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Wolfsberg

 

von Claudia Heigl

 

 wolfsberg november 2020

Wolfsberg im November 2020
im Hintgergrund Gschwendt
Bild: Claudia Heigl

 

Bei dem Ortsteil Wolfsberg handelt es sich um eine relativ neue Siedlung, da der Berg bis Mitte des 19. Jahrhunderts vollkommen von Wald bedeckt war.
Der Waldbestand gehörte zu den Wolferszeller Höfen Gmeinweiserhof (Kaplanholz1) (alte Hs.Nr. 12, heute Mühlenweg 3, Haimerl),  Schmidbauerngut (Wolfsbergholz) (alte Hs.Nr. 13, heute Mühlenweg 5, Bauer) und dem Löfflergut (alte Hs.Nr. 15, heute Mühlenweg 9, Spanfelner).

Mitten über den bewaldeten Höhenrücken führte die uralte Handelsstraße nach Böhmen. Damit die schwer beladenen Fuhrwerke den Hügel überwinden konnten, mussten die Wirte in Gschwendt und Wolferszell als zusätzliche Hilfe Vorspanndienste leisten.

Die drei Hafner in Wolferszell hatten jahrhundertelang das eingetragene Recht am Wolfsberg Tegel zu stechen2. 1726 gab es diesbezüglich einen Streit zwischen dem Steinacher Schloss-Benefiziaten Peter Taburon  und den Wolferszeller Hafner, da sie den Tegel so stachen, dass die Bäume des Kaplanholzes in die Gruben nachfielen3. Diese Gruben wurden inzwischen wieder zum größten Teil befüllt.

Mit dem Verkauf des „Schmidbauern Nebengütl“ (alte Hs.Nr. 14, früher Nebenhaus des Schmidbauerhofes Nr. 13, heute Mühlenweg 5) in Wolferszell wurde der Waldbestand (Flur Nr. 1512) am Wolfsberg mitveräußert.
Der neue Besitzer, Christoph Schmid, errichtete hier um 1840 die erste neue Ansiedlung.

 

liquidationsprotokoll 1838

Liquidationskarte aus dem Jahr 1838
Quelle: Vermessungsamt Straubing

 

Die Flur Nr. 1511 gehörte zum Löfflerhof (Hs.Nr. 15, heute Mühlenweg 9, Spanfelner) in Wolferszell.  Beim Verkauf des Hofes behielt sich Peter Löffler zunächst, mit anderen Waldgrundstücken, auch dieses Grundstück zurück.  Nach dessen Tod 1836, erbte Sohn Joseph Löffler den Grund, der dann in den Besitz von Andreas Raab,  Wolferszell Nr. 19 (heute Mühlenweg 6, ehem. Schuhbauer), kam.
Andreas Raab teilte das Grundstück und verkaufte es 1875 an Anton Zollner und an Joseph Christl von Gschwendt. Während Zollner sein Grundstück selbst bebaute (später Menauer), teilte Christl seinen Anteil nochmals in zwei Teile und verkaufte diese 1875 bzw. 1876 weiter (später Ameismeier und Kern).

1949 errichtete die Familie Winterl noch ein Haus auf dem Wolfsberg und 1951 folgte die Familie Füchsl.

Die heutigen Häuser auf dem Wolfsberg gehören alle den Nachfahren dieser ursprünglichen sechs Ansiedler.

 

wolfsberg 1956

Wolfsberg 1956
links: Anwesen Schmid
rechts von oben: Ameismeier, Kern, Menauer
Bild: Archiv für Heimatgeschichte

 

 wolfsberger jugend 2

Die Wolfsberger Jugend ca. 1959
Bild: Familie Mühlbauer


 

 

 fo wolf 90

Wolfsberg um 1988
Bild: Familie Kern/Neumaier

 

 wolfsberg 2011

 Wolfsberg 2011
Bild: Claudia Heigl

 

 

 

1 Der Steinacher Benefiziat war Grundherr des Hofes, daher wurde das Holz auch Kaplanholz bezeichnet.
2 StaLa, Rentkastenamt Straubing B38, Sal- und Urbarsbuch des Rentkastenamts Straubing, Band II 1579, fol. 149‘, 155‘, 156
3 Schlicht J., Straubinger Tagblatt Nr. 21 vom 21.05.1883, Steinach, ein niederbayerisches Geschichtsbild.

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