hilmer, die Witwe des Schröttenhof-Bauern Franz Hilmer fünf Tagwerk an Ackerfläche, zwei Tagwerk an Mooswiesen und einem Hölzl an den Steinacher Häusler Johann Laubner (auch Laumer) (alte Hs.Nr. 43, heute August-Schmieder-Str. 29, Kiefel)1. Darunter auch den Acker in Wolfsdrüssel.
Nach dem frühen Tod von Johann Laumer heiratet die 37jährige Witwe Anna Maria Laumer 1819 Georg Holl von Obermotzing.
Georg und Anna Maria Holl beginnen auf ihrem Grund in Wolfsdrüssel zwischen Steinach und Münster ein neues Haus zu errichten.
Am 21.07.1826 veräussert das Ehepaar ihr Haus in Steinach an Lorenz Riedl und zieht mit der Familie in das neu erbauten Anwesen nach Wolfsdrüssel.

In der Karte zum Liquidationsprotokoll von 1838 der Steuergemeinde Steinach
sieht man genau den Grenzverlauf zwischen den Steuergemeinden Steinach und Münster
Quelle: Vermessungsamt Straubing
Bei dem neuen Hof handelt es sich um ein einstöckiges Wohnhaus mit Stallung und Stadel unter einem Dach. Außerdem sind noch ein Getreidekasten und ein Backofen vorhanden.
Da das Grundstück zur Steuergemeinde Steinach zählt, erhält es die fortlaufende neue Hausnummer 73.
Seelsorgerisch wird der Hof der Pfarrei Pfaffmünster zugewiesen, wozu auch schon der benachbarte Helmberger Einödhof und der Hof am Singberg gehören.
Der Hof liegt direkt an der Straße zwischen Steinach und Münster.
aufgenommen ca. 1950
(Bild: Familie Holmer, Wolfsdrüssel)
Am 23. Januar 1834 übergeben Anna Maria und Georg Holl das Anwesen an ihre Tochter bzw. Stieftochter Anna Maria Laumer, die kurz darauf Josef Hien vom Bielhof zum Ehemann nimmt.
1870 heiratet Johann Scherer von Altenhof bei Kirchroth in das Anwesen in Wolfsdrüssel ein.

1897 übernimmt Josef Scherer den Hof von seinen Eltern, der sich mit Maria Schollerer von Dunk vermählt. 1906 kommt der erst 37jährige Josef Scherer ums Leben und hinterlässt drei Kinder zwischen sechs und vier Jahren und eine schwangere Ehefrau. Das fünfte Kind, ein kleiner Sohn, kommt im September zur Welt, stirbt jedoch bereits nach vier Wochen an der gefürchteten Frais, die häufigste Todesursache bei Säuglingen.
Drei Jahre später heiratet die 33jährige Witwe den Söldnerssohn Michael Wolf aus Untermiethnach. Aus dieser Ehe gehen keine Kinder mehr hervor.

Maria mit ihrem zweiten Ehemann Michael Wolf, Sohn Josef Scherer jun. und einer ihrer Töchter um 1930
Bild: Familie Holmer, Wolfsdrüssel


Das neu erbaute Schloss Steinach grenzt ab 1904 direkt an dem Anwesen an.
Oben Anwesen Scherer/Holmer darunter das ehemalige Kutschenhaus und Pförtnerhaus des Neuen Schloss Steinach.
aufgenommen 1956
Bild: Archiv für Heimatgeschichte Steinach
Josef Scherer, der einzige Sohn aus erster Ehe, folgt seinem Stiefvater und seiner Mutter als Hofbesitzer nach. Er verheiratet sich mit Maria Kinzkofer aus Landorf.
Eine Tochter aus der Ehe übernimmt den Hof und durch ihre Heirat ändert sich der Familienname auf Holmer.

Der Hof um 1960
Bild: Familie Holmer, Wolfsdrüssel
Das Anwesen auf der gegenüberliegenden Seite der Kreisstraße am Helmberg liegt im Gebiet der Gemarkung Münster. Es wurde Mitte des 20. Jahrhunderts erbaut und gehört nicht zur Einöde Wolfsdrüssel.

