Das Hermsdörfer-Anwesen  Hs.Nr. 70 1/2

heute Hafnerstraße 17

 

von Claudia Heigl

 

1877 erwerben Rupert Schuster und seine Ehefrau Anna geb. Högerl, ein Grundstück von Rupert’s Vater  und errichtet mit seiner Ehefrau Anna darauf ein Haus.
Das Ehepaar hatte bereits 1875 geheiratet.

Rupert, übt wie sein Vater, das Schusterhandwerk aus.

noxl 33 187c steinach 1902 7 kopie

Das Grundstück  gehörte ursprünglich zum Schuster-Hof (heute Dietl) Hs.Nr. 70
Quelle: Vermessungsamt Straubing, Ortskarte Steinach Nr. 187c

 

 

Das Ehepaar hat vier Kinder:
- Rupert (1879 – 1953), Gütler in Wolferszell Nr. 20
- Karl (1880-1961), Maurer auf der Spek
- Maria (1889-1941) heiratet 1920 in Steinach Franz Xaver Dengler von Parkstetten. Beide ziehen nach Straubing
- Rosina (1893-1984), Hoferbin


Die jüngste Tochter Rosina übernimmt 1930 das Anwesen und heiratet Joseph Drexler (Drechsler) von Willerszell, der als Schreiner arbeitet.

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Rupert und Anna Schuster mit ihrem Schwiegersohn Joseph Drexler
aufgenommen 1932
Bild: Franz Dengler, Salching

 

 

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später wurde das Haus aufgestockt
(rechts vom Haus der ursprüngliche Schuster-Hof, später Kirmer, heute Dietl)

aufgenommen Oktober 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram

 

 

 

 

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Straubinger Tagblatt vom 15.03.1971

 

 

Deren Tochter Anna erbt das Gütl und heiratet Heinz Hermsdörfer.

 

Weitere Quellen:
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

veröffentlicht am 29.10.2026


Das Dietl-Anwesen  Hs.Nr. 70

ab 1838 Hs.Nr. 70

heute Hafnerstraße 16

von Claudia Heigl

 

Am 5. November 1806 haben Philipp Kirchberger und Katharina Kaindl vom Hofmarksherrn in Steinach, Felix Graf von Zech von Lobming, die Lizenz für die Ansässigmachung und die Heirat bekommen.

Katharina brachte ein Vermögen von 95 Gulden und ihr künftiger Ehemann von 200 Gulden mit in die Ehe. Zudem hatte Katharina Kaindl eine Zulassung als approbierte und examinierte Hebamme und eine Zulassung „ihre Kunst in der Nähe von Steinach ausüben zu dürfen, wohin sie berufen wurde.“ 1

Da in Steinach eine Hebamme benötigt wurde, stellte die Gemeinde dem jungen Paar einen kostenlosen Grund zur Verfügung, auf dem sie ca. 1808 ein kleines Häuschen errichten konnten. Siehe hierzu auch "Hebammen in Steinach".

Den weiteren Grund Fl.Nr. 268 hat Philipp Kirchberger am 08.08.1830 von Johann Förg (Bergbauern-Hof Hs.Nr. 24) um 115 Gulden erkauft.

 

Uraufnahme bearb

Das Haus erhielt die Hs.Nr. 70
Uraufnahme aus dem Jahre 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

Das Ehepaar hat drei Kinder, von denen ein Kind bereits als Säugling stirbt:
- Anna Maria (1808-1864)
- Johann Evangelist (*+1810)
- Katharina (1813-1835) wird mit 22 Jahren bei einem Einsturz einer Schüttgrube auf dem Berghof getötet.

 

Kirchberger Besitzer

 

 

Die älteste Tochter Anna Maria übernimmt 1836 das Hebammen-Amt von der Mutter in Steinach. Wahrscheinlich war die jüngste Tochter Katharina hierfür vorgesehen, aber durch deren frühen Tod zog Anna Maria mit ihrem Ehemann Johann Georg Schuster wieder nach Steinach.

Die Schuster-Familie lebte vorher in Windberg und Waidholz.
Sie haben insgesamt 14 Kinder, von denen drei im Kindsalter sterben):
- Katharina (*1831 in Windberg)
- Joseph (1832-1914), Hoferbe
- Johann Georg (*1833 in Windberg)
- Franz Xaver (*+ 1835 in Waidholz)
- Franz Xaver (*1836)
- Anna Maria (*1838)
- Anton (*+1840)
- Helena (1841-1886), heiratet 1869 Joseph Ring von Steinach Nr. 69 und ist als Hebamme in Steinach tätig.
- Johanna (*1843)
- Alois (*1845)
- Karolina (*1847)
- Rupert (1849-1935), Schuster in Steinach Nr. 70 1/2
- Johann Baptist (*+1851)
- Anton (1853-1854)

Neben dem Haus befand sich der Löschweiher des oberen Dorfes.

Am 09.09.1858 erwirbt Johann Georg Schuster von der Gemeinde dieses Nachbar-Grundstück Nr. 25 (mit Weiher). Der Weiher wird später aufgefüllt.

  

Sohn Joseph übernimmt 1866 das Anwesen vom Vater. Zwei Jahre später heiratet er die Häuslerstochter Maria Feldmann von Pillnach.

 

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Das Kirmer-Anwesen, heute Dietl aufgenommen 1940
Bild: Familie Dietl, Steinach

 

Die einzige Tochter Maria übernimmt das elterliche Anwesen und heiratet 1896 Franz Xaver Kirmer von Rattiszell.

Aus der Ehe gehen sechs Kinder hervor:
- Helene (*1897) heiratet in Münster 1930 Josef Vogl, Landwirt in Münster Nr. 65
- Therese (*1898)
- Xaver (*1900)
- Ludwig (*1903)
- Alois (1905-1987), Dr. BGR Ivo Kirmer, Pater in Schweiklberg (Primiz am 30.03.1932 in Steinach)
- Joseph (1909-1945), Hoferbe

 

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 Primiz von Pater Ivo Kirmer am 30.03.1932 in Steinach
stehend v.l. Helene (Schwester) mit Ehemann Josef vogl, ?, ?, ?, Pater Ivo Kirmer, ?, ?, Josef (Bruder)
sitzend v.l. ?, Maria Kirmer (Mutter) ?, Franz Xaver Kirmer (Vater)
Bild: Familie Dietl, Steinach

 

 

1936 übernimmt Sohn Joseph Kirmer den Hof und nimmt die Bauerstochter Magdalena Buchner von Oberast zur Ehefrau.

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Hochzeit am 25.08.1936
Josef Kirmer und Magdalena Buchner
Bild: Familie Dietl, Steinach

Sechs Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen eines als Säugling stirbt.

Am 10.02.1945 fällt der 35-jährige Familienvater im Krieg und die Mutter zieht ihre fünf Kinder alleine groß.

 

Schuster Besitzer

 

 

1961 übernimmt Tochter Magdalena den Hof und heiratet Johann Dietl von Münster Nr. 62.

 

1 Pfarrarchiv Steinach, Heiratserlaubnis 1806

 

Weitere Quellen:
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

veröffentlicht am 29.10.2026

Das Hien-Anwesen Hs.Nr. 68

1623: Neues Häusl am Tanberg / 1641: Wolfen Fuchs Häusl am Tanberg - 1699: Söldenhäusl – 1760: 1/16 Wolfen Häusl - 1808: Hs.Nr. 15 Schuster Fuchsen Hof - ab 1838: Hs.Nr. 68

heute Hafnerstr. 12

von Claudia Heigl

 

 

Dieses Haus dürfte erst Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut worden sein. 1583 wird es noch nicht aufgeführt.

 

uraufnahme kopie

In der Uraufnahme von 1827 wurde das Anwesen mit der Nr. 69 eintragen.
1838 im Grundsteuerkataster hatte es die Hs.Nr. 68
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

In der Aufstellung der Hofmark Steinach von 1623 wird es als „Neues Häusl“ bezeichnet, auf der Wolfgang und Walburga Fuchs das Leibrecht haben. Hier wird Wolfgang als „Weber am Tanberg“ bezeichnet.1

Das Haus hat einen Wert von 4 Pfund Regenburger Pfennige.2

1641 besitzt ein Andreas Eglhover mit seiner Stieftochter Maria das Leibrecht auf dem „Wolfen Fuchs Häusl am Tanberg“.3

16914 und 16995 hat ein Marx (Markus) Fuchs Leibrecht auf dem Söldenhäusl, das mit 5 Pfund Regensburger Pfennige bewertet wird.

Markus Fuchs ist mit hoher Wahrscheinlichkeit identisch mit dem Sohn des Jakob und Barbara Fuchs vom Nachbaranwesen Hs.Nr. 64.6 Er übt das Schusterhandwerk aus.

Von ihm und seiner Ehefrau Eva werden neun Kinder in Steinach getauft:
- Katharina (1677-1740) heiratet 1701 den Söldner Markus Aichinger von Steinach Nr. 56
- Barbara (*1679)
- Magdalena (*1682)
- Maria (*1685)
- Mathias (*1687), Hoferbe
- Ursula (*+ 1689)
- Anna (*1693) heiratet 1733 Anton Mayr von Reinhartshofen, der als Hafner in Steinach bezeichnet wird.
- Margaretha (*1693)
- Georg (*1696)

Sohn Mathias übernimmt 1711 den Hof und heiratet Maria Haiberger von Gschwendt.

Sieben Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Christoph (*1711)
- Simon (*+ 1714)
- Maria (*+1716)
- Maria (*1718)
- Mathias (*1721)
- Johann Georg (*1723)
- Johann (*1726)

1745 übernimmt Sohn Johann Georg Fuchs an Anwesen, der wie sein Vater, auch als Schuster tätig ist.
Seine Ehefrau wird Maria Walburga Wolf vom Helmberg.
Sie bringt sechs Kinder zur Welt:
- Lorenz (*+1747)
- Johann Nepomuk (1749-1816), Hoferbe
- Simon (*1751)
- Sebastian (*1757) heiratet 1783 in Steinach die Bauerstochter Maria Katharina Hartberger von Steinach Nr. 24
- Joseph (*1762)
- Anna Maria (*1765)

Fuchs Besitzer



Ihnen folgt 1775 Sohn Johann Nepomuk, der die Müllerstochter Anna Maria Schlierff von der Aichmühl zur Ehefrau nimmt.

Nach dem Tod der Ehefrau heiratet der Witwer erneut die Steinacher Kufnerstochter Anna Theresia Haindl von Steinach Nr. 42.

