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Hoerabach

 

von Claudia Heigl

 

 Hoerabach Juni 2019

Hoerabach Juni 2019
Bild: Daniel Wirth, Steinach

 

 

Der Name Hoerabach wird aus dem althochdeutschen „horac“ oder „horig“ (Sumpf) – also am Sumpf gelegener Bach – abgeleitet.

Uraufnahme HoerabachUraufnahme aus dem Jahr 1827
Die beiden Höfe in Hoerabach liegen in einer Senke am Bach, jedoch höher als die Mooswiesen, inmitten von Ackerflächen
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Die Gegend ist uraltes Siedlungsgebiet. Hügelgräber zwischen Muckenwinkling und dem Weiler Hoerabach beweisen, daß hier in der Bronzezeit vor etwa 3500 Jahren Menschen lebten, die ihre Toten meist verbrannten und die Reste in Grabhügeln bestatteten.

Zwischen Hoerabach und Muckenwinkling verlief eine uralte Handelsstraße, von Straubing kommend, nach Cham.

 

1029  vermacht der Sohn des bayerischen Herzogs Heinrich II - Bruno Bischof von Augsburg - das Gut Straubing   (zu dem auch die Stadt Straubing u.a. mit Steinach, Agendorf, Muckenwinkling, Kindlasberg, Bruckmühle, Pellham, Rotham, Hoerabach, Berghof, Sackhof, gehörten) dem Domkapitel Augsburg.

 

Am 23.06.12991 verkauft der Viztum Albrecht von Straubing, der auch die Burgherr in Steinach war, mit Zustimmung des Augsburger Domkapitels seine Lehensgüter, darunter auch den „ silva Huernbach“ (Wald Hoerabach) an den Regensburger Bürger Hermann Tuendorfer. 13212 ist er wieder im Besitz von Albrecht von Steinach. Evtl. handelte es sich hierbei um den heutigen "Heisinger-Hof", bzw. dem Wald. Sicher ist jedoch, dass bereits zu dieser Zeit die Steinacher Burgherren Besitz in Hoerabach hatten.

 

ca. 13003 besitzt ein "senior Bvoberger fünf Viertel in Hvrnbach" und zahlt hierfür 5 Schilling Pfennig an das Domkapitel an Abgaben. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung eines Hofes in Hoerabach. Es handelt sich hier um den heutigen „Hiegeist-Hof“.

 

 

Hoerabach Sept 1991

Hoerbach aufgenommen im September 1991
links der Hiegeist-Hof, rechts hinten der Heisinger-Hof
rechts vorne das Ausnahmshaus des Hiegeist-Hofes
Quelle: Pfarrer Gerhard Mass+ von Steinach

 

Im 14. Jahrhundert dürfte das Kloster Oberalteich den Hof mit 5 Viertl (heutiger Hiegeist-Hof) vom Domkapitel Augsburg gekauft haben. Bereits 1444 wird es im Salbuch als deren Besitz aufgeführt. Mit der Vogtei, also der Rechtssprechung, gehörte er jedoch weiterhin zum Domkapitel.

1436 besitzt die Familie Warter von der Wart den Heisinger-Hof in Hoerabach. Er dürfte jedoch auch bereit um 1300 existiert haben. Zwischen 1583 und 1623 verkaufen die Steinacher Hofmarksherren den Hof an das Kloster Oberalteich.

Beide Höfe gehörten ab dem 15. Jarhundert mit Grundherrschaft zum Kloster Oberalteich, wo sie bis zur Säkularisation im Jahre 1803 blieben.

1808 wurde Hoerabach zum Steuerdistrikt Trudendorf zugerechnet und 1821 der Gemeinde Agendorf zugewiesen. Als am 01.07.1974 die Gemeinde Agendorf aufgelöst wurde, kam der Weiler zur Gemeinde Steinach.

Hoerabach gehörte schon seit Urzeiten zur Pfarrei Steinach.

 

 

 

 

 

Quellen:
1 Regesta Boica 4, S. 690,692, (in Hist. Atlas von Bayern, Landgericht Straubing, S. 241)

2 Regesta Boica 6, S. 53 (in Hist. Atlas von Bayern, Landgericht Straubing, S. 241)
3 Jahresbericht d. Hist. Vereins f. Straubing u. Umgebung, 8. Jhg. 1905, S.45 Rechte und Besitz des Domkapitels Augsburg in und um Straubing am Anfang des XIV. Jahrhunderts.

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