aufgenommen im Juni 2022
Bild: Claudia Heigl
1 StA Landshut, Rentamt Straubing B79_1814-1843 Umschreibbuch zum Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach
Weitere Quellen:
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Steinach 1838
StA Landshut, Umschreibehefte zum Grundsteuerkataster der Steuergemeinde Steinach 1843 - 1960, Sig. 17/42-4, 17/42-7, 17/42-8, 17/42-12
Die Straßennamen der Gemeinde und ihre Bedeutung
von Hans Agsteiner und Claudia Heigl
Die Häuser in den Gemeinden Steinach, Münster und Agendorf wurden seit der Erstellung der Häuser- und Rustikalsteuerkataster 1808 durchnummeriert.
Beim Bau eines neuen Hauses erhielt das neue Haus die nächste höhere Nummer, egal an welcher Stelle im Ort es gebaut wurde.
Bei Grundstücksteilungen erhielt das neue Haus eine Bruchnummer (z.B. Hs.Nr. 17 1/2 und 17 1/3) des alten Hauptanwesens (Hs.Nr. 17) .
Da dies mit zunehmender Bautätigkeit im 20. Jahrhundert immer unübersichtlicher wurde, führten die Gemeinden in den 1960er Jahren Straßennamen mit neuen Hausnummern ein.
Straßen in Steinach
Agendorfer Weg
Der Geh- und Radweg entlang des Steinbaches verbindet Steinach mit Agendorf.
Aichmühlerstraße
Die Straße führt von der oberen Steinacher Siedlung nach Osten Richtung Aichmühl.
Am Anger
Ein begrünter Anger mit einem Kinderspielplatz lockert die neue Siedlung Steinach-Ost auf.
Am Moosacker
Die nördliche Querspange verbindet die Gemeindestraßen "Zum Lehmoos" und "Bayerwaldstraße" im Gewerbegebiet Steinach-Süd.
Die in der Nähe liegenden Äcker haben den Flurnamen Moosacker.
Am Sportzentrum
Es wird Bezug genommen auf das im Jahre 1979 eingeweihte vorbildliche Sportzentrum.
Am Weingarten
Im Baugebiet Kellerberg wurde nach den Flurnamensammlungen von Rolf Daiminger und August Pfeffer einst Wein angebaut.
August-Schmieder-Straße
Dr. Karl August von Schmieder erwarb 1901 das Steinacher Schloss mit dem Gutsbetrieb. Zwischen den Jahren 1904 bis 1908 ließ er auf dem Singberg das Neue Schloss erbauen, das einst zu den feudalsten Herrensitzen Niederbayerns zählte. Ihm verdankt Steinach die weltberühmte Grünland-Saatzucht, die Errichtung eines führenden Vollblutgestüts in Unterniedersteinach und vieles anderes.
Vor dem 20.Jahrhundert wurde der obere Teil der Straße auch "Herrenstraße" genannt, da sie den Pfarrherrn und Benefiziatsherrn mit dem Schlossherrn verband.
Bachstraße
Der Straßenname verweist auf den Steinachbach, der bei Bärnzell entspringt, das untere Dorf durchfließt und bei Agendorf in die Kinsach mündet. Der Ortsname „Steinach“ leitet sich unter anderem von diesem Bach „althochdeutsch „ahe“) ab.
Bärnzeller Straße
Die Bärnzeller Straße verbindet Steinach mit der Ortschaft Bärnzell.
Bayerwaldstraße
Bei der Straße im Gewerbegebiet Steinach-Süd handelt es sich um die alte B20 die von Straubing in Richtung Bayerwald führte.
Berchemstraße
Die Freiherren von Berchem-Königsfeld waren von 1839 bis 1899 Eigentümer des Alten Schloss Steinach und dem Gutshof.
Berghofstraße
Die Straße verbindet Steinach mit dem Ortsteil Berghof.
Brunnenweg
Der sogenannte „Gstettenbrunnen“, den Josef Schlicht als einen der beiden althergebrachten Dorfbrunnen anführt, war namensgebend. Alte Steinacher haben den Brunnen noch benützt, die Quelle ist heute noch vorhanden.
Dohlenweg
Benannt nach dem gleichnamigen Vogel.