 

Tochter Anna Maria übernimmt 1814 das elterliche Anwesen und heiratet den Zimmermann Jakob Bachmair von Steinach Nr. 48.

Elf Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen nur vier das Erwachsenenalter erreichen:
- Georg (1815-1858), Hoferbe
- Anna Maria (1822-1870) heiratet 1842 in Steinach Martin Zächl von Münster und wird mit ihm in Steinach Nr. 48 sesshaft.
- Theresia (*1824)
- Katharina (*1830)

 

Fuchs Bachmair Besitzer

 

Sohn Georg übernimmt 1855 das Anwesen und ist ebenfalls als Zimmermann tätig. Er vermählt sich mit der Söldnertochter Katharina Laumer von Grand.

Als Georg 1858 als Nierenkrebs stirbt, geht die Witwe eine Ehe mit dem Weberssohn Wolfgang Weichselgartner von Wolferszell ein.

1892 übernehmen Katharina Laumer, eine Nichte der o.g. Katharina Laumer, und ihr Ehemann Ludwig Kellner das Anwesen. Die unehelich geborene Katharina dürfte bei ihrer Tante als Pflegetochter aufgewachsen sein.

 

Bachmair Kellner Besitzer

 

 

 

Am 08.02.1898 erwerben der Schuhmacher Johann Kirmer und seine Ehefrau Franziska, geb. Wanninger das Anwesen von Ludwig und Katharina Kellner. Ihr bisheriges Haus, das ehemalige Sachenbacher-Anwesen Hs.Nr. 49, veräußern sie an Joseph und Franziska Zeindlmeier.

Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Rosina (*1885)
- Maria (*1887)
- Franziska (*1889)
- Sofie (1893-1960) heiratet 1920 den Gemeindesekretär Ludwig Handwerker
- Cäcilia (*1895)
- Johann (1898-1981), Hoferbe

 

fo stei 1702 kopieDas Kirmer-Anwesen aufgenommen ca. 1930
Bild: Familie Hien, Steinach

 

Sohn Johann , der ebenfalls als Schuster tätig ist, übernimmt 1925 das Anwesen und heiratet die Bauerstochter Karolina Foidl von Wolferszell Nr. 22 ½.

Das Ehepaar hat vier Kinder:
- Johann (1925-2012)
- Maximilian (1926-2001)
- Maria (1928-1987)
- Josef (*1931)

 

 

Kirmer Besitzer

 

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Johann und Karolina Kirmer mit ihren Kindern
Maria, Josef, Johann und Maximilian
aufgenommen 1943
Bild: Familie Hien, Steinach

 

 

 

Tochter Maria übernimmt den Hof und heiratet Adolf Hien von Steinach Nr. 30.

 

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Das Kirmer/Hien- Anwesen aufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

 

 

 

1 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
2 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
3 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
6 Da der Heiratseintrag von Markus und seiner Ehefrau Eva im Kirchenbuch von Steinach fehlen, kann dies nur vermutet werden. Allerdings gab es zu diese Zeit nur eine Taufe eines Markus Fuchs in Steinach, die hier auch passen würde.

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

veröffentlicht am 29.10.2026

 

Haus Nr. 20 „Nebenhaus“ des Jägerhofes in Wolferszell

 

heute Mühlenweg 4

 

von Claudia Heigl

 

 

 

Bei diesem Anwesen handelt es sich um das ehemalige Nebenhaus des sogenannten Jägerhofes (später Schuhbauer) in Wolferszell.

Als der Bauer Michael Hartberger im Jahr 1834 den Jägerhof an Mathias Zollner verkauft, veräußert er das Nebenhaus mit etwas Grundbesitz separat an den Wolferszeller Kramer Joseph Wiesmüller.

 

 

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Der Jägerhof hatte ab 1838 die Hs.Nr. 19, das Nebenhaus erhielt die Hs.Nr. 20
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Wiesmueller Besitzer

 

Wiesmüller verkauft es mit 11 Tagwerk Grund am 1855 wieder an den Nachbarn Mathias Zollner. Damit kommen die Grundstücke wieder zum Jägerhof hinzu.

 

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Das Haus aufgenommen 1960
Bild: Familie Thomas, Wolferszell

 

Bei der Versteigerung des Jägerhofes am 04.05.1868 wird das Nebenhaus erneut separat versteigert.

Alois Stegbauer, Inwohnerssohn von Niedersteinach, erhält mit einem Meistgebot von 605 Gulden den Zuschlag.

 

Am 29.10.1870 verkauft er das Haus an seine Schwester Maria, die mit dem Schneiderssohn Xaver Freundorfer verheiratet ist. Xaver arbeitet, wie bereits sein Vater, als Schneider und stirbt am 07.08.1901 im Alter von 66 Jahren an einer Magenverhärtung.

 

Stegbauer Freundorfer Besitzer

 

Nach dem Tod von Xaver Freundorfer verkauft die Witwe Maria Freundorfer 1907 das Haus an Rupert und Franziska Schuster und zieht mit ihrem Schwiegersohn Alois Grüneisl in das „Müllergut“ Hs.Nr. 16. Dort stirbt sie im Alter von 77 Jahren am 02.01.1915 an Altersschwäche.

Rupert Schuster stammt von Steinach und ist als Baumann im Schlossgut Steinach tätig. 

Aus der Ehe mit der Gütlerstochter Franziska Renner von Geraszell gehen 14 Kinder hervor.


Darunter befindet sich eine seltene Drillingsgeburt, bei der alle drei Kinder die Geburt überleben:
- Jakob (*1901)
- Rupert (1905-1943)
- Karl (*1906)
- Ludwig (*1907)
- Otto (*1908)
- Maria (*1909)
- Xaver (*1911)
- Franziska (*1913)
- Karolina (*+1915), stirbt mit zwei Monaten
- Josef (*1916)
- Maximilian (*+1918) stirbt mit neun Tagen
- Lorenz (1919-1920), Drillingskind stirbt mit vier Monaten an Brustkatharr
- Stephan (1919-2003), Drillingskind, Landwirt in Steinach Nr. 87
- Johann (1919-1941), Drillingskind

Nach dem Tod seiner 40jährigen Ehefrau heiratet der Witwer die Kramerstochter Katharina Landstorfer von Zinzenzell.
Aus der Ehe gehen nochmals fünf Kinder hervor, die alle das Erwachsenenalter erreichen:
- Katharina (1923-1999), Hoferbin
- Rosa (*1925)
- Max (*1927)
- Alfons (*1932)
- Maria Anna (*1939)

 

Schuster Besitzer

 

Das Anwesen übernimmt schließlich im Jahr 1956 die Tochter Katharina, die mit Otto Thomas verheiratet ist.

 

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Später wurde das alte Wohnhaus aufgestockt.
aufgenommen 1983
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram

 

 

Quellen:
Rentamt Straubing B139, Umschreibbuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932, Umschreibeheft von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

veröffenlticht: 07.10.2026

 

Der Jägerhof Hs.Nr. 19 in Wolferszell

 

1760: Jägergut – 1808: ½ Jäger Hof Hs.Nr. 14 – 1838: Jägerhof Hs.Nr. 19

heute Mühlenweg 6

 

 von Claudia Heigl

 

Bei diesem Hof handelte es sich um eine uralte Besitzung des Herzogs von Bayern.

1579 hatte ein Michael Haß Erbrecht auf den Hof aufgrund eines fürstlichen Erbbrief von Herzog Albrecht in Bayern aus dem Jahr 1438.1
Zum Hof gehörte eine hölzerne Behausung, ein Stadl mit einer Tenne, Stall und ein Backofen, alles mittelmäßig erbaut. Davon dient Michael Haß an den Kasten Straubing jährlich mit 1 Pfund 1 Schilling 6 Regensburger Pfennige und 4 Regensburger Pfennige Stift.

 

uraufnahme

 Der Hof erhielt 1838 die Hs.Nr. 19
Das Nebenhaus die Hs.Nr. 20
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Als weiterer Besitzer folgen  Georg Aigmair und dessen Ehefrau Margaretha.

 Aigmaier Besitzer

 

Als Georg Aigmair stirbt heiratet seine Witwe einen Johann Schmidbauer. Dieser könnte auch identisch gewesen sein mit dem Inhaber des Erbrechts auf dem Bachlhofes Nr. 3 (heute Gasthaus Schmid) in Wolferszell.

1632 quittierte Magdalena, weil. Georgen Aigmaires von Wolferszell und Margaretha seiner Hausfrau beide sel., nachgelassene Tochter anjetzt Georgen Kramers zu Rattiszell Ehewirtin ihren gewesenen Vormund Hans Aigmair zu Innersteinach nunmehr sel., stattdessen seiner hinterlassenen Witwe Barbara und ihrem Stiefvatern Hans Schmidbauer zu Wolferszell den Empfang von 135 Gulden 44 Pfennige 3 Heller.2

Als 1633 erstmals die Schweden einfallen, flüchtet Schmidbauer wohl in das sichere Straubing.
Am 02.07.1634 stirbt er dort an der zu dieser Zeit herrschenden Pest.3

Der Hof schien von den schwedischen Soldaten geplündert und verlassen gewesen sein.
1638 verkaufen die beiden Kirchenpröbste, der Hafner Bärtlme Ziflinger von Wolferszell und Simon Rothamer von Rotham, den verlassenen, und aufgrund der Schulden „heimbeschlagnen“ Hof zu Wolferszell um 250 Gulden an Mathias Jäger und dessen Ehefrau Walburga.4

Das Ehepaar hat mindestens vier Kinder:
- Sabina heiratet 1660 in Oberalteich Andreas Erndl, Bauer in Obermenach
- Sebastian (*18.01.1641 in Wolferszell)
- Leonhard (*27.04.1642 in Wolferszell) heiratet 1666 in Steinach die Bauerstochter Margaretha Neumayer von Frommried und wird dort Bauer
- Magdalena heiratet 1663 in Steinach Michael Aumüller, Müller auf der Stegmühl b. Oberalteich u. später Müller in Steinburg

 

Jaeger Besitzer

 

Ca. 16445  verkaufen Mathias und Walburga Jäger den Hof an Wolfgang und Ursula Holmer (ältere Schreibweise Halmayer) und ziehen nach Unterhartberg, wo Walburga am 01.02.1649 auch stirbt.

Die Herkunft von Wolfgang und Ursula Holmer ist nicht bekannt.

