Drucken

Die ehemalige Steinacher Hoftafern im unteren Dorf

Hs.Nr. 24 "Das Bergbauernanwesen"

 

 

von Hans Agsteiner und Claudia Heigl

 

 

Die erste Steinacher Hoftafern bereits 1398 urkundlich erwähnt

Das erste und ursprüngliche Wirtshaus von Steinach war die sogenannte Hoftafern.

Alle größeren Höfe, sowie die Schmiede und Mühle waren im unteren Dorf angesiedelt und die Tafern befand sich in deren Zentrum am Fuße des Schlosses in Steinach.

 

 

uraufnahme 1827

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung Bayern, Bayernatlas

 

 

Die Hoftafern wird bereits im Jahre 1398 urkundlich erwähnt, und zwar in der ältesten Urkunde1 des von Josef Schlicht entdeckten Steinacher Schlossarchivs, das später verbrannt worden ist. Es ist ein Kaufvertrag, mit dem die Ritter Pankraz, Hans und Jörg von der Wart den Edelsitz Steinach an ihre Schwester bzw. Tante Kathrin von der Wart, die kinderlose Witwe des jungen Leupold von Buchberg zum Schöllenstein verkaufen: „unser Slos Steinach mitsambt dem Hofgepaw, der Tafern, dem Dorff und Weyer..."

 

Die zweite Hoftafern - 1549 von Anna von der Wart erbaut

Diese erste urkundlich fassbare Steinacher Hoftafern war Mitte des 16. Jahrhunderts abgewirtschaftet und wurde um 1549 durch einen Neubau ersetzt. Von besonderem Interesse ist dabei eine heute leider verschollene Bauinschrifttafel am Alten Schloss Steinach, die in einer Abschrift aus dem 17. Jahrhundert im Schlossarchiv erhalten war und von Josef Schlicht ausgewertet und beschrieben worden ist. In die Tafel war folgender Text eingemeißelt:

„Witwe Anna von der Wart, geborene Freiberg, baute von Grund auf die herrschaftli­che Tafern und Mühle und das Schloß von 1549..."

 

Aus dieser Inschrift ist ersichtlich, dass Anna von der Wart, die Erbauerin des Alten Schlosses Steinach, auch die Hoftafern neu erbauen ließ. Da ihr Ehemann Christoph von der Wart 1548 verstorben ist und sie als Bauherrin von Tafern, Mühle und Schloss mit dem Jahr „1549" genannt ist, erfolgte der Bau der gutsherrlichen Hoftafern etwa gleichzeitig mit dem Schloss. Dieser Neubau der Hoftafern erfolgte anstelle der 1398 erwähnten gutsherrlichen Hoftafern.

Annas Sohn Hans-Wolfgang musste das Schlossgut Steinach samt Hofmark, vor allem wegen seiner lutherischen Gesinnung, im Jahr 1583 verkaufen und Bayern verlassen. In einem Gefällsregister, das dem Kaufvertrag von 1583 beigefügt war und aus dem hernach der Schlosskäufer Dr. Wiguläus Hundt von „schönschreibender Hand" ein „Stift-, Kasten und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach" fertigen ließ, wird auch die Hoftafern beschrieben. Josef Schlicht berichtet dazu in seiner Geschichte von Steinach:

„Die Hoftafern, die ehemals im Unterdorf Steinach lag. Besitzer Martin Groß jedoch nur auf „Freistift", daß der Herr im Schloß kraft seines Grundherrenrechts in jedem Jahr nach freiem Ermessen seine Tafern zurücknehmen konnte".

Im Jahre 1583 war also Martin Groß der Hofwirt. Sein Leiherecht war aber das Schlechteste, das es gab, nämlich die „Freistift" oder „Herrengunst", bei welchem der Inhaber jederzeit vom Grundherrn abgemeiert, d.h. entfernt werden konnte. Schlicht führt weiter aus:

„Den Wein und das Bier, das die Herrschaft vorlegte, mußte der Tafernwirt nach Ei­mern ausschenken und verrechnen".