Domkapitelstraße
Steinach war im hohen und späten Mittelalter ein wichtiger Amtssitz des Augsburger Domkapitels für dessen nördlich der Donau gelegenen Güter. Die Steinacher Ritter finden wir in dieser Zeit auch als Lehensleute des Domkapitels.
Die eingemeindete Ortschaft Agendorf stand ebenfalls im Besitz des Augsburger Domkapitels. Aus diesem Grund befindet sich die goldene Lilie des Domkapitels im Steinacher Gemeindewappen und im Straubinger Stadtwappen.
Dr.-König-Platz
Der Name König ist mit der deutschen Grünlandwirtschaft eng verbunden. Als im Jahre 1931 in Steinach das erste selbständige Grünlandinstitut zu Lehr- und Forschungszwecken gegründet wurde, betreute man Dr. Friedrich König mit dessen Leitung.
Dr.-Matthießen-Straße
Dr. Wilhelm Matthießen (1891-1965) war ein bekannter Schriftsteller und Dichter. 1940 kam der Rheinländer nach Steinach und blieb hier bis zu seinem Tod. Der Schriftsteller ist bekannt durch seine Kinder- und Jugendbücher, wie z.B. "Das rote U", "Das alte Haus" und "Die grüne Schule".
Finkenweg
Benannt nach dem gleichnamigen Vogel.
Gewerbering
Ringstraße im Gewerbegebiet Rotham
Götzstraße
Die Straße wurde früher „Götz-Gasse“ genannt. Sie zweigte beim unteren Dorf am Fuße des Schlossberges nach rechts ab und endete beim sog. „Ammerbauerngut“. Ein Fußweg führte dann zwischen dem heutigen Kiefel-Anwesen und Foidl-Anwesen weiter in das obere Dorf. Ihren Namen hat sie vom dem Bauern Bärthlme Götz, der 1623 das „Ammerbauerngut“ bewirtschaftete. Ca. 1918 wurde die Straße erweitert und damit für Fahrzeuge befahrbar gemacht.
Graf-Hundt-Straße
Benannt nach dem Steinacher Schlossbesitzer Dr. Wiguläus Hundt (1514-1588), der als Rechtsgelehrter, Staatsmann und Historiker in die Bayerische Geschichte eingegangen ist.
Hafnerstraße
Auch dieser Straßenname hat eine lange Tradition. Schlicht berichtet von insgesamt zehn Töpfereien in Steinach. Die vier bedeutenden befanden sich in dieser Straße. Die letzte Hafnerei von Steinach ist 1880 mit Jakob Echinger erloschen.
Helmbergstraße
Der Helmberg, ein markanter Hügel aus Kalkstein, ist dem Urgestein des Bayerischen Waldes vorgelagert und stellt eine geologische und botanische Seltenheit dar. Zwischen Steinach und Münster gelegen, kann er gleichsam als ein Bindeglied zwischen beiden Ortschaften betrachtet werden. Er wird im Jahre 1301 erstmals als „Helmperg“ erwähnt. 1444 werden die Weingärten am Helmperg genannt.
Hochstraß
Die Ringstraße im Gewerbegebiet Steinach-Süd wurde nach der Flurbezeichnung Hochstrasse benannt.
Hofmarkstraße
Der Ort Steinach war einst eine Hofmark, d.h. ein mit der niederen Gerichtsbarkeit ausgestatteter Verwaltungsbezirk unter der Leitung des Hofmarksherrn (Schlossbesitzer).
Hohe-Kreuz-Siedlung
Straße in der Hohen Kreuz Siedlung.
Hohe-Kreuz-Straße
Straße am südlichen Ortsausgang, die direkt zur Hohen-Kreuz-Kapelle führt. Eine Andachtsstätte auf freiem Feld.
Hohenburgstraße
Die Familie Hörwarth von Hohenburg war von 1623 - 1788 Hofmarksherren von Steinach und Eigentümer des Alten Schloss Steinach.
In der Spreiz
Das Gelände am Hang südlich der Riedstraße, im Baugebiet Kellerberg-West, trägt den Flurnamen „In der Spreiz“, von dem sich der Straßenname ableitet. Der Name kommt vom mittelhochdeutschen „spriden“, d.h. ausbreiten. Vermutlich wurde hier Flachs zum Trocknen ausgebreitet.