Zwei Töchter und ein Sohn können Wolfgang Holmer zugeordnet werden:6
- Katharina heiratet 1644 Georg Fuchs von Steinach
- Dorothea
Sohn Wolfgang wird am 05.05.1646 in Wolferszell geboren, hier ist die Mutter nachweislich Ursula.7

1649 stirbt Wolfgang und die Witwe Ursula geht erneut eine Ehe mit Wolfgang Huber von Dünzling ein, in der Sohn Adam zur Welt kommt.

1674 übernimmt Adam Huber den Hof von seinen Eltern. Dazu gehören „zwei schlechte Roß, ein Wagen, ein Pflug, ein Eggen, 2 Ochsen, 2 Steorl (junge Rinder), 2 Kühe, 2 Kälber und andere Baufahrnis.
Seine Stiefschwester Dorothe bekommen 32 fl 19 kr 5 hl und seine Stief- und  eheleiblichen Brüder Andre und Matthesen miteinander zu gleichen Teilen 52 Gulden.“8

Adam Huber ist in erster Ehe mit einer Helena verheiratet.
- Ein Sohn Lorenz (*1675) heiratet 1714 die Mesnerstochter Maria Katharina Hohbauer vom Kapflberg und wird dort Mesner.


In der zweiten Ehe mit einer Maria kommen sechs Kinder zur Welt:
- Andreas (*+1677)
- Elisabeth (*1679)
- Anna (*+1683)
- Anna (1685)
- Elisabeth (*1692)
- Wolfgang (*1693)

In dritter Ehe mit Maria Hien von Rotham kommt Sohn Adam Andreas zur Welt, der auch Hoferbe wird.

1714 heiratet er die Bauerstochter Magdalena Geier von Kößnach.
Das Ehepaar hat sieben Kinder:
- Johann Joseph (*1715)
- Johann (1716-1786)
- Maria Anna (*1718)
- Magdalena (*1719)
- Johann Adam (*+1721)
- Maria Katharina (*+1722)
- Ursula (*1727)

Sohn Johann übernimmt ca. 1736 den Hof von der Mutter und heiratet die Bauerstochter Maria Schwarzensteiner von Riglberg.
Das Ehepaar bekommt drei Kinder:
- Andreas (*+1737 in Wolferszell)
- Andreas (1738-1739 in Wolferszell)
- Anna Maria (*1743 in Münster)

 

Holmer Besitzer

 

1740 tauscht Familie den Hof mit Adam und Jakobe Dietl und ziehen nach Münster Nr. 13

Adam und Jakobe haben insgesamt drei Kinder:
- Jakob (*1738 in Münster), Hoferbe
- Magdalena (*+1741 in Wolferszell)
- Mathias (*1743 in Wolferszell)

1742 stirbt der 47-jährige Bauer und Witwe geht erneut eine Ehe mit dem Halbbauerssohn Johann Georg Färber von Münster Nr. 1 ein.
In der Ehe kommt nochmals eine Tochter Apollonia zur Welt, die jedoch mit 2 ½ Monaten stirbt.

Hoferbe wird 1762 der älteste Sohn Jakob Dietl. Als Bäuerin holt er sich die Bauerstochter Maria Magdalena Zeindlmeier von Agendorf auf den Hof.

In der Ehe kommen sieben Kinder zur Welt:
- Johann Michael (*+1764)
- Johann Michael (*1765), Hoferbe
- Joseph (*1768)
- Anna Maria (*1770)
- Katharina (*1772)
- Jakob (*1775)
- Mathias (*1779)

1811 übergeben die Eltern den Hof an ihren ältesten Sohn Johann Michael, der die Bauerswitwe Maria Anna Hartberger von Steinach Nr. 24 zur Ehefrau nimmt.
Maria Anna bringt zwei Söhne mit in die Ehe:
- Johann Georg Hartberger (*1803)
- Michael (*1805)

Da die Ehe mit Johann Michael Dietl kinderlos bleibt, übernimmt Michael Hartberger nach dem Tod des Stiefvaters 1822 den Hof von seiner Mutter.

Vier Jahre später heiratet er die Bauerstochter Anna Dietl von Steinach Nr. 17.
In der Ehe kommen zwölf Kinder zur Welt, von denen nur sechs das Erwachsenenalter erreichen:
- Anna (*1827 in Wolferszell)
- Franziska (*1832 in Wolferszell)
- Johann Baptist (*1833 in Wolferszell)
- Michael (1834-1893), stirbt unverheiratet mit 59 Jahren an einem Lungenleiden a.d. Aichmühl
- Karolina (1836-1876) stirbt unverheiratet mit knapp 40 Jahren an einem Herzschlag i.d. Aichmühl
- Therese (*1839)

 

Dietl Besitzer

 

 

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 aufgenommen im April 1983
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

Der „Rest des zertrümmerten Jägerhofes“

Nachdem Michael und Anna Hartberger ein paar Äcker an Martin Zeilmair von Gschwendt verkauft haben, veräußern sie die Hofstelle mit 69 Tagwerk Grund am 11.08.1837 um 2.800 Gulden an Mathias und Therese Zollner von Gschwendt und kaufen dafür die Aichmühle.

Das Nebenhaus des Hofes verkaufen die Hartbergers mit ein paar Wiesen und Äckern an den Wolferszeller Kramer Joseph Wiesmüller. Es erhält später die Hs.Nr. 20.

Mathias und Therese Zollner waren vorher in Gschwendt Hs.Nr. 4 ansässig gewesen.

Das Ehepaar hat zehn Kinder, von denen sechs im Kindsalter sterben:
- Johann Baptist (*1819), Hoferbe
- Therese (*1825) heiratet 1846 in Parkstetten den Bauern Joseph Bachl von Bärnzell Nr. 2
- Katharina (*1827)
- Franziska (*1830) heiratet 1855 in Steinach den Bauern Jakob Gierl von Dunk

Als sich die Gelegenheit bietet kaufen Mathias und Therese Zollner 1855 auch das Nebenhaus Hs.Nr. 20 mit 11 Tagwerk Grund wieder zurück.

1850 übergeben sie den Hof an ihren Sohn Johann Zollner, der die Gütlerstochter Katharina Dengler von Münster Hs.Nr. 40 heiratete.  

Bei der Geburt ihres ersten Kindes Anna stirbt Katharina im Alter von 25 Jahren. Ihre kleine Tochter wurde auch nur zehn Tage alt. Der Witwer geht vier Monate später erneut eine Ehe mit der Söldnerstochter Therese Meier von Agendorf ein.
Aus der Ehe gehen wieder zehn Kinder hervor, von denen jedoch nur drei das Erwachsenenalter erreichen:
- Theresia (*1855)
- Anna Maria (*1857) heiratet 1916 in Oberalteich Franz Xaver Barein
- Katharina (*1860)

 

Zollner Besitzer

 

 

Nach 18 Jahren kommen die Zollners in finanzielle Schwierigkeiten und der nun 77 Tagwerk große Hof wird 1868 an Andreas Raab um 8.625 Gulden versteigert.

straubinger tagblatt 19021868

 Die Bekanntmachung der Versteigerung im Straubinger Tagblatt am 19.02.1868

 

 

 Johann Zollner stirbt 1874 an einem Schlaganfall auf dem Nachhauseweg.
Die beiden Zeitungsberichte zeigen damit, wie unterschiedlich ein und dasselbe Ereignis in der damaligen Presse dargestellt werden konnte.

Todesanzeige png

 

 

 

 

Das ehemalige Nebenhaus mit dem Zubaugütl wird separat an einen Alois Stegbauer verkauft.

Die Herkunft von Raab ist unbekannt. Bei der Taufe des Sohnes Ludwig (*1874) wird als seine Ehefrau eine Katharina Haas, Bauerstochter von Großenpinning, angegeben.
Acht Jahre später tauschten die Haas‘ ihren Besitz am 30.12.1876 mit den Immobilienhändlern Groetsch Max u. Amalie und Xaver Niedermayer, gegen das Anwesen Nr. 54 und 56 in Seibersdorf.

 

Raab Besitzer

 

Drei Monate später, am 20.03.1877 tauschten Immobilienmakler das Haus wieder mit Johann Baptist und Katharina Schuhbauer von Wolferszell Haus Nr. 8
Die Händler Groetsch/Niedermayer tauschten bzw. verkauften in kurzer Zeit die Höfe Nr. 8 und 19 in Wolferszell und splitterten dabei Grundstücke ab und verkauften diese separat.

 

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  aufgenommen im April 1983
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

1881 stirbt Johann Schuhbauer mit 55 Jahren und seine Witwe übergibt  1890 ihrem Sohn Joseph Schuhbauer das Anwesen. 1893 heiratete dieser die Söldnerstochter Karolina Bachl von Steinach Nr. 8.

Sohn Joseph jun.  übernimmt 1940 den Hof und ehelicht die Bauerstochter Franziska Fuchs von Hagnzell.
Seine unverheiratete Schwester Karolina Schuhbauer ist eine große Wohltäterin der Kapflberger Kirche.

 

Schuhbauer Besitzer

 

schuhbauer karolina

 Gedenktafel für die Wohltäterin Karolina Schubauer an der Kapflberger Kirche.
Bild: Claudia Heigl

 

 

1 StaLa, Rentkastenamt Straubing B38, Sal- und Urbarsbuch des Rentkastenamts Straubing, Band II 1579-1807, fol 144‘
2 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P47,  fol. 10‘  Quittung von 1632
3 Jahresbericht des Hist. Vereins für Straubing und Umgebung e.V. Jahresbericht Band 61 (1958): Totenbuch der Pfarrei St. Jakob/Straubing 1625 – 1635, S.105

4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P51,  fol.7  Kaufbrief vom 1638
5 Bei der Hochzeit der Tochter Katharina am 10.10.1644 wird Wolfgang Halmayer, als Bauer in Wolferszell bezeichnet.