Tafernwesen entwickelte sich vor allem im 11. und 12. Jahrhundert mit dem Ziel vorhande­ne Weinüberschüsse zu vermarkten. Dementsprechend rangierten damals Wein und Obstwein deutlich vor dem Bier. Das Herbergsrecht erlangten die Tafern meist im Zeitraum vom 14. bis 16. Jahrhundert. Im ländlichen Raum war es in Bayern bis 1702 verboten, anderswo als in der grundherrlichen Schenke (Hoftafern, Notwirt)  Bier zu kaufen oder zu trinken (Tafernzwang), auch die Zehrungen und das Kindlmahl mussten dort abgehalten werden.

 

schlosstaverne 1

Das Alte Schloss Steinach mit dem darunter liegenden ersten gutsherrlichen Bräuhaus.
Bei dem weiter darunter liegenden eingeschossigen stilisierten Gebäude mit einem Fenster handelt es sich vermutlich um die von Anna von der Wart um 1549 erbaute Hoftafern im unteren Dorf
(Ausschnitt aus dem Kupferstich von Michael Wening aus dem Jahr 1726)

 

Zu den Abgabenverhältnissen des Hofwirts vermerkt Schlicht: „Von dieser Tafern und den zugelegten Feldern gab er nichts, dagegen aber die Herrschaft einen jährlichen Lohn, so wie eben der Spaltzettel oder das Vertragsbuch lauteten".

Danach hatte der Hofwirt keine Abgaben zu leisten, im Gegenteil, er bekam sogar einen jährlichen Lohn. Der Hofwirt befand sich in seinem Verhältnis zum Schloss­herrn insoweit sogar in einem unselbständigen Abhängigkeitsverhältnis mit Lohn­empfang. Natürlich musste der Wirt das Bier vom herrschaftlichen Bräuhaus in Stei­nach beziehen und verrechnen.

 

„Ein angesehener Fürsten- und Hofmarksuntertan..."

In der „Geschichte von Steinach" berichtet Schlicht nochmals über die Steinacher Hofwirte:
„Der 1. steinachische Hofmärkler war dem Rang nach der ehemalige „Hofwirt". Er ist in einem landesherrlichen Aktenstück genannt „angesehener Fürsten- und Hofmarksuntertan". Er hatte die schloßherrliche Tafern vom Unterdorf in der Stift und zahlte darin sogenanntes „Zapfenrecht": vom ausgeschenkten Eimer Wein 1 fl (= 1 Gulden), Met ebenfalls 1 fl., Bier aber 2 fl."

Im Gegensatz zu früher, wo der Hofwirt nichts zu geben hatte musste er nun die Abgabe des Zapfenrechts leisten. Darüber hinaus musste er nach Schlicht um einen „wohlfeilen Schenkpfennig" den Trunk an Wein, Met und Bier auf die herrschaftliche Tafel liefern. Diese Last konnte aber 1722 abgeschüttelt werden.

Josef Schlicht führt folgende Steinacher Hofwirte im 16. Jahrhundert an:
1534 Peter Leitner von Herrenfehlburg
1583 Martin Groß
1596 Johann Groß
1600 Georg Grimm

 

 

Die Hofwirtsehegatten Hans und Anna Lenger

Vom nächstfolgenden Hofwirt schreibt Josef Schlicht:
Johann Lenger 1612, ein Bruder zum Pfarrer von Pfaffmünster, in seinem Familien­gedenkstein die ehemalige Hofmarkstracht zu schauen".

Dieser „Familiengedenkstein" ist in der Steinacher Pfarrkirche St. Michael an der rückwärtigen seitlichen Innenwand noch erhalten.

 

lenger epitaph

Epitaph für die Steinacher Hofwirtsehegatten Hans und Anna Lenger
gest. 1613 und 1614, in der Pfarrkirche St. Michael
(Foto Albert Lindmeier)

 

 

Die Inschrift des kostbaren Epitaphs lautet:

„Als man zeit. 1614 . Jar. Nach der Geburt
Christi den .  28. Decemb:. Starb der Erbar
 
unnd Wolgeachtete Hanns Lennger Hoff-
markhs Wiert zu Stainach Seeliger.
Im Jar 1613, den., 2. tag Octob: Starb die Er­-
bar und tugentsame Anna Lenngerin, sein
eheliche Hausfrau sambt 3 Ihren Khindern
Denen Allen Gott genad Amen.