Johann-Gnogler-Straße
Johann Gnogler war von 1947 – 1965 Pfarrer in Steinach. Er machte sich bei der Erweiterung der Steinacher Pfarrkirche, der Renovierung der Gschwendter Kirche und dem Schulhausneubau (1960) verdient.
Kellerbergstraße
Der an das Siedlungsgebiet im Westen und Norden anschließende Kellerberg mit einer Turmruine und einem großen Kellersystem im Berginneren, das früher als Bierdepot diente, gab dem Siedlungsgebiet und der Straße den Namen.
Kirchweg
Der Kirchweg führt vom ehemaligen Hirtenhaus im unteren Dorf vorbei bis zum, im oberen Dorf gelegenen, Baderhaus. Es war der direkte (Fuß)Weg vom unteren Dorf zur Kirche.
Krokusweg
Benannt nach der gleichnamigen Blume.
Lerchenring
Benannt nach dem gleichnamigen Vogel.
Lilienweg
Benannt nach der gleichnamigen Blume.
Ludwig-Lehner-Straße
Ludwig Lehner war Bürgermeister der Gemeinde Steinach von 1948 bis 1966. In den schwierigen Nachkriegsjahren leitete er die Geschicke der Gemeinde.
Münsterer Straße
Ortsverbindungsstraße zwischen Steinach und Münster
Narzissenweg
Benannt nach der gleichnamigen Blume.
Ludwig-Niggl-Straße
Landesökonomierat Ludwig Niggl (1875-1971) war 1904 mit der Leitung der später durch ihn weltberühmt gewordenen Schmiederschen Gutsbetriebe in Steinach betraut worden. Der „Grünlandvater“ bildete die Keimzelle für die Grünlandbewegung in ganz Deutschland.
Pfründeweg
Weg in der Siedlung der Pfarrpfründestiftung.
Raiffeisenstraße
Mit dieser Namensgebung sollen die Verdienste Friedrich Wilhelm Raiffeisens um die dörfliche Bevölkerung gewürdigt werden.
Riedstraße
Josef Ried war Leibjäger des Schlossherrn August von Schmieder. Er lebte mit seiner Familie in dem Forsthaus, das gleichzeitig mit dem Neuen Schloss erbaut worden war. Die Straße verbindet Steinach mit dem Forsthaus Ried.
Ritterstraße
Steinach wurde im Mittelalter von bedeutenden Rittergeschlechtern geprägt, die als Lehensleute des Augsburger Domkapitels, der Grafen von Bogen und der bayerischen Herzöge die alte Steinacher Burg bewohnten.
Rothamer Straße
Straße die von Wolferszell neben dem Gewerbegebiet Rotham zum Weiler Rotham führt.
Sankt-Michael-Straße
Benannt nach der Steinacher Pfarrkirche Sankt Michael.
Schlichtstraße
Josef Schlicht lebte von 1832 bis 1917 und wirkte in Steinach als Schlossbenefiziat von 1871 bis zu seinem Tod. Er gilt als Klassiker der deutschen Volkskunde. Eingehend erforschte er die Geschichte von Steinach.
Sennebogenstraße
Straße im Gewerbegebiet Steinach-Süd zum Betriebsgelände der Firma Sennebogen.
Singbergstraße
Der Singberg, 1324 und auch 1634 „Gerhartsberg“ genannt, liegt wie der Helmberg zwischen Steinach und Münster. Er wird als Bergsiedlung eines Gerhart gedeutet. Der Steinacher Schlossbenefiziat und Heimatforscher Josef Schlicht vermutet, dass der nahe gelegene Vogelherd1 für die Umbenennung maßgeblich war. In den Jahren 1904 bis 1908 errichtete der Steinacher Schlossbesitzer Dr. August von Schmieder auf dem Singberg das Neue Schloss Steinach.
Steinbruchstraße
Straße die von der Kreisstraße zum Steinbruch führt.
Straubinger Straße
Ursprünglich Richtung Straubing führende Straße.