6 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P64 I,  fol. 24  Quittungsbrief vom 19.11.1680 „Katharina Hollermayerin von Muckenwinkling quittiert ihrem Stiefbrudern Adam Hurber von Wolferszell den Empfang von 23 fl 39 Hl . Schwester Dorothes bereits verstorben. 19. November 1680“
7 *KB Steinach/Bd.1, S.87

8 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P62 II, fol.148  Übergabe vom  04.04.1674

 

weitere Quellen:
StaLa, Rentkastenamt Straubing B38, Sal- und Urbarsbuch des Rentkastenamts Straubing, Band II 1579-1807
BayHStA Kurbayern Hofkammer 114, Konskription des Haupkastenamts Straubing von 1752
Rentamt Straubing B138, Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1808
Rentamt Straubing B139, Umschreibbuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932, Umschreibeheft von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Veröffentlicht am 06.10.2026

 

 

Das Wagnergütl Hs.Nr. 25

 

ab 1890 Hs.Nr. 29, heute Chorherrenstr. 12, Lutz

 

von Claudia Heigl

 

Als erster Besitzer dieses Anwesens neben der Kirche ist der Wagner und Drechsler Michael Sailler bekannt.

1678 verkauft das Stiftkapitel Straubing an Michael und Margaretha Sailler um 20 Gulden das Erbrecht auf der Behausung. Dazu gehören Äcker, wie auch die Pfaffenwies und der Obst- und Krautgarten.1
Von dem Ehepaar sind drei Kinder bekannt, von denen das jüngste in Münster geboren wurde:
- Margaretha heiratet 1688 in Münster den verwitweten Zimmerman Wolfgang Wanninger von Kirchroth
- Peter heiratet 1697 die Häuslerstochter Maria Gschöpf und zieht in das Haus der Schwiegereltern Münster Nr. 36
- Katharina (*19.04.1679)

 

Sailer Besitzer

 

 

Michael Sailler zahlt 1685 für das Haus 3 Schilling Reg. Pfennige. Dazu kommen noch 30 Kreuzer für das “Riedt“.2

Im Durchschnitt betragen die Abgaben für die Häuser im Stiftbuch von 1685 etwa 18 Kreuzer jährlich. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es sich hier um ein ehemaliges Haus für die Chorherren oder die Benefiziaten handelt, wie sie rund um die Kirche zu finden sind.

In Münster gibt es einst acht Chorherrenhäuser und zwei Gebäude für die Benefiziaten. Infolge der Stiftsverlegung nach Straubing im Jahr 1581 wurden die Gebäude verkauft. Da es sich um ansehnliche Steinbauten handelte, dürften die Abgaben für diese Häuser wesentlich höher sein als bei den einfachen Holzhäusern.

 

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 1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 25
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay.Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

 

Die Zimmermanns- und Wagnersfamilie Völkl

Am 19.08.1711 erwerben Vitus und Maria Dietl das Anwesen.3 Die Herkunft des Ehepaares ist nicht bekannt.4
Das Ehepaar hat sieben Kinder von denen vier das Erwachsenenalter erreichen:
- Maria Barbara (*1714-1743) Hoferbin
- Martin (*1720) heiratet 1747 in Parkstetten Maria Habrunner von Parkstetten Nr. 31 und wird dort als Zimmermann ansässig
- Georg (*1725)
- Katharina (1727-1751) heiratet 1750 den Maurer Johann Bauer von Münster Nr. 63

Nach dem Tod des Vitus Dietl wird am 07.05.1742 das Erbe verteilt:5
Die Witwe Maria erhält das Vermögen, die vier Kinder folgendes Erbteil:
Der älteste Sohn Martin 30 Gulden, die drei übrigen jeweils 25 Gulden und beide Töchter noch eine Kuh.
Im Anschluss übergibt die Witwe die Behausung mit dem Grundbesitz an ihre Tochter Barbara und ihren zukünftigen Ehemann Dionysius Völkl.

 

Dionysius Völkl stammt von Seyboldsdorf und war wahrscheinlich auf seiner Wanderschaft in Münster gelandet.
Ein Jahr nach der Eheschließung stirbt seine 28-jährige junge Ehefrau. Der Zimmermann geht erneut eine Ehe mit der Tagelöhnerstochter Katharina Hilmer von Unterzeitldorn ein.
Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Johann Vitus (*1746)
- Johann Kaspar (*1748)
- Jakob (*1750) von 1792-1823 Pfarrer in Brennberg
- Andreas (*1753)
- Johann Georg (1755-1844), Hofnachfolger
- Katharina (1759-1801) heiratet 1788 den Bader Bartholomäus Knaup von Münster

 

Dietl Besitzer 1

 

1785 übernimmt der jüngste Sohn Johann Georg Völkl das Anwesen und übt darauf das Wagner-Handwerk aus. Seine Ehefrau wird die Halbbauerstochter Maria Anna Schütz von Forst bei Falkenfels.
Aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor, von denen nur der Älteste überlebt:
- Jakob (1787-1863), Hofnachfolger

Vier Wochen nach der Geburt des zweiten Sohnes stirbt die 28-jährige. Sechs Wochen später heiratet der Witwer die Söldnerstochter Katharina Grandsberger von Oberniedersteinach.
Katharina bringt zwischen 1790 und 1800 sieben Kinder zur Welt, von denen nur eine Tochter nicht im Säuglingsalter stirbt:
- Maria Katharina (*1794)

1814 stirbt die 54-jährige an Lungensucht und der Witwer heiratet in dritter Ehe die 44-jährige Häuslerstochter Katharina Hartmannsgruber von Münster Nr. 53.

 

1809 übernimmt der 21-jährige Sohn Jakob das Wagner-Anwesen vom Vater.  1814 geht er den Bund fürs Leben mit der Schreinerstochter Maria Eva Hitzinger von Münster Nr. 6 ein.
In der Ehe kommen elf Kinder zur Welt:
- Joseph (*1815), Hoferbe
- Magdalena (*1816)
- Anna (*1818)
- Katharina (*1818)
- Jakob (*1819)
- Anna Maria (1821-1824)
- Anna (1824-1842)
- Martin (1825-1842)
- Andreas (*1827)
- Johann Georg (*1828)
- Anna Maria (*1836)

 

Im April 1843 übernimmt der älteste Sohn Joseph nach dem Tod der Mutter das Anwesen mit 20 Tagwerk Grundbesitz vom Vater. Er heiratet die Bauerstochter Anna Leibl von Gschwendt Nr. 18.
Das Ehepaar bekommt zehn Kinder:
- Katharina (*+1844)
- Anna Maria (*1845)
- Magdalena (*1847)
- Franziska (*1849)
- Theresia (*1849)
- Katharina (*1852)
- Johann Baptist (*1854)
- Karolina (*1855)
- Johanna (*1856)
- Joseph (*1861)

Joseph beginnt 1853 Grundstücke zu verkaufen und schließlich erwirbt Johann Georg Echinger die Hofstelle mit nur noch 6, 8 Tagwerk Grundbesitz.

1859 erwerben Joseph und Anna Völkl dann den größeren „Hilmerweiherhof“ in der heutigen Weiherstr. 3 in Münster. 1869 tauschen sie dann diesen Besitz mit einem Hof in Perkam und ziehen von Münster weg.

 

Voelkl Besitzer

 

 

 

Die Familie Echinger  und Lutz

Johann Georg und Therese Echinger wohnten vorher auf dem „Ehingergütl“ Hs.Nr. 50 (heute Falkenfelser Str. 17). Ihr bisheriges Häusleranwesen mit 12,32 Tagwerk Grund verkaufen sie an Johann Klingseis.

Das Ehepaar hat zehn Kinder, von denen nur fünf das Erwachsenenalter erreichen:
- Johann Georg (1837-1869) stirbt mi 31 Jahren an Lungensucht
- Therese (1842-1920), Hoferbin
- Jakob (*1846)
- Franziska (*1847)
- Helena (1850-1872) stirbt mit 21 Jahren an Gedärmentzündung

 

1870 erbt Tochter Therese nach dem Tod des Vaters das Anwesen und heiratet den Gütlerssohn Joseph Lutz von Zinzendorf.
Das Ehepaar hat sieben Kinder, von denen drei im Säuglingsalter sterben:
- Alois (*1872)
- Ludwig (*1873)
- Josef (*1876) Hoferbe
- Kreszenz (1879-1887) stirbt mit vier Jahren an Diphtherie

 

 Sohn Josef übernimmt 1903 den Hof und heiratet Maria Wacker von Hornstorf.
Ein Jahr später stirbt die 24-jährige an Herzlähmung.

Zwei Jahre später heiratet der Witwer die Bauerstochter Kreszenz Retzer von Bärnzell.
In der Ehe kommen sechs Kinder zur Welt, von denen ein Sohn kurz nach der Geburt stirbt:
- Anna Maria (1908-1983) verh. Geier in Münster
- Kreszenz (*1908)
- Josef (*1910), Hofnachfolger
- Therese (1912) verh. Bauer in Münster
- Anna (*1914) verh. Pfisterer

 

Echinger Lutz Besitzer

 

1950 übernimmt Sohn Josef Lutz das Anwesen, dass immer noch in Familienbesitz ist.

 

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Das Anwesen aufgenommen ca. 1956
Bild: Familie Lutz, Münster

 

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aufgenommen 1956
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbidlverlag Bertram München

 

 

 

 

1 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 640 II, fol 53   Erbrechtsverlassung 1678
2 BayHStA München, Straubing Kollegiatstift St. Jakob und Tiburtius KL 3, Zins- und Stiftbuch, fol. 137‘
3 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol 7  Vertrag  07.05.1742. In dem Übergabevertrag ist vermerkt, dass das Anwesen am 19.08.1711 käuflich erworben worden war.
4 1708 wird Vitus als Taufpate bei einem Sohn des Georg Amann im Kirchenbuch von Parkstetten aufgeführt. Hier wird er als Tagelöhner in Oberparkstetten bezeichnet.
5 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol 7  Vertrag  07.05.1742

 

Weitere Quellen:
Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung 248, Hofmark Münster 1752
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Münster von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster, Umschreibehefte Münster 17/22-5, 17/22-9, 17/22-14

 

Veröffentlicht: 03.06.2026

 

 

Das Schmuckergütl Hs.Nr. 24

 

ab 1890 Hs.Nr. 28, heute Chorherrenstr. 10, Knott

 

 von Claudia Heigl

 

 

Auf diesem Anwesen, direkt gegenüber dem Wirtshaus und der Kirche, finden wir nach dem 30-jährigen Krieg eine Kramerei.

 

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1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 24
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay.Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Im Jahr 1657 werden Jakob und Anna Jakobe Zeiß als Kramerseheleute genannt. Zuvor lebte die Familie in Steinach, wo sie ebenfalls eine Handlung betrieb.