 

Das Epitaph der Hofwirtsehegatten Lenger ist kulturgeschichtlich und kostümgeschichtlich von besonderem Interesse, zeigt es doch, wie ein begüterter Hofwirt und seine Ehefrau zu Beginn des 17. Jahrhunderts, wenige Jahre vor Ausbruch des schrecklichen Dreißigjährigen Krieges, gekleidet waren. Die Gewänder der Abgebildeten stellen die die einer höheren bürgerlichen Schicht dar. Beide mit Halskrause, Anna trägt einen Topfhut.

 

ehegatten lenger

 

Hans Lenger stammte wie sein Bruder Christoph Lenger, der das hohe Amt eines Stiftsdekans im benachbarten Chorherrenstift Pfaffmünster bekleidete, aus Gerzen bei Vilsbiburg, von der heute noch benannten „Längermühle“ in Hungerham2.
Als das Stift im Jahre 1581 im Rahmen der Gegenreformation von Münster nach Straubing St. Jakob verlegt wurde, wollte der Stiftsdekan Christoph Lenger nicht in die Gäubodenstadt umziehen und bat um die Pfarrei Pfaffmünster, die nun zum Straubinger Stift gehörte. Der Wunsch wurde ihm bewilligt und er ist - wie sein Grabstein im südlichen Seitenschiff der ehem. Stiftskirche St. Tiburtius ausweist -1597 als Pfarrer von Pfaffmünster verstorben.
Auf beiden Epitaphien ist das Lenger-Wappen dargestellt, das auf einem Dreiberg einen stehenden Bär zeigt, der mit der Tatze ein Mühlrad hält. Auch die Hofwirtsgattin Anna ist mit ihrem Wappen (drei Lilien) dargestellt. Dieses Wappen ist der Müllersfamilie Rampf zuzuordnen3.

 

 

Wappen

links das Lenger-Wappen, rechts das Rampf-Wappen

 

 

Der Wohlstand der Hofwirtsehegatten Hans und Anna Lenger könnte möglicherweise auch auf eine Erbschaft des 1597 verstorbenen hohen geistlichen Bruders bzw. Schwagers Christoph Lenger zurückzuführen sein.

Das Steinacher Lenger-Epitaph berichtet in kurzen prägnanten Worten vom tragischen Tod der Hofwirtin am 2. Oktober 1613 „sambt 3 Ihren Khindern". War es die Pest, die um diese Zeit bei uns grassierte, der sie zum Opfer fielen? Welch grausamer Schicksalsschlag für den Hofwirt, der ein Jahr später den Seinen ins Grab folgte.
1643 finden wir einen Christoph Lenger in Falkenfels als Bäcker. Dieser könnte ein Sohn der Hofwirtseheleute gewesen sein.

 

Danach wurde die Hoftafern von der „Herrschaft selbst“ bewirtschaftet4. Erst 1630 wird mit Lorenz Freinhuber wieder ein Hofwirt genannt5.

1634 ist ein Wolfgang Schmid auf der Tafern6. 1637 erwerben er und seine Ehefrau Elisabeth das Leibrecht auf die Hoftafern7. Im Januar 1641 fallen die Schweden in Steinach ein, bei dem der Amtmann Paul Kumpfmüller erschossen wird. Die Wirtsleute scheinen den Überfall überlebt zu haben, jedoch im Mai 1641 stirbt die Wirtin Elisabeth Schmid.

 

Schmid Wirt

 

Die Hoftafern übernehmen die Steinacher Metzgerseheleute Georg und Ursula Trägl, die vorher auch schon auf dem Münsterer Wirtshaus ansässig waren.

Traegl Wirt

 

Ihnen folgt  1659 der Steinacher Hafner Joachim Ämerling und nach dessen Tod ein Georg Pämer (Bergmaier).