Tulpenstraße
Die Straße befindet sich in der Siedlung „Oberes Dorf“. Benannt nach der gleichnamigen Blume.
Turmfalkenstraße
Benannt nach dem gleichnamigen Vogel.
Warterweg
Nach dem Rittergeschlecht der Warter von der Wart und Steinach benannt, welches fast 250 Jahre in Steinach saß. Anna von der Wart errichtete 1549 das Alte Schloss Steinach. Auf das Wartergeschlcht geht das heute noch bestehende Steinacher Schlossbenefizium zurück.
Wichmannstraße
1105 wird das Dorf Steinach auch erstmals urkundlich erwähnt. Wichmann de Stainaha tritt als Zeuge bei einer Schenkung an das Kloster Oberalteich im Jahre 1105 als Untervogt des Augsburger Domkapitels auf. Als Inhaber des Herzogslehen und Dienstmann der Grafen von Bogen verwalteten der Burgherr die übertragenen Güter.
Wittelsbacher Straße
Angesprochen sind die großen Wittelsbacher Waldbesitzungen nördlich von Steinach.
Wolferszeller Weg
Ortsverbindungsweg zwischen Steinach und Wolferszell
Zum Lehmoos
Die Straße verläuft südlich von Steinach Richtung Gewerbegebiet Steinach-Süd. Der Name erinnert an die Flurbezeichnung und die alte verschwundene Hofstelle „Lehmoos“.
Straßen in Münster
Am Lohgraben
Der Straßenname verweist auf den Lohgraben im Osten der Münsterer Flur.
Aufrother Straße
Verbindungsstraße zwischen Münster und Aufroth.
Berghofstraße
Verbindungsstraße zwischen Münster und dem Ortsteil Berghof.
Bergstraße
Die Bergstraße führt von der Ortsmitte zum Buxenberg und Hatzenberg.
Brunnenstraße
Mit Brunnen ist gemeint der „Brunnen des Zweckverbandes der Buchberg-Gruppe.“
Buchbergstraße
Der Buchberg ist zusammen mit dem Helmberg wegen seiner geologischen und botanischen Einmaligkeit bekannt.
Chorherrenstraße
Erinnert wird hier an die Mitglieder des Kollegiatstiftes St. Tiburtius zu Pfaffmünster Anfang des 12. Jahrhunderts. Die Geistlichen des Stiftes hießen Chorherren oder Kanoniker.
Falkenfelser Straße
Verbindungsstraße zwischen Münster und Falkenfels.
Gabriel-von-Seidl-Straße
Benannt nach dem Münchner Architekt, der das Neue Schloss Steinach geplant hat.
Gartenstraße
Wegen der aneinandergereihten Gärten vor den Gebäuden ist diese Straße so benannt.
Johann-Höller-Weg
Der Straubinger Chorherr Johann Bartholomäus Höller (1667-1741), ein Adoptivsohn des berühmten Straubinger Bürgermeisters Simon Höller, hat sich große Verdienste um die Münsterer Pfarrkirche St. Tiburtius erworben. Er ließ in den Jahren von 1730 – 1740 die von den Schweden im 30jährigen Krieg schwer geschädigten Kirche mit Mitteln seines privaten Vermögens instandsetzen und umbauen. Die beiden romanischen Osttürme wurden abgetragen und ein mit einer Doppelkuppel gekrönter Westturm errichtet, eine neue Sakristei angebaut und das Kircheninnere mit Altären und Fresken im Stil des frühen Rokoko geschmückt. Für die Pfarrei erwarb er ein Sebastians-Reliquiar aus Silber und Ebenholz, das heute noch große Verehrung findet. Schließlich setzte er die Münsterer Kirche als Erbin ein.
Holzweg
Der Name wurde übernommen von einem ursprünglich tiefer gelegenen Weg.
Kapellenstraße
Diese Straße führ zu einer Kapelle am Buchberg.
Kirchplatz
Dieser Platz befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kirche und Friedhof.
Kirchrother Straße
Verbindungsstraße zwischen Münster und Kirchroth.
Kößnacher Straße
Verbindungsstraße zwischen Münster und Kößnach.