Sechs Kinder wurden in Steinach geboren, der jüngste Sohn dann in Münster:
- Johann (1649-1706), Schneider in Münster

- Kaspar (*1651)
- Christopher (*1652)
- Christopher (*1654), 1672 als Schmiedsknecht in Münster genannt1 
- Barbara (*1655)
- Mathias (1657-1672)
- Sebastian (1661-1686)

Als der jüngste Sohn Sebastian gerade mal neun Monate alt ist, stirbt der 46-jährige Kramer.
Die Witwe heiratet daraufhin den Münsterer Wirtssohn Georg Pämer (ältere Schreibweise von Bergmaier). Zwei Jahre später wird auch Jakobe Pämer zu Grabe getragen.

 

Zeiss Besitzer

 

 

Der Witwer Georg Pämer nimmt daraufhin die Bäckerstochter Walburga Pizelmayr aus Steinach zur zweiten Ehefrau.
Sie bringt neun Kinder zur Welt, von denen vier bereits im Säuglingsalter sterben:
- Simon (*1666)
- Maria (*1668) heiratet 1699 den Kramer Johann Berger von Steinach Nr. 55
- Johann Georg (*1669)
- Maria Elisabeth (*1674)
- Walburga (*1675 in Steinach)

1675 übernimmt das Ehepaar die Hoftafern in Steinach Nr. 24, doch bereits ein Jahr später stirbt Georg Pämer.

Die verwitwete Walburga Pämer führt die Geschäfte weiter – die „Erbrechtsbehausung in Münster mit der Krambstatt“ und die „Leibgerechtigkeit auf der Hoftafern in Steinach“.2

Ihre Kinder erhalten jeweils 12 Gulden väterliches Erbe, ausgezahlt im 12. Lebensjahr.
Noch im selben Jahr heiratet Walburga erneut den verwitweten Michael Hartberger.

1677 verkauft der neue Steinacher Hofwirt Hartberger das Münsterer Anwesen mit Krämerei an Adam Lohringer aus Hundsschweif.3

 

Zunächst führt Lohringer das Kramer-Geschäft weiter, doch um 1685 entsteht offenbar ein weiterer Laden unterhalb des Wirtshauses (Haus Nr. 16, heute Chorherrenstraße 3, Luttner).

Im Stiftbuch desselben Jahres wird der alte Kramerladen nicht mehr erwähnt.4


Adam Lohringer zahlt zu dieser Zeit folgende Steuern:
von der Wis in der Hinderau      1 Schilling
vom Haus und Garten                22 Kreuzer 5 Heller
vom Lindtach                              1 Schilling
Pfriendtgelt                                 10 Kreuzer
insgesamt                                    2 Schilling 32 Kreuzer 6 Heller

 

Lohringer Adam ist mit einer Margaretha verheiratet.
Vier Kinder kommen in Münster zu Welt:
- Anna (*1681)
- Magdalena (1687-1763) heiratet 1713 den Häusler Bartholomäus Pummer von Münster Nr. 53
- Anna Maria (*1690)
- Maria (1696), Hoferbin

 

1719 heiratet die jüngste Tochter Maria den Weberssohn Andreas Schmucker von Bonried und übernimmt mit ihm das elterliche Anwesen.
Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor, von denen ein Sohn als Säugling stirbt:
- Johann Michael (*1720)
- Johann Georg (*+1722)
- Maria Katharina (1724-1753) heiratet 1745 den Münsterer Schmied Simon Landlsperger
- Anna Maria (1726-1803) heiratet 1750 Sebastian Dengler, Söldner in Münster Nr. 40
- Johann Jakob (1730-1787), Hoferbe

Der jüngste Sohn Johann Jakob übernimmt 1750 das Familienanwesen und heiratet die Wirtstochter Anna Maria Müller aus Unterzeitldorn. Zum Erbe gehören die Erbrechtsbehausung mit Stadel und Garten, die „Leibsgerechtigkeit auf den halben Pfründ, auf denen laut Leibgedingsbrief vom 18.09.1727 Jakob Ottpacher, Nachtwächter zu Straubing, lebenslang Leichrecht hat“, sowie ein Viertel des geerbten Lintach-Feldes. Der Wert des Besitzes beträgt 700 Gulden;5 die Braut bringt 175 Gulden Heiratsgut ein.6

Anna Maria bringt zehn Kinder zur Welt, von denen fünf das Erwachsenenalter erreichen:
- Johann Baptist (*+1752)
- Anna Maria (*+1754)
- Maria Katharina (*+1755)
- Maria Katharina (1756-1831), Hoferbin
- Maria Anna (1759-1831) heiratet 1783 Michael Lankes, Halbbauer in Steinach Nr. 13
- Anna Maria (*+1762)
- Maria Theresia (*1763)
- Anna Maria (*1766)
- Walburga (*1768) heiratet 1789 Sebastian Hösl von Münster Nr. 17
- Jakob (*+1770)

Zwei Monate nach der Geburt des jüngsten Kindes stirbt die 39-jährige Mutter.

Kurz darauf heiratet der Witwer erneut – Regina Berger aus Münster. Sie bringt ein Erbrechtshäusl (Haus Nr. 42, heute Schiedermeierplatz 6) mit Garten und Weinberg in die Ehe, dass sie kurz vor der Hochzeit von ihren Eltern erhält.7 1775 verkaufen Jakob und Regina Schmucker das Gütl an Andreas und Anna Maria Foidl. 8

Regina bringt vier weitere Kinder zur Welt, von denen zwei Töchter als Säuglinge sterben:
- Magdalena (*+1771)
- Magdalena (*+1773)
- Jakob (*1775)
- Christoph (*1777)

1783 stirbt Regina im Alter von 36 Jahren, und vier Jahre später folgt ihr Jakob Schmucker mit 57 Jahren ins Grab.

 

Loringer Schmucker Besitzer

 

Nach dem Tod des Vaters übernimmt Maria Katharina, die älteste Tochter aus erster Ehe, den Hof. 1788 heiratet sie den Häuslerssohn Johann Parein aus Obermotzing.

Maria Katharina Parein, geborene Schmucker, erlebt ein Leben voller Prüfungen. Bereits mit 14 Jahren verliert sie ihre Mutter. Ihrer Stiefmutter hilft sie früh bei der Versorgung der vier jüngeren Geschwister und später auch der neugeborenen Halbgeschwister. Nach dem Tod der Stiefmutter übernimmt sie schließlich selbst die Mutterrolle für die Halbgeschwister, die damals zwischen sechs und acht Jahren alt sind.

 

Mit ihrem Ehemann Johann Parein bringt sie sechs Kinder zur Welt, von denen jedoch nur zwei das Erwachsenenalter erreichen:
- Joseph (*+1790)
- Johann Georg (1791-1795)
- Maria Theresia (1794-1878) heiratet 1820 den Wirt Johann Georg Röckl von Münster.
- Joseph Tiburtius (*+1796)
- Maria Katharina (*+1797)
- Johann Baptist (1798-1825), Hoferbe

1822 übergeben Maria Katharina und Johann Parein den Hof an ihren Sohn Johann Baptist, der die Bauerstochter Barbara Habrunner aus Reibersdorf heiratet. Doch nur drei Jahre später trifft die Familie ein neuer Schicksalsschlag: Johann stirbt im Alter von 26 Jahren an einem Gehirnschlag.


Die junge Witwe Barbara heiratet noch im selben Jahr Joseph Sturm aus Kagers. Dessen Vater war einst Bauer in Fischerdorf und hatte 1799 Josephs Mutter, die Häuslerswitwe Katharina Fischer aus Kagers, geheiratet. Auch die Schwiegereltern von Barbara scheinen der neuen Verbindung wohlgesinnt zu sein, denn Johann Parein selbst fungiert bei dieser Hochzeit als Trauzeuge.

 

Als Barbara Sturm am 16. September 1826 ihr erstes Kind, Michael, zur Welt bringt, verläuft die Geburt schwer. Sechs Tage später stirbt sie an Kindbettfieber (Mutterbrand). Nur zwei Monate nach ihrem Tod heiratet der Witwer erneut – Therese Loibl aus Fierlbach.

 

Ob sich das junge Paar mit den Austräglern nicht versteht oder andere Gründe eine Rolle spielen, ist nicht überliefert. 1829 verkaufen Therese und Joseph Sturm den sogenannten Schmucker- bzw. Parein-Hof an Andreas Schwarzensteiner für 2.000 Gulden. Das alte Ehepaar Katharina und Johann Parein behält jedoch seine Austragswohnung auf dem Anwesen.

 

Katharina Parein stirbt 1831 im Alter von 74 Jahren. Ein Jahr später folgt ihr Ehemann Johann im Alter von 78 Jahren. Seine letzten Jahre verbringt er bei seiner Tochter, der Wirtin Therese Röckl, in Münster.

 

Andreas Schwarzensteiner hatte bereits 1813 das „Schwarzensteinergütl“ (Haus Nr. 10) von seinem Vater übernommen. 1829 verkauft er dieses um 1.000 Gulden und erwirbt im Gegenzug den doppelt so teuren Schmuckerhof. Verheiratet ist er mit Anna Maria Schneider aus Roith bei Kirchroth.

Das Ehepaar bekommt zehn Kinder, von denen nur drei das Erwachsenenalter erreichen:
- Jakob (*1814), Hoferbe
- Johann Georg (*1817)
- Joseph (*1828)

 

1845 übergibt die verwitwete Anna Maria Schwarzensteiner das Anwesen mit 43 Tagwerk Grundbesitz an ihren Sohn Jakob, der die Bauerstochter Helena Loichinger von Obermotzing heiratet.
Acht Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen drei im Säuglingsalter sterben:
- Helena (*1847)
- Georg (*1850)
- Franziska (*1852)
- Anna (*1855)
- Anna Maria (*1860)

 

Schwarzensteiner Besitzer

 

Am 11.04.1867 wird das Anwesen versteigert. Den Zuschlag erhält Michael Heilingbrunner.

 

Am 04.07.1867 tauscht Georg Thurl das Haus mit 38,60 Tagwerk Grund ein.

Nur drei Jahre später, am 1. April 1870, erwerben Georg und Maria Obermaier das 38,6 Tagwerk (13,15 Hektar) große Anwesen für 11.600 Gulden.

 

 

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Der Gabler-Hof, heute Knott
aufgenommen 1956
Bild: Familie Weiser, Münster

 

 

1872 erfolgt ein weiterer Tausch: Joseph Gabler und seine Ehefrau Margaretha, geborene Popp, tauschen ihr Anwesen in Witzenzell Nr. 80 gegen den Hof in Münster.