 

Amerling Wirt

 

Bergmaier Wirt

 

 

Ein „Gang aus der Ehe kam ihm teuer zu stehen“

Von besonderem Interesse für die Geschichte der Steinacher Hoftafern im unteren Dorf ist der Hofwirt Michael Hartberger, von welchem Schlicht zu berichten weiß: „Michael Hartenberger 1682. Bekam vom Freiherrn Karl Herwart von Hohenburg die Hoftafern zu kaufen um „ein Spottgeld" von 200 fl. (= Gulden)". 

Von diesem Wirt Michael Hartberger weiß Schlicht noch weiter zu berichten: „Jedoch ein Gang aus der Ehe zog ihm einen langwierigen und sehr bösen Strafprozeß auf den Nacken. Er wurde vom steinachischen Hofmarksgericht verurteilt: mehrere Wochen in Stock und Eisen bei nur Wasser und Brot, dazu eine Geldstrafe von 47 Gulden, sämtliche Prozeßkosten, und am Kirchenberg die Ausstellung im „Brecher". Das war die Schandsäule für die Ehebrecher. Wurde hernach abgeschubt nach Ingolstadt „auf die Schanz".

Hartberger ließ sich diese Behandlung aber nicht länger gefallen. Schlicht berichtet über den weiteren Verlauf:
„Trug 1707 seine Prozeßsache vom hofmärkischen zum landesfürstlichen Gericht, hatte jedoch 1726 noch keinen Freispruch, aber bereits den Vermerk: „sonst nit übel beschreit".

Als letzten „Hofwirt" im unteren Dorf nennt Schlicht seinen Sohn Johann Hartberger. 1699 hatte er die Tafern auf Leibrecht und besaß noch zusätzlich den „Georg Scheibenkhrugs Erbrechtsbau“8. D.h. er hatte noch zusätzlichen Grundbesitz auf Erbrecht verliehen bekommen.
1722 konnte er die oben erwähnte Last abschütteln, gegen einen geringen Schenkpfennig den Trunk an Wein, Met und Bier auf die herrschaftliche Tafel zu liefern.

 

 

Hartberger1 Wirt

 

Mit dem Bau des neuen Wirtshauses im oberen Dorf im Jahr 1737 entstand rund um die Kirche ein neuer Ortskern und die untere alte Taferne wurde allmählich geschlossen.

Der Hofnachfolger Franz Hartberger wird bei seiner Hochzeit 1745 nur noch als Bauer eingetragen. 1760 wird der Hof als „½ Orthof“ bezeichnet9, das Wirtsgeschäft war bereits eingestellt. Der „halbe Hof“ hatte ca. 50 Tagwerk Grund mit dabei und gehörte zu den drei größten Anwesen im Dorf.

 

 

Hartberger2 Wirte

 

 

Der Hof wird zertrümmert

Die Enkelin Magdalena Hartberger heiratete 1810 einen Johann Förg aus Straubing. Ihr 19 Jahre jüngerer Halbbruder Michael Hartberger übernimmt 1822 den Hof seines Stiefvaters in Wolferszell und erwirbt 1834 die Aichmühle.

Magdalena und Johann Förg beginnen 1818 das Hofgut zu zertrümmern:

Das Innhäusl oder Austragshäusl des Hofes (Hs.Nr. 72, August-Schmieder-Str. 13, heute Berger) und 2 ¾ Tagwerk Acker kauft der Steinacher Hafnerssohn Georg Grüneisl. Weitere Äcker werden an 13 verschiedene Bauern verkauft.

 

Uraufnahme Wirtshaus 1827

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Das Innhäusl bzw. Austragshaus hat auf dieser Karte die Hs.Nr. 73
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung Bayern, Bayernatlas

 

 

Am 21.01.1831 veräußert Johann Förg den Rest der Hartberger Sölde (insgesamt von 33 Tagwerk) um 2.200 Gulden an Georg Bergbauer. Von ihm bekommt der Hof auch den Namen „Bergbaueranwesen“.