Martinsweg
Sankt Martin ist die ursprüngliche Dorfkirche von Münster.
Obermayrstraße
Geehrt wird mit diesem Straßennamen der berühmte und vorwiegend in und um Straubing wirkende Bildhauer Mathias Obermayr, 1720 – 1799. Er ist der Schöpfer des Kreuzaltars und der Pietà in der ehem. Klosterkirche St. Tiburtius in Münster.
Parkstettener Straße
Verbindungsstraße zwischen Münster und Parkstetten.
Am Radelfleck
Straße in der Münsterer Siedlung, benannt nach dem Flurnamen Radelfleck.
Radlfleckstraße
Radlfleck ist ein alter Münsterer Flurname, der sich vom „roden“ ableitet.
Schiedermeierplatz
Johann Baptist Schiedermayr wurde im Jahre 1779 als Sohnes des Lehrers Johann Georg Schiedermayr im Münsterer Schulhaus geboren. Er war Komponist und schuf vor allem geistliche Werke. Durch Dr. August Scharnagl wurde er in letzter Zeit „wiederentdeckt“ und seine Werke gelangen seither verstärkt zur Aufführung.
Schloßstraße
Ursprünglich nur ein Fußweg zum Neuen Schloss Steinach; wurde im Zuge der Flurbereinigung ausgebaut und geteert.
Steinacher Straße
Verbindungsstraße zwischen Münster und Steinach; führt südlich am Neuen Schloss vorbei und läuft, parallel zur Autobahn, nach Agendorf.
Tassilostraße
Erinnert wird an den bayerischen Herzog Tassilo III, welcher der Überlieferung nach im 8. Jhd. in Münster ein Benediktinerkloster als Rodungskloster gründete.
Waldweg
Er führt zum Höpflhof und weiter in das angrenzende Waldgebiet.
Weiherstraße
Mit „Weiher“ ist der Dorfweiher in Münster gemeint. Die Straße schließt sich an die Tassilostraße an, verläuft westlich zum Ortsausgang und geht in die Aufrother Straße über.
Wiedenhofstraße
Sie zweigt beim Ortseingang von Münster von der Steinacher Straße ab und führt zum Weiler Wiedenhof.
Ziegelofenweg
Ziegelofenfeld ist ein alter Flurname, der daran erinnert, dass hier einst Ziegel gebrannt wurden. In Münster ist ein Ziegelofen, der dem Straubinger Stiftskapitel gehörte, nachgewiesen.
Straßen in Agendorf
Kinsachweg
Die Bezeichnung kommt von der durch Agendorf fließenden Kinsach.
Mitterfelser Straße
Verbindungsstraße zwischen Agendorf und Mitterfels.
Straßen in Wolferszell
Birkenstraße
Der Name bezieht sich auf die längs der Straße gepflanzten Birken.
Chamer Straße
Verbindungsstraße zwischen Wolferszell und Cham.
Kreuzstraße
Zurückzuführen auf das neben der Straße befindliche Wegkreuz. Früher hatte der Weg auch die Bezeichnung "Hirtengasse", benannt nach dem am Weg gelegenen Hirtenhaus.
Mühlenweg
Weg zur Wolferszeller Mühle
Pointweg
Der Wegname wurde in Anlehnung an den Flurnamen „Distelpoint“ vergeben.
Schmidfeld
Die Straße im Gewerbegebiet Wolferszell bezieht sich auf den früheren Grundstücksinhaber, die Wirtsfamilie Schmid.
Spitalweg
Dieser Weg führt ins sogenannte „Spitalholz“.
1 Vogelherd ist ein Platz, an dem Vogel gefangen wurden. Vor allem im Mittelalter hatte der Vogelfang eine sehr große Bedeutung.
Quellen:
Bauer Gertrud, Die Bedeutung der Straßennamen, in: Heimatkundliche Stoffsammlung der Josef-Schlicht-Grundschule Steinach, 1983/84, 25 ff und die Gemeinderatsprotokolle
Agsteiner Hans, Steinach. Eine heimatgeschichte und Chronik der Gemeinde Steinach mit den Gemeindeteilen Münster, Agendorf und Wolferszell, 1996, S. 322 ff.
Seite 15 von 25