Das Ehepaar bringt fünf Kinder mit, die alle in Witzenzell geboren sind. Vier weitere Kinder waren bereits im Säuglingsalter gestorben.

In Münster kommen drei weitere Kinder zur Welt, die jedoch ebenfalls früh sterben:
- Josef (1857-1938), Hoferbe
- Therese (1858-1925) heiratet 1878 in Münster Joseph Dengler, Söldner in Münster Nr. 40
- Anna Maria (1861-1936) heiratet 1886 in Münster Joseph Brandl, Schmied in Münster Nr. 15
- Alois (*1865) heiratet 1910 in Straubing/St. Jakob  Franziska Hagenkofer von Offenberg
- Margaretha (*1871)

 

1883 stirbt Joseph Gabler durch einen Schlag von einem Pferd. In den folgenden Jahren bewirtschaftet die Witwe Margaretha Gabler den Hof mit ihren Kindern allein, bis sie ihn 1893 an ihren ältesten Sohn Josef jun. übergibt.

 

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aufgenommen 1956
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbidlverlag Bertram München

 

 

Josef Gabler heiratet die Bauerstochter Kreszenz Bauer aus Münster Nr. 47 (heute Falkenfelser Str. 19)
Das Paar bekommt dreizehn Kinder, von denen neun das Erwachsenenalter erreichen:
- Maria (*1895) heiratet 1917 in Straubing Durst Johann (*1892)
- Joseph (*1898) heiratet 1933 in Landshut Anna Mirbeck
- Kreszenz (*1899) heiratet 1920 in Straubing Heinrich Reiter (*1896)
- Ludwig (1900-1987) heiratet 1928 Johanna Eckl von Münster Nr. 35 (1907-1995)
- Ottilie (*1901) heiratet 1921 in Steinach den Schloßgärtnersgehilfen Rothlehner Dionys von Velden (1900-1982)
- Johann Baptist (*1903)
- Franziska (1904-1984) heiratet 1933 in Münster Max Färber (*1894)
- Alois (*1905), Hoferbe
- Anna (*1906) heiratet 1925 in Münster Albert Lauerbach (*1901), Kunstmaler in Straubing

 

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Alois Gabler (1857-1938)
gemalt von seinem Schwiegersohn dem Straubinger Künstler Albert Lauerbach
Bild: Familie Knott Münster

 

 

 

Gabler Besitzer

 

 

 

1934 übernimmt der jüngste Sohn Alois Gabler den Hof. Er heiratet Therese Lehner von Allkofen.

Nächste Hofbesitzer werden die Tochter Therese Gabler und ihr Ehemann Xaver Knott von Aufroth.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 640 Ib, fol 38   Quittung 28.11.1672, Hans und Christoph Zeiss, als weil. Jakob Zeissens gewester Kramer zu Münster sel. nachgelassene zwei Söhne quittieren ihren lieben Stiefvater Georg Pämer, jetzigem Kramer zu Münster den Erhalt ihres väterlichen und mütterlichen Erbteils.
2 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 640 II, fol 3  Vertrag 1677
3 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 640 II, fol 15  Kaufvertrag Pr. 350 fl 1677
4 BayHStA München, Straubing Kollegiatstift St. Jakob und Tiburtius KL 3, Zins- und Stiftbuch, fol. 141
5 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol.137   Übergabsbrief fl. 700 28.03.1750
6 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol.153‘   Heiratskontrakt 15.09.1750
7 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 646 fol. 74    Übergabsbrief fl 420  01.06.1770

8 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 648, fol.13_   Kaufbrief 500 fl   29.09.1775

 

Weitere Quellen:
Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung 248, Hofmark Münster 1752
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Münster von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster, Umschreibehefte Münster 17/22-5, 17/22-9, 17/22-14

 

Veröffentlicht: 03.06.2026

 

Das Scherzergütl Hs.Nr. 26

 

ab 1890 Hs.Nr. 30, heute Chorherrenstr. 14, Weiß

 

von Claudia Heigl

 

 

uraufnahme bearb

1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 26
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay.Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

Als erster Besitzer dieses Anwesens ist ab ca. 1727 der Schuster Sebastian Scherzer bekannt.

Sebastian stammt von Mitterfels und war der Sohn der Söldnerseheleute Kaspar Scherzer und dessen Ehefrau Katharina, geb. Heiligenmayr.
In erster Ehe heiratete er 1710 die Halbbauerstochter Maria Probst von Oberkogl. 1719 geht er eine zweite Ehe mit der Bauerswitwe Barbara Wartner, geb. Kuhdorfer (auch Kiedorfer) von Weingarten ein.
Etwa 1727 zieht die Familie nach Münster. Nach dem Tod von seiner zweiten Ehefrau Barbara heiratet der Witwer 1730 die Bauerstochter Walburga Bayer vom Auhof.

Folgende Kinder sind von ihm bekannt:
- Simon (*12.04.1712 in Scheibelsgrub + 11.05.1727 in Münster)
- Maria (*14.02.1732 in Münster)
- Johann Kaspar (*10.02.1735 in Münster) Hoferbe
- Urban (*16.10.1736 in Münster)
- Maria (1738-1753 in Münster)
- Jakob (*17.04.1741 in Münster)
- Johann Michael (*04.01.1745 in Münster)
- Eva (*14.09.1746 in Münster)

 

Sohn Johann Kaspar übernimmt am 11.01.1751 den Anwesen von der Mutter und heiratet 1755 die Häuslerstochter Margaretha Mayer von Münster.1
Das Ehepaar hat neun Kinder:
- Anna Maria (1756-1827) heiratet 1804 den Ziegelmeister Michael Hartmannsgruber von Münster Nr. 44
- Maria Barbara (*1760)
- Maria Katharina (*1762)
- Johann Georg (1765-1828), Hoferbe
- Maria Barbara (1767-1841) heiratet 1788 den Schuster Michael Agsteiner von Münster Nr. 43
- Franziska (*1770)
- Maria Anna (*1773)
- Jakob (*1776) als Kind verstorben
- Eva (*1777)

 

Der einzige Sohn Johann Georg folgt 1793 als Hofnachfolger. Er vermählt sich mit der Schmiedstochter Maria Anna Haselbeck von Münster.
In der Ehe kommen zwölf Kinder zur Welt, von denen nur fünf das Kindsalter überleben:
- Maria Katharina Lucia (*1794)
- Joseph Martin (*1795)
- Johann Georg (1799-1847) heiratet 1829 die Witwe Walburga, des verstorbenen Häuslers Joseph Spießl von Münster Nr. 62
- Maria Anna (*1801)
- Josef (*1807), Hoferbe

 

Der jüngste Sohn Joseph übernimmt 1833 das Anwesen und geht eine Ehe mit Anna Maria Brandl von Fischerdorf ein.
Das Ehepaar hat insgesamt neun Kinder:
- Helena (1833-1839)
- Heinrich (*+1834) als Säugling gestorben
- Georg (1835-1839)
- Franziska (1837-1839)
Im Juni 1839 erlebt die Familie einen schweren Schicksalsschlag – alle ihre drei noch lebenden Kinder sterben im Alter zwischen 6 und 2 Jahren an Bräune (Diphterie).
Es kommen dann nochmals fünf Kinder zur Welt:
- Georg (*1840)
- Franz Xaver (*1842)
- Anna (1844-1872) stirbt unverheiratet an Lungenschwindsucht
- Anna Maria (*1846)
- Josef (*1850)

 

 

Scherzer Besitzer

 

Am 24.03.1869 veräußern sie das 10 Tagwerk große Gütl um 1.750 Gulden an Franz Kulzer und dessen Ehefrau Margaretha, geb. Hellibrand und ziehen von Münster weg.

 

Am 23.01.1896 kauf ein Georg Brunner das Anwesen mit 3,8 ha um 3.600 Mark von der Kulzer-Witwe.

Bereits zwei Monate später veräußert er das Haus mit nur noch 0,849 ha Grundbesitz an Peter Sieber von Münster.
Die Familie Sieber war vorher auf dem Anwesen Hs. Nr. 34 (Bergstr. 7) in Münster ansässig.

1902 übergibt Peter Sieber das Haus an seine Tochter Maria und deren Ehemann Ludwig Bauer.

 

Sieber Besitzer

 

Am 30.06.1909 tauschen Josef u. Maria Bauer das Haus gegen das Anwesen Nr. 103 1/3 in Straubing mit Künstler Stefan und Fanny.
Das Ehepaar Bauer zieht zusammen mit dem Vater Peter Sieber nach Straubing. Am 15.11.1911 siedelte die Familie weiter nach Sossau um.

 

Am 25.02.1909 erwirbt das Haus Josef Biederer um 1.500 Mark von dem Ehepaar Künstler.

Josef Biederer war mit der Gütlerstochter Theresia Geier von Münster verheiratet und hatte vorher in Münster Nr. 8 (Brunnenstr. 6) gewohnt.
Das Ehepaar hat elf Kinder, von denen fünf im Kindsalter sterben.
1900 hatte er sein Anwesen bereits an seinen Sohn Josef Biederer übergeben.

Kurz vor seinem Tod übergibt Joseph im April 1919 das Anwesen an seinen Sohn Martin Biederer, der die Bauerstochter Franziska Retzer von Bärnzell ehelicht.

 

neg stei 13 kopie 2aufgenommen 1956
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbidlverlag Bertram München

 

 

 

Biederer Besitzer

 

Tochter Franziska übernimmt das elterliche Anwesen und heiratet Hugo Weiß.

 

fo muen 395 bearb

aufgenommen 1956
Das alte Bauernhaus wurde aufgestockt und erweitert.
Bild: Familie Weiser, Münster

 

fo muen 414

aufgenommen 1990
Bild: Familie Weiser, Münster

 

  

1 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 II, fol.43   Übergabe fl 200 11.01.1755

 

Weitere Quellen:
Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung 248, Hofmark Münster 1752
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Münster von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster, Umschreibehefte Münster 17/22-5, 17/22-9, 17/22-14

 

Veröffentlicht: 03.06.2026

 

Das Stegbauer-Anwesen  Hs.Nr. 63

 

1583/1623: Die andere Bramsensölde – 1641: Vilsersölde – 1691/1699: Häusl -

1760: Pöck Häusl – 1808: Ränzinger Hof Hof Hs.Nr. 12 – ab 1838 Hs.Nr. 63

 

heute Hafnerstraße 5

 

von Claudia Heigl

 

Auch auf diesem Anwesen waren hier ursprünglich Hafner ansässig. Im Jahr 1583 besitzen die Erben des Wolfgang Brams sel. das Anwesen auf Freistift.
Sie entrichtet eine Gilt von 5 Schilling Regensburger Pfennig und zahlt . wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von  5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

 

Auch auf dem Nachbaranwesen (heute Hafnerstr. 6, Echinger) lebt eine Hafnersfamilie Brams.
Im Salbuch wird dieses Anwesen daher als „die andere Bramsensölde“ bezeichnet, während das Nachbaranwesen als „die eine Bramsensölde“ geführt wird.