Georg Bergbauer sen. übergibt am 12.04.1844 den Hof an seinen Sohn Georg jun. zum Anschlag von 2.000 Gulden, der ihn jedoch bereits am 12.11.1844 an Georg Sagstetter von Apoig um 3.500 Gulden verkauft.  Georg Sagstetter erwirbt 1858 die freie Fläche zwischen seinem Hof und dem Nachbarhaus Nr. 22 von der Gemeinde und errichtet hierauf ein Ausnahmhaus bzw. Inhäusl.

 

Karte 1867

 Ortsplan von Steinach um 1867  Nr. 187b
Quelle: Vermessungsamt Straubing

 

 

Sagstetter Besitzer

 

 

Als Georg Sagstetter sen. 1864 das Anwesen an seinen Sohn Georg jun. übergibt, behält sich der alte Sagstetter das Ausnahmshaus (neue Haus Nr. 24 ½, heute August-Schmieder-Str. 14)  und bleibt dort mit seiner zweiten Ehefrau wohnen.

1869 verkaufen Georg jun. und Kreszenz Sagstetter den Hof  mit 25 Tagwerk Grund  an Michael und Anna Niefanger um 6.300 Gulden.

 

Niefanger Besitzer

 

 

Weitere Grundstücke werden von den Niefanger‘s verkauft und 1882 erwerben Alois und Walburga Schermeier den Hof mit 4 Tagwerk Grund um 5.486 Mark. Alois Schermaier stirbt jedoch im Jahr 1883 und die Erbin Walburga Schermeier verkauft das Gütl am 02.07.1884 an Adam Schütz um 5.486 Mark.

Der behält das Gütl auch nicht lange und verkauft es 1886 an Wolfgang und Helena Sieber um 5.000 Mark. Nach dem Tod von Helena Sieber heiratet der Witwer die ebenfalls verwitwete Helmberg-Bäuerin Katharina Hartmann. Katharina hatte nach dem Tod ihres ersten Ehemannes den Helmberg-Hof verkauft.  Das Anwesen wurde später Teil des Baugeländes des Neuen Schloss Steinach.

 

Sieber Bergbauer Besitzer

 

 

1902 zieht das Sieber-Ehepaar nach Straubing und Wolfgang Sieber verkauft das Gütl in Steinach an Georg und Therese Hien vom Berghof. Georg war ein Enkel des letzten großen Berghof-Bauern Martin Hien, der mit seinem verschwenderischen Lebensstil den schönen großen Berghof durchbrachte.

Georg Hien erleidet etliche Schicksalsschläge. Seine erste Ehefrau Maria bringt sechs Kinder zur Welt von denen vier bereits im Kindsalter an der gefürchteten „Frais“ versterben. Der kleine Sohn Franz Sohn erkrankt 1892 mit vier Jahren an Scharlach und überlebt die Krankheit nicht. Seine Ehefrau Maria wird 1900 mit 45 Jahren durch eine Lungenentzündung hinweggerafft.
Georg heiratet am 26.11.1901 die Schwester seiner ersten Ehefrau, Therese Fischer und verkauft den Rest des Berghofes am 28.11.1901 an den Steinacher Schlossbesitzer Carl Lang-Puchhof.
Der einzige überlebende Sohn aus erster Ehe und Hoferbe, Josef Hien (*13.01.1890), stirbt mit knapp 25 Jahren am Beginn des Ersten Weltkrieges in Lombartzyde (Flandern/Belgien).

Aus der Ehe mit Therese Fischer gehen keine Kinder mehr hervor.

 

 

Hien Besitzer

 

 

fo stei 1412

Bei dem Gebäude auf dem Foto von ca. 1912 handelt es sich vermutlich um die zweite von Anna von der Wart um 1549 erbaute Hoftafern,
die 1963 abgebrochen und 1964 durch das heutige Zweifamilienhaus ersetzt wurde.
links Familie Dorfner (Mieter des linken Hausteils) und rechts Familie Hien
Bild: Familie Heimerl, Steinach

 

 

fo stei 1418

von links: Therese Hien mit Pflegetochter Rosa, Georg Hien und im Hintergrund Anna Fischer, Schwester von Therese Hien

 

 