 

uraufnahme kopie

Auf der Uraufnahme von 1827 hatte das Anwesen die Hs.Nr. 64
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

1623 ist ein Georg Huber als Hafner auf dem Haus ansässig.2 Das Häusl wird mit 5 Pfund Reg. Pfennige bewertet.3

 

1638 wohnen Markus Wörl und dessen Ehefrau Magdalena, geb. Foidl (ältere Schreibweise Foyerl) in dem Haus. Markus verdient seinen Lebensunterhalt als Schuster.

Er war zuvor in Wolferszell ansässig und wird ab 1638 urkundlich in Steinach erwähnt. Um 1638 hatte er Magdalena Foyerl, Tochter des Georg Foyerl von Mitterfels, geheiratet.4

Laut dem Heiratsvertrag, der erst 26 Jahre später beurkundet wird, bringt Markus zur Eheschließung einen eigenen Acker mit 85 Pfigang in Rothamer Feld gelegen und zwei Kühe mit in die Ehe ein. Davon bleiben dem Sohn Andreas aus erster Ehe noch 15 Gulden mütterliches Erbteil vorbehalten.
Magdalena bringt 30 Gulden Heiratsgut mit in die Ehe.

Im Giltregister aus dem Jahr 1641 wird das Anwesen als „Vilsersölde“ bezeichnet, auf der Marx (ältere Schreibweise von Markus) Wöhrl das Erbrecht besitzt.5

 

Woerl Besitzer

 

Am 3. April 1653 erwerben das Ehepaar den späteren „Grüneisl-Hof“ in Wolferszell Hs.Nr. 5 (heute zusammengelegt mit dem Nachbarhof Kreuzstr. 2, Amberger).6
Vier ihrer Kind sind bekannt
- Andreas heiratet am 22.11.1650 die Steinacher Bauerstochter Maria Magdalena Hitzinger und machte sich als Schuster in Steinach ansässig (Sohn aus erster Ehe).
- Michael (*25.08.1640)  übernimmt den elterlichen Hof
- Margaretha (*14.10.1643) heiratet am 16.08.1666 Wolfgang Schmidbauer einen Witwer und Weber von Agendorf Nr. 39
- Christoph (*12.1645) heiratet am 20.05.1669 die Bauerstochter Barbara Landstorfer. Er ist zunächst Weber in Wolferszell und macht sich dann in Aufroth ansässig.

 

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Das Stegbauer-Anwesen aufgenommen 1986
Bild: Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

Nachfolger auf dem Anwesen werden Johann Wiedenbeck und dessen Ehefrau Anna, geb. Hainzelsperger von Münster Hs.Nr. 14 (heute Chorherrenstr. 4).
Das Paar heiratet 1659 in Steinach; die Herkunft von Johann Wiedenbeck wird dabei nicht mit angegeben. Er übt auf dem Anwesen wieder das Hafnergewerbe aus.

Das Ehepaar hat zwei Töchter:
- Barbara (13.11.1663) heiratet 1689 in Steinach den Tagelöhnerssohn Michael Obermayer von Scheibelsgrub und wird mit ihrem Ehemann in Steinach ansässig.
- Eva (*09.12.1666) Hoferbin

 

1684 übernimmt die jüngere Tochter Eva das Anwesen. Sie heiratet den Tagelöhnerssohn Georg Wiesinger von Sattelpeilstein. Auch Georg übt das Hafnerhandwerk aus. Er gilt als Stammvater der Wiesinger-Hafner in Steinach, Ascha und Wetzelsberg.

 Das Ehepaar bekommt insgesamt neun Kinder:
- Kaspar (1684-1701)
- Georg Gregor (1686-1750) heiratet 1704 Katharina Stangl und 1705 Maria Margaretha Roßbauer. Er lässt sich als Hafner in Ascha nieder.
- Katharina (1689-1719) heiratet 1714 den Schneider und Mesner Mathias Kiefel in Gschwendt.
- Andreas (*1692)
- Andreas (*1695) heiratet 1713 in Ascha Barbara Lanzinger und 1729 Barbara Hausinger, auch er lässt sich als Hafner in Ascha nieder.
- Maria (*1698) heiratet 1723 den Häusler Johann Götz von Steinach
- Bartholomäus (1702-1705)
- Ignaz (1706-1780) Hoferbe
- Markus (*1706) heiratet 1727 in Steinach Eva Seehofer. Zwei Töchter kommen in Steinach zur Welt, dann zieht die Familie weg nach Wetzelsberg. Auch er übt das Hafnerhandwerk aus.

 

1728 übernimmt Ignaz Wiesinger das Hafneranwesen von seinen Eltern. Seine Ehefrau ist die Bauerstochter Walburga Haitzer von Ascha.
Das Ehepaar hat elf Kinder:
- Walburga (*1729) heiratet 1753 in Ascha den Schuster Wolfgang Haitzer
- Maria (1731) als Kind verstorben
- Sebastian (*1734) als Kind verstorben
- Barbara (*1735)
- Anna Maria (*1737)
- Mathias (*1740) als Kind verstorben
- Apollonia (1743-1807) heiratet 1768 den Maurer Simon Nickl von Steinach Nr. 4
- Joseph (*1743) als Kind verstorben
- Mathias (1745-1800) heiratet 1769 in Ascha die Hafnerswitwe Magdalena Seebauer, geb. Miller von Ascha Hs.Nr. 27 und wird dort Hafner
- Joseph (*1748) als Kind verstorben
- Maria Theresia (1752-1803), Hoferbin

 

Wiesinger Besitzer

 

Nachdem der einzig überlebende Sohn Mathias 1769 die Hafnerswitwe Magdalena Seebauer von Ascha heiratet und deren Hafnerwerkstätte übernimmt, fällt das Hafneranwesen in Steinach 1780 an die jüngste Tochter Maria Theresia.

 

Die 28-jährige heiratet den Hafnerssohn Johann Michael Ranzinger von Windorf, der die Hafnerei in Steinach weiterführt.

Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Theresia (*1776)
- Johann Nepomuk (*1782) als Kind verstorben.
- Ignaz (1783-1838), stirbt im Alter von 55 Jahren als lediger Hafnersgeselle in Steinach
- Johann Baptist (1783-ca. 1811) übernimmt 1802 die Hafnerei der Eltern
- Theresia (1787-1849)
- Anna Maria (*1793) erwirbt 1811 mit ihrem Ehemann die Hafnerei von der Schwägerin

 

1802 übernimmt Sohn Johann Baptist die elterliche Hafnerei in Steinach und heiratet die Bauerstochter Theresia Obermayr von Bühl bei Rattiszell.

 

Die Ehe bleibt kinderlos. Johann stirbt offenbar um 1811, denn im September 1811 erwirbt der Hafnerssohn Georg Fuchs von Steinach das Anwesen von dessen Witwe Theresia Ranzinger.
Im Oktober heiratet Georg deren Schwägerin Therese Ranzinger, eine Schwester des verstorbenen Johann Ranzinger.

Ihre verwitwete Schwägerin Theresia heiratet nicht erneut, bleibt in Steinach wohnen und stirbt 1841 im Alter von 61 Jahren.

 

Georg Fuchs ist der Sohn der Hafnerseheleute Vitus Fuchs und Anna Maria geb. Reisinger. Sein Vater Vitus arbeite vermutlich als Geselle bei einem Hafner, da er in Steinach nur als Einwohner geführt wird.

Georg und Theresia Fuchs bekommen insgesamt fünf Kinder:
- Barbara (1812-1859), stirbt mit 46 Jahren unverheiratet an Brustwassersucht. Sie hat einen unehelichen Sohn Ludwig (*1837)
- Theresia (*+1814)
- Anna Maria (*1815) als Kind verstorben
- Joseph (1818-1875) heiratet 1853 in Ascha die Hafnerswitwe Anna Eidenschink, geb. Schuhbauer und übernimmt die Hafnerwerkstätte seiner Ehefrau in Ascha Nr. 27
- Anna (1821-1893) Hoferbin

 

Auch in dieser Generation heiratet der einzige Sohn in eine Hafnerwerkstätte nach Ascha ein.

Die jüngste Tochter Anna übernimmt 1861 das Anwesen und heiratet den benachbarten Schusterssohn Johann Wallner von Steinach Nr. 64.
Das Ehepaar hat nur eine Tochter, die am 09.10.1863 geboren wird, jedoch bereits nach drei Wochen wieder stirbt.

Das Johann Wallner ebenfalls das Schusterhandwerk ausübt, endet mit dem letzten Hafner Georg Fuchs das alte Hafnergewerbe auf diesem Anwesen.

 

 

Ranzinger Besitzer

 

 

Nach dem Tod von Johann Wallner, verkauft die Witwe im Juni 1880 das Anwesen um 3678 Gulden an die Einwohnerstochter Maria Theresia Stegbauer von Niedersteinach.

1889 heiratet Theresia den verwitweten Franz Schießl von Niedersteinach, der von Kleinaign in Eschlkam abstammt. Aus der Ehe gehen keine Kinder hervor.

 

Im Oktober 1911 erbt der hinterbliebene Ehemann Alois Grüneisl, der ebenfalls bereits verstorbenen Nichte Maria Grüneisl, geb. Freundorfer, das Anwesen. Da die Familie Grüneisl in Wolferszell wohnt, veräußert er es noch am gleichen Tag an seinen Bruder Johann Baptist Grüneisl.

 

Besitzer Grneisl Stegbauer

 

 

Johann Grüneisl wohnte vorher mit seiner Ehefrau Therese, geb. Scherer, in dem Häusleranwesen Hs.Nr. 10 (heute Brunnenstr. 2) in Steinach. Seinen Unterhalt verdient er sich als Waldaufseher bei der Firma Schuhbaur und zudem war er 40 Jahre lang Totengräber in Steinach.