Nachdem ihr Ehemann Georg verstorben war, verkauft Therese Hien das Anwesen mit Kaufvertrag vom 25. Januar 1926 an ihr ehemaliges Pflegekind, die nun neunzehnjährige Rosina Bachl. Rosinas Mutter ist bei der Geburt verstorben und so nahmen die Hiens das Kind bei sich auf. Da Rosina beim Kauf noch minderjährig ist, nimmt ihr leiblicher Vater Georg Bachl als gesetzlicher Vertreter an der Verbriefung teil. Kurz danach heiratete Rosa den Steinacher Söldnerssohn Michael Heimerl.

 fo stei 1413

Heimerl Michael und Rosina
aufgenommen ca. 1950
Bild: Familie Heimerl, Steinach

 

1963 übergeben Rosina und Michael Heimerl das Anwesen an ihren Sohn Josef und dessen Ehefrau Mathilde.

 

fo stei 573

Rechts unten der „Bergbauern-Hof“, links davon das ehemalige Inhäusl Hs.Nr. 24 ½ aus dem Jahr 1858
dahinter rechts das ursprüngliche Ausnahmhaus des Hofes Hs.Nr. 72 
aufgenommen 1956
Bild: Archiv für Heimatgeschichte

 

Josef und Mathilde Heimerl brechen 1963 das veraltete historische Wohngebäude - wohl noch die alte von Anna von der Wart um 1549 erbaute Hoftafern - ab und errichten an der gleichen Stelle im Jahr 1964 das heutige Zweifamilienhaus. Beim Abbruch zeigte sich, dass das uralte Gebäude, welches eine Mauerstärke von rd. 1,20 m aufwies, aus mächtigen Bruchsteinen bestand. Sie wurden im aufgelassenen Löschteich im Baugebiet Steinach-Ost entsorgt. Diese Bruchsteine stammen wahrscheinlich noch von der mittelalterlichen Steinacher Burg auf der Schlossbergspitze, die Anna von der Wart abgebrochen und damit das Alte Schloss Steinach und wohl auch die Hoftafern erbaut hat.

 

Seit 1993 sind Sohn Tobias und Schwiegertochter Waltraud Heimerl Eigentümer des Zweifamilienhauses, das an dieser Stelle mit seinen Vorgängerbauten auf eine uralte Steinacher Geschichte und Wirtshaustradition zurückblicken kann.

 

 

 

1 Schlicht Josef, Steinach – Ein niederbairisches Geschichtsbild, erschienen in der Unterhaltungsbeilage des Straubinger Tagblattes 1881 – 1883, Nr. 5
2 Käser Peter, Pfarrer Christoph Lenger – in Gerzen geboren, Stiftsdekan und erster Pfarrer von Pfaffmünster bei Straubing
3 In Siebmachers Wappenbuch, Band V.03, Bürgerliche Wappen S. 52 Tafelnr. 55 Das Rampf-Wappen wird wie folgt beschrieben: in B. eine aufsteigende g. Spitze, mit 3 Lilien gewechselter Tinktur.
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stift- und Dienstbare Untertanen und Güter der Hofmark Steinach vom 18.01.1623
5 Schlicht Josef, Steinach – Ein niederbairisches Geschichtsbild, erschienen in der Unterhaltungsbeilage des Straubinger Tagblattes 1881 – 1883, Nr. 5
6 Nach Josef Schlicht wurden beide im Grundbuch von 1634 aufgeführt. Dieses konnte Schlicht noch einsehen und wurde mit dem Schlossarchiv vernichtet.
7 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Der Underthanen zu Steinach Gült und Ausständt Register von 1641
8 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der freyherl. Hörwarthischen Hofmarch Steinach 1699
9 BayHStA, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung 514, Hofmark Steinach 1760

Weitere Quellen:
Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Vermessungsamt Straubing, Liqudiationsprotokoll der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster Umschreibehefte der Gemarkung Steinach, Sig. 17/42-4, 17/42-7, 17/42-11

 

Cookies erleichtern die Bedienung unserer Webseite. Mit der Nutzung der Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Infos über Cookies unter Datenschutz. https://heimatgeschichte-steinach.de/datenschutz.html.

Ich akzeptiere Cookies für diese Seite.
EU Cookie Directive plugin by www.channeldigital.co.uk