Das Ehepaar hat 13 Kinder, von denen sieben im Kindsalter versterben.
Von den sechs überlebenden Kindern lassen sich fünf in Frankfurt a. Main nieder.
- Johann Baptist (*1903)
- Maria (1904-1993), Hoferbin
- Joseph (*1905)
- Therese (*1906)
- Katharina (*1909)
- Alois (*1910)

 

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Therese Grüneisl mit drei ihrer Kinder und der Schwiegermutter Katharina Grüneisl, geb. Vogl.
aufgenommen ca. 1910
Bild: Josef Stegbauer, Steinach



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Das Grüneisl-Haus aufgenommen ca. 1910
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

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Therese Grüneisl, geb. Scherer und Johann Grüneisl
mit zwei ihrer Enkelkinder
aufgenommen ca. 1944
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

  Tochter Maria übernimmt schließlich das Anwesen in Steinach und heiratet 1937 den Bauernsohn Joseph Stegbauer von Maiszell.

 

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Joseph Stegbauer und Maria geb. Grüneisl an ihrem Hochzeitstag am 31.08.1937
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

 

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Das Stegbauer-Anwesen aufgenommen 1950
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

 

 

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Umbau 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Dias Pfarrer Ludwig Dotzler

 

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 II,  fol.234   Heiratsbrief vom 07.03.1663
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
6 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P55,  fol.89  Consens vom 03.06.1653

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10586, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1-65, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Stand: 07.02.2026

 

Das Listl-Anwesen  Hs.Nr. 38

 

1583/1623/1641: Steindlsölde – 1691: Hafnerhäusl - 1760: Haaberl Häusl –

1808: Holz Hof Hs.Nr. 3 – ab 1838 Hs.Nr. 38

 

heute Kirchweg 4

 

von Claudia Heigl

 

Bei diesem Anwesen im unteren Dorf handelte es sich um eine der fünf Hafnereien, die nach dem Dreißigjährigen Krieg verschwunden sind.

Im Jahr 1583 besitzt die Hafnerswitwe Margareth Scheibenkrug die „Steindlsölde“ auf Erbrecht.
Sie entrichtet eine Gilt von 1 Pfund 5 Schilling 15 Regensburger Pfennig und zahlt. wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

 

uraufnahme kopie

1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 38
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

1623 besitzt Georg Scheibenkrug die Steindlsölde auf Erbrecht.2 Das Häusl wird mit 7 Pfund Reg. Pfennige bewertet. Vermutlich ist er ein Sohn der vorgenannten Margaretha.
Den Hofbau, also die Felder, hat er aber an den Steinacher Müller Andreas Leimer verkauft, die mit 13 Pfund bewerten werden.3 1583 hatte die Mühle ein Blasius Scheibenkrug auf Freistift, also zur Pacht, besessen. Hier dürfte also eine verwandtschaftliche Verbindung bestanden haben.4

Da die Kirchenbücher von Steinach erst 1639 beginnen, sind von Georg Scheibenkruz keine Aufzeichnungen zur Familie vorhanden.
Er könnte jedoch zwei Töchter gehabt haben:
- Maria, vermutlich Hofnachfolgerin
- Eva Scheibenkrug heiratet am 31.01.1640 in Steinach Wolfgang Schöfthaler, Zimmermann in Münster. Bei der Hochzeit ist der Hafner Jakob Spießl von Steinach Trauzeuge.

 

 

Scheibenkrug Amerling

 

 

Jakob Spießl wird als nächster Hafner auf dem Anwesen gennant. Vermutlich ist er mit der Tochter von Georg Scheibenkrug verheiratet.Von ihm und seiner Ehefrau Maria ist ein Kind in Steinach getauft:
- Maria (*12.04.1640)

Einen Tag vor der Geburt seiner Tochter stirbt der Hafner Jakob Spießl an „Gries Stein“ und die Witwe Maria heiratet 1641 den ledigen Hafner Joachim Amerling aus der Stadt Eschenbach in der alten Pfalz.
Drei Kinder kommen in der Ehe zur Welt.
- Maria (1642-1644)
- Simon (1645-1649)
- Katharina (*01.09.1648) heiratet 1673 in Steinach den ledigen Richter Mathias Premer von Haunkenzell, später wird der Richter in Schönstein b. Stallwang

 

Joachim Amerling (auch Ämerling) ist eine geachtete Person in Steinach, der es zum Wohlstand bringt.
1654 hat er das ehrenvolle Amt eines Kirchenprobstes inne und 1659 betreibt er das Hofmarks-Wirtshaus in Steinach.
1674 stirbt der 60-jährige als Hofwirt. Auf das Wirtshaus kommt der Münsterer Kramer Georg Pämer.

 

 

 

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aufgenommen 1936
Der kleine Weiher rechts neben dem Haus wurde zugefüllt
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Auszug aus einerAnsichtskarte

 

 

 

 

 

Ab 1659 keine Hafnerei mehr

Auf der „Steindlsölde“ wird der Vorsteher des Schloßgutes Steinach, Georg Häberl, als Nachfolger genannt.

Georg und Maria Häberl haben sechs Kinder von denen vermutlich nur zwei das Erwachsenenalter erreichen:
- Eva (*13.05.1679
- Eva (*21.05.1676)
- Maria (*24.01.1678) heiratet 1705 den Häusler u. Tagelöhner Adam Holmer von Steinach Nr. 50
- Paul (*14.11.1680)
- Eva (*02.02.1684) Hofnachfolgerin
- Barbara 8*01.05.1688)

 

1708 heiratet die Tochter Eva den Bauerssohn Thomas Hien von Pellham.
Sechs Kinder kommen in der Ehe zur Welt.
- Maria Magdalena (1708-1764) heiratet 1734 den Tagelöhner Johann Michael Hitzinger von Steinach Nr. 33
- Johann (*1713) heiratet 1736 die Bauerstochter Elisabeth Kottbauer von Dunk. Er ist als Tagelöhner in Dunk und Aign in den Kirchenbüchern verzeichnet.
- Jakob (1716-1769), Hoferbe
- Walburga (*1719) als Kind verstorben
- Maria Anna (*1720) als Kind verstorben
- Maria (*1722) heiratet 1749 den Häusler Joseph Zollner von Steinach Nr. 34

 

Haeberl Hien Besitzer

 

Sohn Jakob Hien übernimmt das Anwesen. Er ist mit der Tagelöhnerstochter Katharina Holzer von Agendorf verheiratet.

Das Ehepaar hat eine Tochter, die in Agendorf geboren wird. Bei ihrer Taufe wird Jakob noch als Tagelöhner in Agendorf bezeichnet:
- Anna Maria (*1745), heiratet 1769 Mathias Luttner von Steinach Nr. 34

 

Das Anwesen wird wohl nach der Hochzeit der Tochter an Katharinas Bruder August Holzer verkauft.
August ist seit 1737 mit der Tagelöhnerstochter Magdalena Grimm verheiratet.
Das Ehepaar hat sechs Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Johann Michael (*1741) heiratet 1769 die Bauerstochter Anna Maria Thanner von Kapflhof und lässt sich als Häusler in Steinach Nr. 22 nieder.
- Maria (1744)
- Joseph (1745-1803), Hoferbe
- Johann Georg )*1752)
- Ursula (*1763)

 

Sohn Joseph übernimmt 1774 das Häusleranwesen und heiratet Magdalena Zink.
Magdalena ist die uneheliche Tochter des Steinacher Bauern Thomas Zink und Anna Maria Haas von Rattiszell.
Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen eine Tochter als Säugling stirbt:
- Joseph (*1775) heiratet 1820 die Häuslerswitwe Magdalena Soller von Münster Nr. 37
- Anna Maria (*1778), Hoferbin
- Katharina (1781-1852) heiratet den Weber Sebastian Echinger von Steinach Nr. 36
- Johann (*1784)

 

Hien Holzer Besitzer

 

Tochter Anna Maria übernimmt das Anwesen und ehelicht den Halbbauerssohn Georg Wartner von Rammersberg.
Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor, von denen jedoch nur zwei Töchter das Erwachsenenalter erreichen:
- Therese (1811-1872), Hoferbin
- Walburga (1816-1892) heiratet 1843 den Bauern Jakob Hien von Steinach Nr. 29

 

1842 übernimmt Tochter Therese mit ihrem Bräutigam Georg Wurst den Hof. Georg ist der uneheliche Sohn des Wagners Joseph Wurst von Steinach Nr. 44 und Häuslerstochter Anna Maria Luttner (1781-1862) von Steinach Nr. 34.

 

Wartner Wurts Besitzer

 

 

Ihr einziges Kind  Maria übernimmt 1868 das Häusleranwesen mit 4 Tagwerk Grundbesitz und ehelicht Josef Sieber von Steinach Nr. 26.
Aus der Ehe geht eine Tochter hervor:
- Maria (1880-1935) heiratet 1901 Joseph Nickl, Postschaffner in Steinach Nr. 51


Als die 36-jährige 1885 stirbt, heiratet der Witwer die Söldnerstochter Katharina Prommersberger von Gschwendt Nr. 1.
Es kommen nochmals zwei Mädchen zur Welt, von denen nur Tochter Franziska (*1895) überlebt.

 

fo stei 186 kopie

Das Sieber-Anwesen aufgenommen 1919
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

1919 übernimmt Franziska Sieber, Tochter aus der zweiten Ehe, das Anwesen und heiratet den Müllerssohn Joseph Hartberger von der Aichmühl.

Das Ehepaar bekommt vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter.
- Ludwig (*1917), vermisst im 2. Weltkrieg
- Josef (1920-1944), gefallen mit 24 Jahren
- Karl (1924-1943), gefallen mit 19 Jahren
- Karolina (1930-2022)

Die Familie trifft ein schweres Schicksal. Alle drei Söhne müssen im 2. Weltkrieg ihr Leben lassen.
Als Wachtmeister Gunkel mit der Todesnachricht des dritten Sohnes auf den Hof kommt, jagte ihn Joseph Hartberger mit der Mistgabel vom Hof.

 

Sieber Hartberger Besitzer

 

 

Tochter Karolina übernimmt 1954 den Hof und heiratet den Söldnerssohn Ferdinand Listl von Oberalteich.

 

neg stei 44 kopieaufgenommen 1960
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

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1974 wurde das Haus neu erbaut
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

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aufgenommen 1980
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“

Weitere Quellen:

Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127), Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach 1843 - 1960, Sig.17/42-4, 17/42-7, 17/42-11
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach

Stand: 20.02.2026